Rueckblick auf eine Woche im Ionischen Meer

D (2)

Das ist der Blick von der Taverne von „unserem“ Hotel

Gestern haben wir mit dem Schiff die Insel im noerdlichen Teil umrundet. Hoehepunkt war das Anlaufen der sogenannten Schmugglerbucht. Diese hat ihren Namen von dem Schiffswrack, welches dort verrottet. Schmuggler hatten es in den Achtzigern des letzten Jahrhunderts in dieser spektakulaeren Bucht an Land gebracht und in Brand gesetzt. Sie waren auf der Flucht vor der Kuestenwache und wollten so Beweismittel vernichten. Das ist ihnen nicht gelungen. Die Fracht wurde von Inselbewohnern geborgen und auf dem Schwarzmarkt verhoekert. Der Kapitaen bekam fuenf Jahre Gefaengnis, haette aber einen Orden verdient, schliesslich ist das Wrack nun die Hauptattraktion auf der Insel und bringt jede Menge Touristen hierher. Vor einigen Tagen hatten wir die Bucht von oben einsehen koennen. Dort gibt es eine Plattform, wenn man sich ganz weit vorbeugt, kann man ganz gut in die Bucht schauen. Einst war sie zehn Meter laenger. Das war den Bootsleuten, welche die Touris in die Bucht bringen, gar nicht recht, denn viele der Besucher verzichteten auf die Bootsfahrt, welche den Skippern viel Geld bringt. So wurde die Plattform in einer Nacht- und Nebelaktion einfach abgesaegt. Nun muss man sich von dort oben weit vorbeugen, um einen Blick auf die spektakulaere Bucht zu erlangen. Ich finde, dass mein Foto von oben mehr hergibt, als das vom Wasser aus. Hier ist der Vergleich:

D (4)

Die Bucht von See aus gesehen

IMG_4227

Der Blick von der Plattform aus

D (3)

Von der Taverne des Hotels haben wir einen schoenen Blick auf die „Schildkroeteninsel“ – und die sieht doch wirklich so aus

Heute Abend steigen wir wieder in den Flieger nach Muenchen. Wir haben uns auf dieser malerischen Insel mit seinen freundlichen Menschen sehr wohl gefuehlt, kein Anflug von Deutschfeindlichkeit. Vor der Taverne haengt die griechische Fahne schlapp auf einem Felsen und droht im Meer zu versinken. Das kommt uns vor wie eine Parabel auf die heutige Tragodie Griechenlands. Wird sie ganz untergehen, oder doch noch ueber Wasser bleiben. Wir denken an den Griechen Alexis Sorbas, der auf leichtsinnige Art das Vermoegen des Schriftstellers Basil durchgebracht hat. Als die letzte Hoffnung, naemlich die provisorische Seilbahn, zusammenkracht tanzen beide den Sirtaki, der Westeuropaer und der Mann aus Hellas. Wir druecken den Daumen, dass sie noch lange gemeinsam tanzen.

D (1)

Faszinierende Landschaft im Sueden von Zakynthos

IMG_4283

Heute sind wir mit einem Boot unterwegs gewesen und haben in der Bucht von Laganas riesige Meeresschildkroeten gesehen, wenn sie kurz zum Luftholen aufgetaucht sind. Die Halbinsel Keri im Sueden ist von steilen Kliffs aus Kalkstein umgeben in welchen das Meer maechtige Tore hinterlassen hat. Wir sind in azurblaue Grotten hineingefahren und sind uns vor den Felsabbruechen ganz klein vorgekommen. Zum Schluss ging es hinueber nach Marathonisi,die Schildkroeteninsel, die tatsaechlich auch so aussieht. Dort haben wir es uns am weissen Sandstrand gut gehen lassen. Zum Glueck kann ich in unserem Hotel an den Computer und euch so mit schoenen Bildern an dem Ausflug teilhaben lassen.

IMG_4262

IMG_4272

IMG_4274

IMG_4281

Um an den Bootsanleger zu kommen mussten wir einen Kilometer durch das Wasser waten

Die Insel Zakynthos

Wir wohnen in dem gemütlichen Hotel „Port Koukla Beach“ mit einer interessanten Geschichte:
1979 stand hier eine Taverne in welche bald viele Prominente wegen der ausgezeichneten Küche kamen, darunter beispielsweise Melina Mercouri. 1992 wurde der Taverne ein Hotel mit zunächst 30 Zimmern angegliedert,  heute sind es 50. Der Großvater von Pavlos Linardos hatte den Grundstein gelegt, seine Tochter Katerina war die begnadete Köchin. Pavlos ist ein hervorragender Sänger und Gittarist. Er hat auf seine Karriere als Entertainer verzichtet und führt nun zusammen mit seiner Frau Roula und seinem Bruder Dennis, der mit Roberta, einer Deutschen verheiratet, ist die Anlage. Pavlos bereitete uns am Sonntag einen wunderschönen Abend mit griechischen Balladen und etlichen Liedern, die uns in bester Erinnerung sind, wie „Griechischer Wein“, „Alexis Sorbas“, „Die kleine Kneipe“, „Ein Schiff wird kommen“, natürlich alles mit einer bravorösen Stimme auf Griechisch gesungen und begleitet von einem  Mandolinenspieler, einem echten Könner.
Am Montag nahmen wir an einer Inselrundfahrt teil, um einen Überblick zu bekommen, natürlich ziemlich touristische und eigentlich nicht unsere Art zu reisen, aber bequem. In den verschiedenen Badeorten, die häufig wie ein ausgestorbener Ballermann wirken, wurden die übrigen Tourteilnehmer eingesammelt. Unser Führer Ioannis ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Seine deutsche Frau und ein Sohn waren mit im Bus. Erster Halt war in Zakynthos (Hora = Stadt)  mit 15 000 Einwohnern, die genau so heißt wie die Insel. Auf den   412 qkm leben etwas 50 000 Menschen. 1953 hat ein Erdbeben die Stadt nahezu völlig zerstört. Die ionischen Insel sind hoch erdbebengefährdet.  In der imposanten Kirche des Inselheiligen Dionýsios war  gerade Gottesdienst mit einem wunderschönen Männerchor im Wechsel mit dem Bass des Popen. Vor der Kirche standen Leute die Betteln, ihnen würde man das nicht ansehen. Wir fuhren hinauf auf so eine Art Balkon mit herrlichem Blick auf die Stadt und bis hinüber auf den Peloponnes. Die Insel gehörte übrigens bis zur griechischen Staatsgründung zu Venedig. Wir hielten zu einer Weinprobe in Callinico. Retsina ist eigentlich keine Spezialität der Insel und Ouzo soll verdammt ungesund sein. Zakynthos  ist der drittgrößte Olivenproduzent Griechenlands. Es gibt jede Menge sonstiges Obst und Gemüse. Berühmt ist der Saft des Granatapfels, er soll sehr gesund sein (viele Vitamine und Mineralstoffe). Ansonsten ist die Insel ein Blütenparadies. Nach der Kleinstadt Katastari ging es hinauf ins Gebirge. Hier leben wilde Bergziegen, die Hochebende ist von Kiefernarten bewachsen. Im „Gebirge“ liegen die Bergdörfer, die Volimes. Von einer Rampe blickten wir hinein in die spektakuläre Bucht in welcher das Wrack des Schmugglerschiffes liegt. Diese Bucht ist eines der meistfotografierten Motive Griechenlands. Wir haben vor, uns diesen Strand vor einer mächtigen Kalksteinwand  in einigen Tagen vom Schiff aus anzusehen. Schließlich hielten wir beim Kloster Panagia I Anafonitria, hier hat der Inselheilige für einige Jahre gelebt. Ein Fotostopp wurde bei einem 2000 Jahr alten Olivenbaum eingelegt, daneben steht eine riesige 200 Jahre alte Platane. In einer hochmodernen Ölmühle unter deutscher Leitung kauften wir etliche Flaschen ein. Letzter Stopp war im kleinen Hafen Keri, gleich gegenüber der Insel Marathonissi, die tatsächlich aussieht wie eine riesige Schildkröte. Unser Führer hat die Probleme Griechenlands recht objektiv beschrieben, insbesondere das Versagen der Politiker, ob in der Vergangenheit oder in der Gegenwart. Er sieht der Zukunft nicht sehr positiv entgegen und meint die Mehrzahl der Griechen möchte zurück zur Drachme. Nicht weil sie den Euro nicht grundsätzlich will, aber hofft, mit einer Abwertung der Währung wieder konkurrenzfähig zu werden. Zynisch fügt er hinzu, dass die orthodoxe Kirche so reich sei, dass es ihr eine Leichtes sei, die Staatsschulden mit einem Streich zu tilgen, aber daran überhaupt kein Interesse hat.  Renate  legt sich am Spätnachmittag noch an den Pool und ärgert sich über einen dicken Deutschen mit seiner blondgefärbten Frau, der schon am Abend die bestgelegenen Liegen für den nächsten Tag reserviert.
Im Moment habe ich Probleme meine eigenen Fotos in den Blog einzufügen. Nach unserer Rückkehr will ich das mit einer kleinen Bildstrecke nachholen.

Weiterlesen

Port Koukla auf Zakynthos

Unsere Maschine von Airberlin startete gestern mit einer Verspätung von über einer Stunde. Aber wegen Rückenwind kamen wir fast pünktlich am Flughafen der Insel Zakynthos an. Mit dem Bus ging  es in etwa 20 Minuten zum Hotel „Port Koukla“, ein gut geführtes Familienhotel. Trotz der späten Ankunft gab es sogar noch Abendessen vom Buffet auf der Terrasse. Mit einem Glas Retsina fühlten wir uns gleich wohl. Die Kellner sprechen Englisch, die Leute an der Rezeption perfekt Deutsch. Wir haben in unserem ruhigen Zimmer mit Balkon gut geschlafen.  Heute unternahmen wir unter strahlend blauem Himmel einen kleinen Orientierungsspaziergang zwischen Olivenhainen. Eine wunderbare ruhige Gegend!  Um 14 Uhr kam Barbara, die Agenturmitarbeiterin und erklärte einiges über die Insel, die immer wieder von fremden Mächten okupiert war, von Italienern und Türken, zeitweise gehörte sie der Britischen Krone. Irgendwie kamen wir auf die Politik, da redeten wir lieber nicht weiter. Gleich ging es gegen den Scheuble – und „unsere“ Jungs werden es schon richten!? Wir spazierten entlang des Strandes entlang der Bucht von Laganás, es ging über getrocknete Algen und teilweise kam die Flut recht nahe. Auf der reizenden kleinen Insel Ágios Sóstis nahmen wir ein Glas Wein, der ist im Eintritt von 4 Euro per Person mit drin. Am kleinen Strand wurde eine Hochzeit gefeiert, darüber hingen wolkenartige weiße Fahnen. Wir genossen den Blick auf die gegenüberliegende Schildkröteninsel. In der Gegend gibt es viele Meeresschildkröten, zudem hat dieses Eiland auch noch die Form einer Schildkröte. Zurück spazierten wir vorbei an kleinen Dörfern und durch Olivenhaine entlang der Straße einen ziemlichen Umweg, der aber unter dem blauen Himmel und angenehmer Temperatur um die 23 Grad sowie dem Gezwitscher der Vögel ein Genuss war.

Für eine Woche auf die Insel Zakynthos

Meine Renate und ich verabschieden uns für eine Woche auf die Insel Zakynthos.  Mit einer Fläche von etwa 410 km² ist sie nach Korfu und Kefalonia die drittgrößte und südlichste der größeren Ionischen Inseln und die zehntgrößte Insel Griechenlands.

Falls wir Internetverbindung haben werden wir von unterwegs berichten.