Die Italienische Reise – Teil IX: Von Lipari über Catania zurück nach München

Am Abend vor unserer Abreise von Lipari nehmen wir unser Abendessen auf der Terrasse vom “Sfiziusa“, unserem Lieblingslokal, ein. Am Nachbartisch sitzt ein junges Paar auf Hochzeitsreise aus Landshut. Wir unterhalten uns bei scharfen Spagetti (Vulcano),  Miesmuscheln und frittierten Meeresfrüchten ausgezeichnet. Die beiden deuten auf den Nachbartisch und meinen,  auch sie hätten Probleme mit Leuten, die nur noch vor ihren Tablets und Smartphones  sitzen. Das Personal verabschiedet uns wie alte Freunde.

Am nächsten Morgen frühstücken wir zum letzten Mal bei unserer Gastgerberin Diana auf der Terrasse. Dann kommt der schlagende Beweis für das Gespräch von gestern Abend hereinspaziert. Ein Englisch sprechendes Pärchen um die Dreißig setzt sich grußlos an den Nachbartisch. Kaum haben die beiden Platz genommen, hat schon jeder sein Smartphone in der Hand und wortlos beginnt der Tag. Als Diana nach den Getränken fragt, wollen sie Soya-Milch – und das in Italien. Sie müssen sich mit warmem Wasser zufrieden geben. Nach diesem kurzem Wortwechsel sind Augen und Hände schon wieder bei den Handys. Als wir uns mit „Bon Giorno“ verabschieden, werden wir keines Blickes gewürdigt. Schließlich laufen wir hinunter zum Hafen, das Tragflügelboot hat eine halbe Stunde Verspätung. Dann geht es aber flott. Wir halten kurz in Vulcano, man riecht den Schwefel. Die Fahrtzeit nach Milazzo auf Sizilien beträgt gerade mal eine gute Stunde. Von dort geht es mit dem Linienbus in knapp zwei Stunden zum Flughafen von Catania und mit dem Stadtbus, den wir noch einmal wechseln müssen, zum vorgebuchten Hotel.

Die Straßen von Catania © Wolfgang Stoephasius

Die Straßen von Catania © Wolfgang Stoephasius

Auf Empfehlung der freundlichen Dame von der Rezeption essen wir vorzüglich in einem nahegelegenen Lokal. Anschließend genehmigen wir uns einige riesigen Gläser „Sambucco“ in einer Bar gegenüber. Die Armverletzung vom jungen Besitzer stammt von einer Messerstecherei, erzählt er uns. Wir unterhalten uns lange mit ihm und dem einzigen Gast außer uns, einem Tunesier, der gut Englisch spricht und ein Loblied auf Deutschland singt. Der Preis ist überaus fair, hier knöpft man Touris keine zusätzlichen Euro ab.

Am nächsten Morgen schlendern wir durch den gepflegten Park „Villa Bellini“.

Park „Villa Bellini“ © Wolfgang Stoephasius

Park „Villa Bellini“ © Wolfgang Stoephasius

Die Villa Bellini © Wolfgang Stoephasius

Die Villa Bellini © Wolfgang Stoephasius

Strelizien im Park © Wolfgang Stoephasius

Strelizien im Park © Wolfgang Stoephasius

Der Markt mit seinem reichhaltigen und preiswerten Angebot an Meeresfrüchten, Obst, Gemüse, Fleisch und Wurstwaren ist eine Herausforderung für alle Sinne. Wir decken uns für das Mittagessen ein. Auf dem Rückweg kaufen wir in einem Kramerladen noch eine Flasche Wasser. Die alte Dame ist ein ausgesprochener Münchenfan und spricht einige Worte Deutsch. Sie war als fünfzehnjährige in München. Sie umarmt uns Wasserkäufer beim Verabschieden. Nach Brotzeit auf dem Balkon und langer Siesta machen wir uns auf den Weg und schlendern die „Plebiscito“ mit den maroden Häusern, den Tante-Emma-Läden und dem typischen sizilianischen Leben hinunter.

Straßenszenen in der Plebiscito © Wolfgang Stoephasius

Straßenszenen in der Plebiscito © Wolfgang Stoephasius

Straßenszenen in der Plebiscito © Wolfgang Stoephasius

Straßenszenen in der Plebiscito © Wolfgang Stoephasius

Straßenszenen in der Plebiscito © Wolfgang Stoephasius

Straßenszenen in der Plebiscito © Wolfgang Stoephasius

Straßenszenen in der Plebiscito © Wolfgang Stoephasius

Straßenszenen in der Plebiscito © Wolfgang Stoephasius

In der Nähe unseres Hotels gibt es an der Straße zahlreiche Grilllokale, hier probieren wir gegrilltes Pferdesteak, das schmeckt so etwas von gut.

Der letzte Tag unserer Italienreise ist angebrochen. Wir nehmen ein Taxi zum Flughafen und sind nach knapp zweistündigen Flug mit dem Airbus 320 wieder in München.

Bis zum nächsten Mal. Bleibt neugierig!

 

Die Italienische Reise – Teil VIII: Inspirationen von den Liparischen Inseln

Blick von der Burg auf Lipari © Wolfgang Stoephasius

Blick von der Burg auf Lipari © Wolfgang Stoephasius

Alte Kirche in Lipari © Wolfgang Stoephasius

Alte Kirche in Lipari © Wolfgang Stoephasius

Hafen und Altstadt von Lipari © Wolfgang Stoephasius

Hafen und Altstadt von Lipari © Wolfgang Stoephasius

Kiesstrand vor glasklarem Wasser bei Canetto auf Lipari © Wolfgang Stoephasius

Kiesstrand vor glasklarem Wasser bei Canetto auf Lipari © Wolfgang Stoephasius

Mahnung an Frauchen oder Herrchen © Wolfgang Stoephasius

Mahnung an Frauchen oder Herrchen © Wolfgang Stoephasius

Der Vulkan Stromboli © Wolfgang Stoephasius

Der Vulkan Stromboli © Wolfgang Stoephasius

In den Gassen des Städtchens Stromboli © Wolfgang Stoephasius

In den Gassen des Städtchens Stromboli © Wolfgang Stoephasius

Die Feigen sind reif © Wolfgang Stoephasius

Die Feigen sind reif © Wolfgang Stoephasius

Die Insel Vulcano © Wolfgang Stoephasius

Die Insel Vulcano © Wolfgang Stoephasius

Bad im heißen Schlamm auf Vulcano © Wolfgang Stoephasius

Bad im heißen Schlamm auf Vulcano © Wolfgang Stoephasius

Bis zum nächsten Mal. Bleibt neugierig!

Die Italienische Reise – Teil VII: Von Salerno über Sizilien auf die Liparischen Inseln

Der Zug in Richtung Sizilien rollt am Bahnhof von Salerno mit einer knappen Verspätung ein. Unsere reservierten Plätz liegen dieses Mal nicht in einem Großraumwagen, wir müssen uns zu unserem Abteil durch Trauben von Menschen zwängen, welche den Gang blockieren. Dort angekommen, sitzt eine junge Tussi auf dem einen reservierten Platz und belegt den anderen mit ihrem Gepäck. Es entwickelt sich eine längere Diskussion mit dem Mädel, welches ein geschmerztes Gesicht zieht, bis wir uns endlich setzen können. In Villa San Giovanni wird der Zug auf die Fähre verladen. Anfangs sitzen wir an der Reling, bis ein Sturm aufkommt und wir in den Innenraum flüchten. Gegen 16 Uhr läuft das Schiff in den Hafen vom Messina ein.

Einfahrt nach Messina © Wolfgang Stoephasius

Einfahrt nach Messina © Wolfgang Stoephasius

Wir beziehen unser Hotel für die eine Nacht. Ab und zu ziehen Wolken auf, aber es regnet nicht. Wir laufen zum Dom. Die romanische Kathedrale, die mehrmals erneut aufgebaut werden musste, wegen Bränden und Erdbeben, zuletzt wegen einer Brandbombe im 2. Weltkrieg,  ist ein beeindruckendes Bauwerk.

Die Kathedrale von Messina © Wolfgang Stoephasius

Die Kathedrale von Messina © Wolfgang Stoephasius

Auf dem Platz davor stehen mächtige historische Holzfiguren auf Rädern.

Skulpturen vor der Kathedrale © Wolfgang Stoephasius

Skulpturen vor der Kathedrale © Wolfgang Stoephasius

Die Auswahl an Restaurants ist arg limitiert. Stehimbisse gibt es genügend. Schließlich finden wir dann doch eine Pizzeria unter einer Plane im Freien. Die Pizza ist hervorragend, dazu ein preiswertes Messina-Bier, welches durchaus trinkbar ist.

Wir haben am nächsten Morgen viel Zeit und genießen das üppige Frühstück im Hotel. Bei unserem kleinen Spaziergang stoßen wir auf einen Banyanbaum, den wir in Europa nicht vermutet hätten.

Banyanbaum in Messina © Wolfgang Stoephasius

Banyanbaum in Messina © Wolfgang Stoephasius

Beim Auschecken im Hotel unterhalten wir uns noch eine Weile mit der netten Dame von der Rezeption. Am Hafen gibt es ein Selbstbedienungslokal, wir lassen uns Nudeln mit kleinen Scampi zubereiten bevor wir an Bord des Schnellbootes nach Lipari gehen. Erstaunt sehen wir in der Abfertigungshalle ein gigantisches Fresko zu Ehren von Mussolini, der Faschismus lässt grüßen.

Fresko am Hafen von Messina © Wolfgang Stoephasius

Fresko am Hafen von Messina © Wolfgang Stoephasius

Zum Glück ist die See ruhig, so dass wir die gut zwei Stunden Fahrt mit Unterbrechung in Salina gut überstehen. Vom Hafen von Lipari  laufen wir in knapp zehn Minuten zu unserem Domizil für die nächsten Tage. Es liegt in  einer engen Gasse und wir bekommen ein wunderschönes Zimmer mit kleinem Balkon. Als es kühler wird, brechen wir zu einem kleinen Spaziergang durch den netten Ort auf.

Lipari © Wolfgang Stoephasius

Lipari © Wolfgang Stoephasius

 

Es beginnt zu regnen und wir können den in Salerno erstandenen Schirm recht gut brauchen. Am kleinen Hafen „Marina Corto“ essen wir im „El Pescatore“ ein ausgezeichnetes Fischmenü, der  Liter Weißwein dazu ist fast ein wenig zu viel. Eine große deutsche Gruppe sitzt nebenan und blockiert vor leeren Gläsern die Tische.

Bis zum nächsten Mal. Bleibt neugierig!