Die Italienische Reise – Teil VI: Amalfiküste

Wir genießen das ausgiebige Frühstück auf der Terrasse über der Bucht von Sorrento. Gleich neben dem Hotel hält der Bus nach Amalfi, er ist bummvoll und wir müssen anfangs stehen, auf der kurvenreichen Straße gar nicht so angenehm. In Positano steigen viele Touris aus und wir finden einen Platz. Die in den Fels geschlagene Straße ist ein Meisterwerk der Baukunst. Tief unter uns liegt das Meer, in die steile Felslandschaft schmiegen sich die malerischen Ortschaften. Die enge Fahrbahn ist eine Herausforderung für den Busfahrer. In Amalfi bleibt uns gerade noch so viel Zeit, um unser eingepacktes Schinkenbrot (der Rest von gestern abend) zu verzehren, bis der Anschlussbus nach Salerno kommt. Dort ist unser Stützpunkt für die nächsten Tage. Nach kurzer Siesta sitzen wir wieder im Bus in Richtung Amalfi, steigen aber kurz vorher in Atrani aus, ein  netter kleiner Ort, so eine Art Mini-Amalfi. Am Strand setzen wir uns auf die Terrasse der kleinen Bar „Nettuno“ und genehmigen uns einen Campari-Soda.

Atrani © Wolfgang Stoephasius

Atrani © Wolfgang Stoephasius

Der Fußweg nach Amalfi ist nicht weit und wir bewundern zunächst den beeindruckenden Dom mit der vergoldeten Fassade.

Dom von Amalfi © Wolfgang Stoephasius

Dom von Amalfi © Wolfgang Stoephasius

Wir schlendern durch die engen Gassen und stellen uns in der „Trattoria San Giuseppe“ ein schönes Fischmenü zusammen. Die Tische sind direkt auf der verwinkelten Gasse platziert und die Vorübergehenden schauen uns auf den Teller.

Auf der Rückfahrt hält der Bus  nicht am Bahnhof von Salerno, dort wo unser Hotel liegt. Also drehen wir eine größere Runde, sozusagen ein Rundfahrt „Salerno bei Nacht“,  und müssen ein gutes Stück zurück laufen.

Der Bus bringt uns am nächsten Morgen wieder nach Amalfi. An der ungünstigsten Stelle begegnet uns ein anderer Bus und es beginnt eine elende Rangiererei, einige Pkw-Fahrer sind auch nicht sonderlich kooperativ. Irgendwann kommen wir dann doch nach Amalfi und steigen um in den Bus nach Ravello. Durch das Valle del Dragone geht es zwischen hoch aufragenden Bergen und schroffen Schluchten hinauf in den Ort, der schon so manchem Prominenten als Domizil gedient hat, auch die Szene Hollywoods ist hier vertreten. Wir müssen durch ein Gassengewirr steigen, bis wir Ausblick auf die Küste haben und staunen: das Dorf hängt wie ein Balkon über der Amalfiküste. In einem Terrassenlokal werden wir von mehreren Obern, die nichts zu tun haben und in ihre Gespräche vertieft sind, erfolgreich ignoriert, bis wir das Weite suchen.

Ravello © Wolfgang Stoephasius

Ravello © Wolfgang Stoephasius

Auf der Rückfahrt steigen wir in Atrani aus und setzen uns in ein Lokal auf der Piazza, es gibt einen seltsamen Griechischen Salat, unter anderem mit braunen Bohnen, der aber gar nicht schlecht schmeckt. Schließlich nehmen wir von Amalfi den Bus ins berühmte Positano. Der Ort wächst steil vom Meer hinauf in die Berge. Wir laufen hinunter ins Zentrum mit dem weißen Dom, in welchem eine Hochzeit stattfindet.

Positano Dom © Wolfgang Stoephasius

Positano Dom © Wolfgang Stoephasius

Das englischsprachige Brautpaar ist mit den Trauzeugen alleine, der Pfarrer ein Schwarzer. Der Strand wird durch einen Wehrturm geteilt. Ein in den Fels geschlagener Pfad verbindet die beiden Teile.

Pfad in Positano © Wolfgang Stoephasius

Pfad in Positano © Wolfgang Stoephasius

Wir laufen hinüber zum weniger bevölkerten „Spiaggia del Fornillo“ und freuen uns über den Ausblick auf das Meer. Auf der Terrasse des Strandhotels „Pupetto“ gibt es einen Aperol Spritz. Zurück im Ort blicken wir auf den Hauptstrand, dort ist allerhand los.

Strand von Positano © Wolfgang Stoephasius

Strand von Positano © Wolfgang Stoephasius

Wir steigen gemütlich hinauf zur Seta-Bushaltestelle, freuen uns über den Blick auf das Städtchen und nehmen den Bus zurück in Richtung Amalfi.

Blick auf Positano © Wolfgang Stoephasius

Blick auf Positano © Wolfgang Stoephasius

Wieder in Atrani fragen wir die Wirtsleute vom „Nettuno“, ob wir am nächsten Tag Schirm und Liegestühle haben könnten. Wir bräuchten nur etwas zu verzehren, wird uns versichert, Gebühren würden keine anfallen. Der Wirt unterhält sich ein wenig mit uns, meint die Schimpferei auf die Merkel finde er unangemessen, er bewundere die gerade Art der Deutschen. Wir bekommen den Rest der Fischsuppe, die von Mittag noch übrig ist, die schmeckt aber vorzüglich, billig ist sie nicht. Quittung bekommen wir keine – das zur Bewunderung der Geradlinigkeit der Deutschen.

Eigentlich wollen wir ja am nächsten nach Atrani zum Baden fahren. Nachdem wir die Stadt Vietri sul Mare passiert haben, beschließen wir auszusteigen und finden einen steilen Weg durch die Felsen hinunter zum Strand. Für 17 Euro (Nachsaisonpreis) bekommen wir zwei Liegen und einen Schirm. Wir genießen den Tag mit dem sauberen Wasser, es geht gemächlich hinein, die Wellen plätschern nur und der Kies ist klein und angenehm.

Strand von Vietri sul Mare © Wolfgang Stoephasius

Strand von Vietri sul Mare © Wolfgang Stoephasius

Nach 17 Uhr wird es langsam leer am Strand, es weht eine angenehme Brise und wir steigen steil hinauf in den Ort, genehmigen uns unterwegs ein kleines Eis.

Vietri sul Mare © Wolfgang Stoephasius

Vietri sul Mare © Wolfgang Stoephasius

Auf einem Platz lassen wir uns auf einen Aperol Spritz nieder. Als ich bezahlen will, geht mir wegen des unverschämten Preises der Hut hoch. Renate ist wegen meines Wutausbruchs auch noch sauer auf mich. Der Bus ist ebenfalls weg. So spazieren wir noch etwas durch die Gassen. Der nächste  Bus geht in einer Stunde, hat dann auch noch fünfzehn Minuten Verspätung. Das nächste Mal werde ich mich wohl wieder vor der Bestellung nach dem Preis erkundigen, aber bestimmt am falschen Ort.

DSCF4828Aperol Spritz

Teurer Aperol Spritz © Wolfgang Stoephasius

Zurück in Salerno laufen wir ein Stück zu einer angesagten Osteria und essen dort sehr gut. Am Nachbartisch sitzt ein italienisches Ehepaar mit zwei Töchtern, die heftig mit dem Kellner am Flirten sind. Am nächsten Tag werden wir die vier am Bahnhof treffen, da ist von der guten Laune nichts mehr zu spüren. Es beginnt zu schütten, ein Gewitter steht über uns. Wir kaufen für sage und schreibe lediglich 5 Euro einen Schirm bei einem Inder, der wie gerufen mit einem Bündel Regenschirme vor der Tür steht und kommen so halbwegs trocken zurück ins Hotel.

Bis zum nächsten Mal. Bleibt neugierig!