Nordlandreise, Teil 3: Stoppover in Island

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Auslaufen unter grauem Himmel

Das Fährschiff lief unter grauem Himmel aus, aber der Nordatlantik zeigte sich von seiner ruhigen Seite. Am nächsten Morgen kam das Schiff im ostisländischen Seydisfjordur an.

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Von dort nahm ich den Flieger nach Reykjavik. Die Krone war gerade massiv abgewertet worden und der Flug von gut 600 Kilometern kostete gerade mal 28 Euro. In Reykjavik nahm ich mir ein gutes Hotel, aß im besten Restaurant der Stadt ohne meinen Geldbeutel sonderlich zu belasten. Der Flug nach Grönland ging vom Inlandflughafen ab, dorthin konnte ich zu Fuß laufen.

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Hallgrims Church in Reykjavik

Nordlandreise, Teil 2: Färöer-Inseln

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So gut auf halber Strecke hat das Fährschiff Norroena die Shetland-Insel passiert und ich hatte einen gigantischen Blick auf die Inselkette.

Nach 30 Stunden Fahrtzeit sollten wir in Toershavn auf den Färöern einlaufen. Bedingt durch starken Wellengang ging das aber nicht – und wir sind zu einem anderen ruhigeren Hafen geschippert. Von dort ging es mit Bussen nach Toershavn und ich war froh, dass ich dort bald eines der raren Taxis ergattern konnte, welches mich zum Hostel gebracht hat. Dort fand ich ein geräumiges pico bello sauberes Mehrbettzimmer vor, welches ich mir zum Glück nur mit einem netten Engländer teilen musste.

Eine kleine Wanderung führte auf den höchsten Berg der Färöer auf 850 Metern Meereshöhe. Es war eine phantastische  Tour bei schönem Wetter, immer wieder heftigem Wind und einmaligen Ausblicken auf grüne Landschaft (es gibt keine Bäume, alle werden vom Wind weggeblasen) und bizarren Felsformationen über glitzernden Meeresarmen. Wasserfälle stürzen herab. Ich bin dann ans Meer hinunter gelaufen und habe eines dieser niedlichen Fischerdörfer mit den bunten Häuschen besucht. An den folgenden Tagen habe ich die „Hauptstadt“ und die nähere Umgebung erkundet. Thornshavn hat so um die 19 000 Einwohner, hier lebt fast die Hälfte der Bevölkerung des Atolls. Die Stadt liegt ziemlich weit verstreut über eine weite Hügellandschaft über dem Meer. Die Randgebiete habe ich mit den kostenlosen öffentlichen Bussen erkundet. Die Gegend um den Hafen ist recht malerisch mit den vielen bunten und grasbewachsenen Häusern und den ankernden Schiffen.

Die Färöer liegen im Nordatlantik so zwischen Norwegen und Island. Sie bestehen aus 18 Inseln, auf denen gerade mal knapp 50000 Menschen leben. Die Bewohner kamen vor ungefähr 1000 Jahren von Norwegen hierher, weil sie vor einem blutrünstigen Fürsten abgehauen sind. Sie sprechen Alt-Norwegisch, also so, wie einst die Wikinger geredet haben. Das Atoll war zunächst dänische Kolonie, ist nun aber quasi selbstständig. Es werden sogar eigene Geldscheine gedruckt. Nur Außen- und Verteidigungspolitik ist Sache der dänischen Regierung, allerdings haben die Färöer ein Mitspracherecht. Folgerichtig gehören sie auch nicht zur EG. 97 Prozent des Inlandproduktes wird durch Fischerei erwirtschaftet. Dazu gehört bedauerlicherweise auch der allgemein geächtete Walfang. Interessant ist, dass nach einer Recherche von „National Geographie Traveller“ aus dem Jahre 2007, in welcher 107 Atolle geprüft wurden (darunter so Traumziele wie Hawaii, Bermudas etc.) die Färöer auf Nummer EINS!!! landeten.

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Fortsetzung folgt – Nächstes Ziel: Island

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Zugfahrt von Skaguay (Alaska) zum White Pass

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Als am 14. Juli 1897 zwei Schiffe mit einer großen Ladung Gold in San Francisco eintrafen, setzte ein irrer Run von Menschen nach Alaska ein. Hatte Skaguay vorher nur einige wenige Seelen als Einwohner zu vermelden, hausten  im Jahre 1898 an die 10000 Abenteurer in elenden Umständen hier, um sich auf den 1000 Kilometer langen Marsch über das menschenfeindliche Gebirge in Richtung Klondike-Fluss machen. Glücklich sind wohl die wenigsten von ihnen geworden, vorausgesetzt, dass sie überhaupt die Strapazen des langen Marsches überstanden. Hatten sie bei elender Schufterei einen Schatz ergattert, war dieser bald zerronnen wie gewonnen. Über 3000 für den Transport gebrauchte Pferde oder Maultiere kamen um, weil sie in Abgründe stürzten oder vor Erschöpfung starben, vielen Glücksrittern ging es genauso. Im Jahre 1898 wurde mit dem Bau der Eisenbahn über den Pass begonnen, die in Rekordzeit vollendet wurde und dadurch einige Erleichterung geschaffen. Auf diesen Gleisen folgen wir im Mai 2012 den Pfaden der Glücksritter. Im Ort ist Frühling eingekehrt und die Birken und Nadelbäume zeigen sich im grünen  Kleid. Wir fahren mit dem von zwei mächtigen Dieselloks gezogenen Zug, welcher auf alt getrimmt ist, in zweistündiger Fahrt durch atemberaubende Landschaft hinauf zum knapp 1000 Meter hoch gelegenen Whitepass, unter uns steile Abbrüche, kühne Brückenkonstruktionen werden überquert und wir kommen im Winter zwischen meterhohen Schneewänden am Ziel an, welches bereits auf kanadischer Seite liegt.

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