Die Italienische Reise – Teil IV: Rom und Albaner Berge

Frühstück gibt es in einer kleinen  Bar am Corso Cavour mit Internet. Es nieselt und der Kellner erzählt uns,  dass es in Padua und Umgebung am Tag nach unserer Abreise schwere Unwetter gegeben hat, sogar mit Verletzten und einem Toten. Unser Vermieter David bringt uns mit seinem Fiat Marke „Uralt und Rostlaube“ zum Bahnhof. Das Schlitzohr stellt uns keine Quittung aus. Am alten Schlendrian scheint sich nichts geändert zu haben, obwohl die Regierung wegen der Wirtschaftskrise strenge Maßnahmen gegen Steuersünder angekündigt hat und Touristen bestraft werden können, wenn sie keine Quittung vorlegen können. Wir schreiben das Jahr 2012. Ich kaufe das Bahnticket nach Rom. Der Regionalzug ist ziemlich leer.

In eineinhalb Stunden sind wir in Roma Termini und haben lediglich knapp  zehn Minuten Fußweg zum gebuchten kleinen Hotel. In der Nähe vom Bahnhof suchen wir nach einer preiswerten Kneipe, essen Pasta mit Salat. Nach der üblichen Siesta spazieren wir vorbei an der mächtigen Kirche „Santa Maria Maggiore“ zum kleinen Vittorio-Park.  Auf unappetitlichen Plakaten wird gegen die deutsche Kanzlerin gehetzt, als habe sie die Wirtschaftskrise in Italien zu verantworten.

Anti-Merkel-Plakat © Wolfgang Stoephasius

Anti-Merkel-Plakat © Wolfgang Stoephasius

Mit der U-Bahn fahren wir zur Spanische Treppe, es wimmelt von Touristen.

Spanische Treppe © Wolfgang Stoephasius

Spanische Treppe © Wolfgang Stoephasius

In Rom  kennen wir uns gut aus, wir waren ja schon mehrmals in der Stadt, vor einigen Jahren sogar für einen ganzen Monat. So finden wir den Weg zur „Fontana de Trevi“ problemlos. Von „Dolce Vita“ ist nichts zu spüren, Anita Eckbergs Badeszene ist Vergangenheit.

Fontana de Trevi © Wolfgang Stoephasius

Fontana de Trevi © Wolfgang Stoephasius

Mit den italienischen Essgewohnheiten sind wir bestens vertraut und mit meinen marginalen Italienischkenntnissen ist es mir ein Leichtes, für uns beide ein fünfgängiges Menü zu bestellen, welches wir uns teilen. In dem kleinen  Restaurant neben dem Hotel wird uns im Patio das hervorragend Dinner in jeweils halben Portionen serviert. Es ist eine laue Sommernacht, der Wein aus den Albaner Bergen zum Essen mundet hervorragend und der indische Ober ist aufmerksam. Was will man mehr.

Am nächsten Morgen  laufen wir zum Bahnhof und  besorgen uns ein Tagesticket. Der direkte Zug nach Frascati geht erst in knapp zwei Stunden. So fahren wir mit der U-Bahn zur Endhaltestelle. Dort verpassen wir prompt den Bus und müssen nochmals eine ganze Weile warten, bis es hinauf in die Albaner Berge geht. In Frascati spazieren wir durch den von Weinbergen umgebenen Ort und trinken in einer einfachen Cantina ein Glas Weißwein, essen später Pasta und gebratenes Gemüse, welches nach Fisch schmeckt.

Frascati © Wolfgang Stoephasius

Frascati © Wolfgang Stoephasius

Mit dem Zug geht es zurück nach Rom. Am späten Nachmittag  nehmen wir den Bus nach Trastevere, spazieren durch die Gassen, schauen in die Kirche „Santa Maria“, essen an einem kleinen Platz recht gute Pizza mit Salat, werden nett bedient, wieder von einem indischen Kellner. Ein Schild vor dem Lokal verkündet: „We hate war and tourist menues“.

Santa Maria de Trastevere © Wolfgang Stoephasius

Santa Maria de Trastevere © Wolfgang Stoephasius

Unser Kurzaufenthalt  in Rom endet mit einem kleinen  Spaziergang um die  Piazza Venezia. Wir schauen hinauf zum Kapitol mit dem Reiterstandbild von Marc Aurel und unterhalten uns mit  zwei netten Mädels aus Belgrad.

Marc Aurel © Wolfgang Stoephasius

Marc Aurel © Wolfgang Stoephasius

Ein letzter Blick in der lauen Sommernacht auf das Monumento Vittorio Emanuele II und der Bus bringt uns zurück zum Bahnhof.

Monumento Vittorio Emanuele II © Wolfgang Stoephasius

Monumento Vittorio Emanuele II © Wolfgang Stoephasius

Wir beschließen den Tag mit einem Glas teuren aber wunderbar kühlen Fassbiers auf einem kleinen Platz in der Nähe des Hotels, das Lokal ist fest in chinesischer Hand.

Bis zum nächsten Mal. Bleibt neugierig!

Sinneswandel – Der Weg zum Slow Travel

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Dieser Artikel bezieht sich auf die Blogparade „Slow Travel – Wider den To-Do-Listen!“ von 1 THING TO DO: http://1thingtodo.de/slow-travel-blogparade/

Heiliges Jahr – Rom 2000. Als wir Menschen die „Heilige Stiege“ auf den Knien hinauf rutschen sehen, machen wir uns Gedanken darüber, ob hier vielleicht der eine oder andere seine kleinen Sünden abbüßt, welche er dadurch begangen hat, dass er den einen oder anderen touristischen Pilger oder pilgernden Touristen um einen Teil seiner Habseligkeiten gebracht hat? So hat Religion für jeden etwas Gutes. Der Bestohlene kann sich Trost, der Dieb seine Absolution holen.

Freunde haben uns ihre Wohnung für unseren einmonatigen Aufenthalt überlassen, so leben wir hier fast wie die Römer, allerdings mit einem entscheidenden Unterschied. Der Römer, der während seines Urlaubs in der Stadt bleibt, genießt. Er geht in dem einen oder anderen Park spazieren, fährt ans Meer oder in die nahegelegenen Albaner Berge, erholt sich. Wir aber haben als Reiseführer das Standardwerk von „Petrich“ im Gepäck und der steigt tief ein in die Geschichte der Stadt, so tief, dass meine liebe Frau nach vierzehn Tagen das Handtuch wirft und zwar genau in dem Moment, als ich die Hand in den geöffneten „Mund der Wahrheit“ stecke, dem Maul in dem scheibenförmigen Relief in der Vorhalle der Kirche „Santa Maria in Cosmedin“. Ich solle sofort gestehen, ob ich mich dem Besichtigungsstress, dem wir uns seit zwei Wochen unterwerfen, noch weiter beugen  möchte. Das ist die Stunde der Offenbarung, sage ich die Wahrheit, müssen wir aufhören durch die Stadt zu rasen, lüge ich, wird die Hand in dem Maul stecken bleiben – und was mache ich dann? Ich entscheide mich für die Wahrheit, wohl wissend, dass auf der Petrich-Liste noch viele Ziele in Rom stehen, die ich wahrscheinlich nie mehr bewältigen werde.

Die ersten zwei Wochen waren die Hölle. Wir haben nicht nur alle Pilgerkirchen besucht, sondern sind noch in vielen anderen Gotteshäusern gewesen, immer den „Petrich“ mit seinen detailliertesten Detailbeschreibungen in der Hand, haben Rom von den Relikten ihrer Entstehung bis hin in die Gegenwart durchstreift. In der Kirche „San Giovanni in Laterano“ bin ich in der  Kapelle „Sancta Sanctorum“ nahe dran, dem Rom-Syndrom zu unterliegen und  die Heilige Stiege auf Knien von Stufe zu Stufe hinaufzurutschen und auf jeder Stufe ein Vaterunser zu beten, ich als agnostischer Absurdist, ganz offensichtlich dem Wahnsinn nahe, so wie das japanische Pärchen, eigentlich dem Shintoglauben zugetan, welches das tatsächlich tut. Wir verlassen „Santa Maria in Cosmedin“ und von dem Moment an, sehen uns nur noch die Trattorien von Trastevere, der Fischhändler am Markt in der Nähe der Via delle Palme, der Campo de’ Fiori, wir wandern auf der Via Appia, spazieren mit einem Eis in der Hand am Lido de Ostia, genießen dir frische Luft und den Weißwein von Frascati.

Das war vor über fünfzehn Jahren, meine ganz persönliche Slow-Travel-Geburtsstunde.

Italien „Meine” UN-Staaten – zum 66sten

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Italien ist unbestritten das Lieblingsland von Renate und mir. In keinem anderen Land der Welt, außer Deutschland, war ich so viel unterwegs wie in Italien.

1958 radelte ich mit meinem Vater von Rosenheim aus in die Dolomiten.

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Vor der Marmolata © Wolfgang Stoephasius

1963 kam ich mit meiner damaligen Freundin und späteren ersten Ehefrau Käthi nach Kaltern in Südtirol und 1965 nach Cattolica.

 

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Segelturn an der Adria © Wolfgang Stoephasius

Von da ab sollte es kein Jahr mehr geben, in welchem ich nicht mindestens einmal in Italien gewesen wäre und wenn es nur Südtirol war, schließlich kommt die Oma von Renate von dort.  Im Laufe dieser Zeit habe ich nahezu jeden Winkel des Landes bereist, sei es alleine oder mit von mir organisierten Gruppen. Renate und ich marschierten von München nach Venedig, wohnten einen Monat lang in Rom und haben viele Freundschaften geschlossen.

Hier eine kleiner Videoclip vom einer Geburtstagsfeier mit Freunden in Gabicce Mare.

Und hier noch ein paar Impressionen:

 

It.Goetheweg

Am Brenner © Wolfgang Stoephasius

It.Ancona2009

Ancona in den Marken © Wolfgang Stoephasius

It.Padua

Antoniusstadt Padua © Wolfgang Stoephasius

It.Rom

Fontana de Trevi in Rom © Wolfgang Stoephasius

It.Amalfi

Amalfi in Süditalien © Wolfgang Stoephasius

It (2)

Vulcano (Liparische Inseln) © Wolfgang Stoephasius

 

It (1)

Stromboli (Liparische Inseln) © Wolfgang Stoephasius

It.Catania

Catania (Sizilien) © Wolfgang Stoephasius

Italien ist eine parlamentarische Republik in Südeuropa. Die Hauptstadt Italiens ist Rom. Das italienische Staatsgebiet liegt zum größten Teil auf der vom Mittelmeer umschlossenen Apenninhalbinsel und der Po-Ebene sowie im südlichen Gebirgsteil der Alpen. Es grenzt an Frankreich, die Schweiz, Österreich und Slowenien. Die Kleinstaaten Vatikanstadt und San Marino sind vollständig vom italienischen Staatsgebiet umschlossen. Neben den großen Inseln Sizilien und Sardinien sind mehrere Inselgruppen vorgelagert. Hauptstadt ist Rom, und die Währung der Euro. Neben der staatlichen Amtssprache Italienisch gibt es die regionalen Amtssprachen Deutsch und Ladinisch in Trentino-Südtirol, Französisch im Aostatal sowie Slowenisch in Friaul-Julisch Venetien. Auf 301.338 km² leben 60.697.637 Menschen.

ItalienKarte

In Italiens Hauptstadt Rom befindet sich die Enklave des Staates Vatikanstadt, welches das Zentrum der römisch-katholischen Kirche ist. Der Papst ist zugleich dessen Staatsoberhaupt, das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche und der Bischof von Rom. Der Heilige Stuhl als nichtstaatliches, eigenständiges, vom Staat Vatikanstadt zu unterscheidendes Völkerrechtssubjekt vertritt den Zwergstaat auf internationaler Ebene.

Italien hat eine der höchsten Lebenserwartungen der Welt. Sie betrug im Jahr 2005 80,4 Jahre und lag folglich ungefähr zwei Jahre über dem OECD-Durchschnitt von 78,6. Die Lebenserwartung betrug für Frauen rund 83 Jahre, für Männer 78. Ungefähr 19 % der Italiener waren älter als 65 Jahre.  Die OECD rechnet mit 500.000 bis 750.000, die Caritas geht davon aus, dass sich eine Million Ausländer ohne Aufenthaltsberechtigung im Land befinden. Damit würden sich in Italien bis zu 5 Millionen Ausländer aufhalten. Die italienische Wirtschaft ist mit einem Bruttoinlandsprodukt von rund 2 Billionen US-Dollar (IWF 2010) die achtgrößte Volkswirtschaft der Welt. Das Land liegt im weltweiten Vergleich des BIP je Einwohner auf dem 23. Platz, in der EU nimmt Italien hierzu den 13. Rang ein. Ferner ist zu bemerken, dass die Schattenwirtschaft in Italien traditionell sehr hoch ist. Die Agentur der Einnahmen schätzt ihren Anteil am BIP auf zwischen 16,2 und 17,5 % (2008), andere Beobachter gehen von bis zu 30 % aus. Tatsache ist, dass bei der Ermittlung des BIP die Schattenwirtschaft auf Basis von Schätzungen mitberücksichtigt wird. Charakteristisch für Italien ist die wirtschaftliche Zweiteilung des Landes. Der stark industrialisierte Norden steht dem unterentwickelten Süden gegenüber. Italien ist ein Land, das nicht nur von starken lokalen Unterschieden geprägt ist, sondern auch eine relativ ungleiche Einkommensverteilung aufweist. In der Liste der Länder nach Einkommensverteilung liegt Italien mit einem Gini-Koeffizient von 36 an 52. Stelle, einen Platz hinter Großbritannien. Zum Vergleich liegt Deutschland an 14., Österreich an 19. und die Schweiz an 37. Stelle. Quelle: Wikipedia.

Der Korruptionswahrnehmungsindex (englisch Corruption Perceptions Index, kurz auch Korruptionsindex), wird seit 1995 von Transparency International, einer Nichtstaatlichen Organisation, die sich weltweit dem Kampf gegen Korruption verschrieben hat erhoben. Kürzlich wurden die neuesten Daten veröffentlicht. Und Italien ist Europas Spitzenreiter. Allerdings im negativen Sinne. Italien hat seine Position im Vergleich zum Vorjahr (2013) „tapfer“ verteidigt, und liegt nun mit Griechenland und ex aequo mit Rumänien am wenig schmeichelhaften 69 Platz. Italien wurde dabei von Ländern wie Ruanda, Kuwait und der Türkei geschlagen.
Das korruptionsärmste Land nach dem  Korruptionsindex von 2014 ist Dänemark, Deutschland liegt an 12., Österreich an 23. Stelle Schlusslicht der 175 bewerteten Länder sind Nordkorea und Somalia. Quelle: UnserTirol.com.