Die Insel Guam im Südpazifik (2012)

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Hier einige Impressionen von einer Reise in die Weiten des Pazifiks

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Guam (Chamorro: Guåhån) ist die größte und südlichste Insel des Marianen-Archipels im westpazifischen Ozean. Sie ist ein nichtinkorporiertes Territorium der USA (Außengebiete der Vereinigten Staaten). Bekannt geworden ist die Insel durch den dort befindlichen strategisch wichtigen amerikanischen LuftwaffenstützpunktAndersen Air Force Base“. Von hier sind einst die berüchtigten B52 Bomber Richtung Indochina gestartet. Heute bildet die Insel einen wichtigen Brückenkopf in Richtung China, die USA verlagern ihr Interessengebiet immer mehr in Richtung Pazifik. Lange Zeit war die Insel out-off-limits für Besucher. Etwa 37,1 % der Einwohner Guams sind Chamorro-Mischlinge indonesisch-spanisch-philippinischer Herkunft, 26,3 % der Bevölkerung sind Filipinos (zum Großteil Malaien), 11,3 % stammen von anderen pazifischen Inseln, 6,9 % sind europäisch, 6,3 % sind koreanischer, chinesischer oder japanischer Herkunft, 2,3 % haben eine andere Herkunft, 9,8 % sind Mischlinge. Englisch ist Amts und Verkehrssprache, aber auch Chamorro ist häufig zu hören. Die Insel liegt 6.298 km westlich von der Insel Hawaii, 2.058 km östlich der Philippinen (Insel Mindanao) und 2.386 km südlich von Japan (Insel Honshu). Guam ist ungefähr 48 km lang und 18,5 km breit. Die Länge der Küstenlinie beträgt 149 km und umfasst ca. 545 qkm, ist also knapp doppelt so groß wie München hat aber nur ca. 185.000 Einwohner. Es ist dennoch die am dichtesten bewohnte Insel Mikronesiens. Haupteinnahmequelle ist der Tourismus, den fast ausschließlich die Japaner bestimmen. Sie kommen in erster Linie zum Shoppen hierher, es ist zollfreies Gebiet, obwohl die Preise für Grundnahrungsmittel ganz schön happig sind.

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Bei den Nachfahren der Meuterer von der Bounty (2011)

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Gemächlich sucht die alte Dame „Albatros“ ihren Weg, die Osterinsel liegt weit hinter uns. Wir Passagiere werden den ganzen Morgen mit Landgangs-Infos versorgt, die See ist ruhig, aber ob wir ausbooten können steht dennoch unter einem großen Fragezeichen. Vor uns liegt ein großer Felsen, die Insel Pitcairn, weit weg von allem, nach Neuseeland sind es 5000 km, nach Südamerika 5700.  Die „Prinzess“, ein amerikanischer Kreuzfahrer, dem wir während unserer Reise immer wieder begegnen,  liegt auch in der Bounty-Bay, die Passagiere durften nicht an Land. Eines unser Tenderboote wird herabgelassen, nimmt Fahrt auf und  versucht eine Landung, kehrt unverrichteter Dinge zurück. Von der Insel löst sich ein Boot, kommt zu uns herüber. Der Kahn scheint aus Aluminium zu sein, einige braungebrannte Gestalten winken uns zu. Der Kapitän gibt grünes Licht, wir sollen mit dem Boot der Einheimischen an Land gebracht werden. Er weist ausdrücklich darauf hin, dass das Ausschiffen auf eigene Gefahr erfolgt und nur völlig gesunde Passagiere von Bord gehen sollen. Gerade das Ausbooten ist eine verdammte Schaukelei. Matrosen halten jeden Passagier der von Bord geht fest. Das Boot hebt sich, senkt sich, der Hub beträgt trotz augenscheinlich ruhiger See mindestens sechs Meter, drei Meter nach unten drei nach oben. Auf Befehl ein Sprung und ich bin im Boot, setzte mich zu den anderen Passagieren auf den Boden des Kahns. In wenigen Minuten sind wir am Ufer, das Aussteigen ist   erheblich einfacher. Ich laufe schon mal den steilen Weg nach Adamstown hinauf und hole später Renate  ab, sie kommt mit der dritten Gruppe. Auf der Insel leben die Nachkommen der Meuterer von der legendären Bounty, sieben von ihnen sind unter dem Kommando von Fletcher Christian 1790  zusammen mit sechs Männern, zwölf Frauen aus Tahiti und einem Kind hier gelandet. Als die Insel 18 Jahre später von einem amerikanischen Walfänger wieder entdeckt wurde, lebte nur noch einer der Meuterer, nämlich John Adams, alle anderen waren umgebracht oder in den Selbstmord getrieben worden. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die gesamte Inselbevölkerung, die mittlerweile auf über 200 Personen angewachsen war, auf die 6200 km entfernte Insel Norfolk umgesiedelt. Vier Familien kehrten zurück nach Pitcairn und deren Nachfahren leben noch heute auf der letzten britischen Kolonie im Pazifik, im Moment 56 Personen,. Wir sehen uns im Dorf ein wenig um, schauen zum Friedhof, bewundern die tropische Landschaft und kaufen Schnitzarbeiten. Die meisten Inselbewohner sind auf der „Albatros“ und treiben dort Handel mit den zurückgebliebenen Passagieren und der Besatzung. Renate und ich kehren gemeinsam zurück auf das Schiff. Einige Mitreisende stellen sich beim Ein- und Ausschiffen dermaßen doof an, dass es unglaublich ist. Viele hätten die Reise gar nicht mitmachen dürfen. Zum Glück bleibt es bei einigen wenigen Blessuren. Es ist nach vielen Jahren das erste Mal, dass Passagiere eines Kreuzfahrschiffes hier an Land gehen. Fast ein Wunder, wir sind dabei!

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Friedensfest im Hochland von Papua Neuguinea

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In den nächsten Wochen und Monaten will ich von Zeit zu Zeit aus meinem Reiseleben rund um unseren Erdball berichten. Heute geht es um eine Reise nach Papua Neu Guinea im Jahre 1990.

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Renate und ich sind im Hochland von Papua Neuguinea unterwegs. In dem Dorf Minj erzählt uns eine pralle dunkle Einheimische  in  ausgezeichnetem Englisch, dass es wegen ungeklärter Landrechte einen blutigen Stammeskrieg zwischen dem Konobuka- und dem Kondika-Stamm gegeben habe. Neben unzähligen Verletzten habe es mindestens 16 Tote, hunderte verbrannte Häuser und eine große Anzahl vergewaltigter Frauen gegeben. Durch die Vermittlung von  Missionaren soll heute Friede zwischen den verfeindeten Stämmen geschlossen werden. Es dauert nicht lange und  von allen Seiten treffen Dorfgemeinschaften ein, meist in geschlossenen Formationen, vorn die Krieger mit Speeren und Schildern, gefolgt von kräftigen Kämpfern die Knüppel und Äxte schwingen, manche halten einfache Gewehre in den Händen. Die Gesichter sind furchterregend bemalt, manche tragen bunten Federschmuck. Dahinter folgen die halbwüchsigen Burschen und den Schluss bilden die Frauen, Mädchen und kleinen Kinder.

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Wir laufen zum riesigen  freien Platz auf welchem ein hölzernes Podest mit grob behauenen Holzbänken aufgebaut ist. In der Mitte der Fläche ist ein Seil gespannt. Männer schleppen riesige Stücke Schweine- und Rindfleisch heran und platzieren diese vor der provisorischen Tribüne. Ein freundlicher Herr, ein Weißer im schlecht sitzenden Anzug, stellt sich uns vor. Er ist Missionar und maßgeblich an den Friedensverhandlungen beteiligt. Er bittet uns auf die Ehrentribüne. Dort sitzt bereits seine Frau im einfachen grauen Baumwollkleid neben zwei Ureinwohnern, uralte Männer. Einige Weiße in Anzügen kommen hinzu. Alle reichen uns  freundlich die Hände. Es ist unserer Aufmerksamkeit entgangen, dass schlagartig keine Krieger mit ihren Angehörigen mehr zu sehen sind und bald wissen wir warum. Sie haben sich hinter  die Hügel zurück gezogen. Urplötzlich beginnt ein markerschütterndes Kriegsgeschrei. Von zwei Seiten rücken die Krieger schubweise heran, schwingen ihre Waffen. Immer neue Gruppen kommen von den Anhöhen herunter, die Schilder vor dem Körper, die Speere abwurfbereit, das Blut könnte einem im Körper gerinnen. Der Platz füllt sich mit gruseligen Gestalten, es sind einige Tausend. Die feindlichen Stämme werden von dem Tau in der Mitte des Platzes  voneinander getrennt, selbstverständlich nur eine symbolische Grenze. Die Gegner brüllen aufeinander ein, die Spannung ist den Männern ins Gesicht geschrieben, unterstrichen durch die kriegerische Bemalung der Gesichter, schließlich haben sie bis gestern noch gegeneinander gekämpft.  Allmählich tritt Ruhe ein und sie lassen sich auf dem Boden nieder, blicken grimmig in die gegnerische Richtung.

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Auf jeder Seite löst sich je eine stattliche Gestalt und die beiden Männer kommen mit ihren Speeren zum Podest auf welchem wir mit den anderen Ehrengästen sitzen. Sie nehmen neben dem Missionar Platz, die Speere haben sie zwischen die Knie geklemmt, es sind die Anführer der beiden Clans. Nun beginnt ein endlos scheinendes Palaver, jeder der Männer auf dem Podium redet, brüllt in einer Sprache, die wir nicht verstehen. Schließlich reichen sich die beiden Häuptlinge die Hände. Das ist das Zeichen für die Krieger auf dem Platz. Sie gehen auf der jeweiligen Seite zu einer Stelle, an welcher sie ihre Waffen auf einen Haufen werfen. Dort stehen jeweils alte Männer, welche die Geräte anschauen, die Gewehre herausnehmen und auf die Seite legen. Es entsteht im Laufe der Zeit eine mächtige Ansammlung von Speeren, Lanzen, Schildern und anderem Kriegswerkzeug. Als alle Kämpfer  unbewaffnet wieder auf dem Boden sitzen, zünden die alten Männer die Stapel an, einige junge Männer klemmen sich die Gewehre unter die Arme und ziehen ab. Aus den Büschen nahen die Frauen und bekommen die Fleischstücke in die Hände gedrückt, diese werden sie in ihre Dörfer bringen.

Am nächsten Morgen brechen wir auf und fahren mit einem PMV (einem Minibus, öffentliches Verkehrsmittel  in Richtung  Goroka auf.  Dabei passieren wir das Kampfgebiet mit den verkohlten Resten abgebrannter Häuser, zerstörter Felder und vernichteter Bananenplantagen.

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