Transnistrien 2007

dscf8798

Während unseres Aufenthaltes in Moldawien ist Nationalfeiertag angesagt mit viel Musik und noch mehr herausgeputzten Mädels. Am 27. August 1989 hat sich Moldawien von der UdSSR losgesagt. Es ist das ärmste Land Europas mit seinen 5,5 Millionen Einwohnern auf einer Fläche von der Größe von Oberbayern. Ein Jahr nach der Unabhängigkeit begann der Bürgerkrieg, der bis 1992 dauerte und viele Opfer forderte. Die Teilrepublik Transdnjestr mit 550 000 Einwohnern wollte selbstständig werden, ist es defacto nun auch mit einer eigenen Währung, einem Rubel der außerhalb des Landes wertlos ist, und einer eigenen  Armee. Offiziell anerkannt wird dieser sogenannte Staat nur von Russland. Dort müssen wir natürlich hin und nehmen den öffentlichen Bus. An der sogenannten Grenze werden wir behandelt wie zu den schlimmsten kommunistischen Zeiten mit Einreisebeamten von denen wir nur die Hände sehen, weil sie ihre Gesichter hinter Einwegspiegeln verstecken. Tiraspol, die Hauptstadt, strotzt vor Armut mit seinen heruntergekommenen Wohnhäusern, aber wartet mit einem riesigen Paradeplatz, der mit Fahnen behängt ist, auf. Die Menschen feiern in den nächsten Tagen 20 Jahre Unabhängigkeit. Unvorstellbar bei einer greifbaren Armut ist, dass  wir an einem  Tag fünf Stretchlimousinen, jede wohl 12 Meter lang, sehen. So viele bekommen wir in der sogenannten Schicki-Micki-Stadt München in einem ganzen Jahr  nicht zu Gesicht.

dscf8793

In einem Park steht ein russischer Panzer zu welchem  Brautpaare pilgern, um sich fotografieren zu lassen. Braut, Bräutigam und Hochzeitsgesellschaft in die neueste Mode gekleidet. Angeblich kontrolliert eine einzige Mafiafamilie das Leben im Land, verdient ganz offensichtlich mit Menschenhandel, Drogen und Geldwäsche recht gut.

Ungewöhnliche Weinprobe in Moldawien (2007)

dscf8758

In Moldawien wird ein vorzüglicher Wein gekeltert, einst kamen die Vorzugsweine der Sowjetunion von hier. Schon bei meinem letzten Aufenthalt im Jahre 2004 wollte ich die Weinkeller  der Kelterei Cricova besichtigen, dort soll es 120 km unterirdische Gänge voller Wein geben. Damals ging es nicht, weil ich der einzige Interessent war. Nun bin ich mit Renate im Land und dieses Mal können für die nächsten Tage keine Buchungen entgegengenommen werden, weil die Führungen völlig ausverkauft sind. Die Leute von dieser Firma tragen die Nase ganz schön hoch, geben keine Antwort, ob wir vielleicht auf die Warteliste kommen könnten. Also beschließe  ich, auf eigene Faust eine Kellerei zu suchen. Nach Recherchen im Internet fahren wir  für einen lächerlichen Betrag mit einem klapprigen Bus in das Dorf Cojuschna und irren herum, bis wir endlich mit der Hilfe von Dörflern, welche unserer Zeichensprache folgen können, den Weg zur Weinkellerei finden. Das Anwesen wirkt verwaist und heruntergekommen. Pech gehabt, denken wir. Drei Männer, die mit Dachdeckerarbeiten im Nachbarhaus beschäftigt sind, fuchteln mit den Armen herum, klettern herunter  und führen uns in den Garten des verwahrlosten Geländes. Eine Dame im schwarzen Cocktailkleid mit gefühlten 30-cm-High-Heels kommt, öffnet eine Sesam-Öffne-Dich-Geheimtür und wir landen in einem riesigen Keller in dessen Gängen angeblich eine Million Weinflaschen lagern.

dscf8753

Die Firma produziert nicht mehr, aber die Weine werden weiterhin vermarktet, darunter jahrzehntealte Köstlichkeiten. Bei der Probe bekommen wir Weine kredenzt, die teilweise 35 Jahre alt sind und auch entsprechend schmecken, also „oideln“, wie wir Bayern sagen würden. Unsere Führerin spricht neben der Moldauischen Sprache nur Russisch oder vielleicht auch Ukrainisch. Fachwörter aus der Weinwelt sind irgendwie international und wir können ihren Ausführungen recht gut folgen. Wann hat man die Gelegenheit kilometerweit durch Gänge voller verstaubter Weinflaschen zu spazieren  und in einem prunkvollen steinernen Saal in welchem auch schon Putin bewirtet wurde,  auf edlen Massivholzstühlen edle Tropfen zu verkosten?

dscf8759

Der fröhliche Friedhof von Sapanta

dscf8623

An Allerheiligen und Allerseelen gedenken wir unserer Verstorbenen. Wie in anderen Ländern mit dem Tod umgegangen wird, beschreibe ich in meinem Buch „In 70 Jahren um die Welt“ an einem Beispiel aus Rumänien.

dscf8626

Nach dem Besuch anderer wunderschöner Moldauklöster geht es weiter in die Maramures mit den prächtigen Holzkirchen. Auf elendiglich schlechter Straße erreichen wir den Ort Sapanta im Nordwesten Rumäniens, unmittelbar an der ukrainischen Grenze, mit seinem ≫lustigen≪ Friedhof, wo hunderte bunt bemalter Holzkreuze in lebendigen Bildern und derben Sprüchen vom Leben der Verstorbenen berichten. Im Jahre 1932 kam Patras, von Beruf Zimmermann, auf die Idee, für einen Verwandten ein Kreuz mit einem fröhlichen Nachruf zu schnitzen. Plötzlich wollte jeder Dorfbewohner für seinen verstorbenen Angehörigen ein solches Kreuz haben. Von jetzt an baute der Zimmermann keine Holzhäuschen mehr. Als Patras im Jahre 1977 starb, trat sein ehemaliger Lehrling Dumitru Pop in seine Fußstapfen. Inzwischen, wir schreiben das Jahr 2010, werden es an die 800 dieser blauen Holzkreuze geworden sein. Dem Künstler redet bei der Gestaltung niemand drein, nicht einmal der orthodoxe Priester. Erst bei der Beerdigung wird das Geheimnis gelüftet. Unter dem Spitzdach des Holzkreuzes ist jeweils eine typische Szene aus dem Leben des Dahingegangenen geschnitzt und in der Ausdrucksweise naiver Bildkunst bunt bemalt. ≫Ich werde euch erzählen, wie gut ich lebte. Ich habe gearbeitet, wie ich konnte, und natürlich auch mal ein Gläschen getrunken. So verging mein Leben in der Kneipe, und ich lebte, bis der Tod mich 1978 fand≪, heißt es über einen Verblichenen. ≫Ich liebte es in der Kneipe mit den Frauen anderer zu sitzen. Ich bedaure sehr die Welt, denn ich bin zu früh gestorben≪, über einen anderen. Das Bild auf einem dritten Kreuz zeigt, wie eine Schlange einen Mann am Fuß erwischt: ≫Der Schnaps ist eine Schlange, die uns Trauer und Mühsal bringt. Wem der Schnaps gut schmeckt, dem wird es so ergehen wie mir.≪ Und zur Zeit der Schreckensherrschaft von Ceausescu, wo jegliche Regimekritik unweigerlich im Arbeitslager endete, reimte der Künstler für ein Ehepaar folgenden Spruch: ≫Solange wir auf der Welt waren, pflanzten wir schöne Obstbäume. Die Alte hat immer den Faden gesponnen und ich erntete die Äpfel. Ich habe viel geerntet, aber viele Äpfel haben wir nicht gegessen, weil wir sie der LPG liefern mussten.≪

dscf8625

 

An der polnischen Bernsteinküste

0908-21

Vergangene Woche haben wir uns an der polnischen Ostseeküste herumgetrieben, also im ehemaligen deutschen Pommern.

Hier sind einige Impressionen:

Einst wurden die Straßen als Alleen angelegt, um den Pferden, welche Gespanne zogen, Schatten zu spenden. Heute sind sie vielleicht nicht mehr zeitgemäß, strahlen aber einen ganz besonderen Flair aus.

0905-4

Der Leuchtturm von Kolberg wurde am Rande der Festung angelegt und war wie der Rest der Stadt nur noch eine Ruine. Nun ist er rekonstruiert und weist den Schiffern den Weg. Bei den schweren Kämpfen im März 1945 wurde die Stadt fast völlig zerstört. Die Festung war schon mehrmals umkämpft, u.a. in den napoleonischen Kriegen 1806/07 und diente den Nazis als Vorlage für den Durchhaltefilm „Kolberg“.

0906-16

Als wir 1990 in Danzig waren, war die Stadt bereits recht gut instand gesetzt. Heutzutage  hat man den Eindruck in einer alten Hansestadt unterwegs zu sein, die niemals zerstört war, tatsächlich war am Ende des Zweiten Weltkrieg 90 Prozent der Bausubstanz dem Bombardement zum Opfer gefallen. Hut ab vor den polnischen Restaurateuren. Hier ein Blick auf die Hafenzeile mit dem Krantor.

0907-1

Die Großstadt Köslin mit „sauberer Industrie“ ist nahezu eine reine Plattenbautenstadt, sie wurde im Krieg fast völlig zerstört. Wir schauen in die rekonstruierte Marienkathedrale. Vor der Kirche steht ein Mahnmal für die ermordeten Offiziere vor Katyn; das Massaker wurde von den Sowjets den Deutschen unterschoben.  Unter Putin gehe es nun wieder zurück zur ehemaligen Verschwörungstheorie – wer das Gegenteil behaupte gehe ins Gefängnis, behauptet die antirussische polnische Propaganda. Man mag dem Despoten Putin alles Mögliche unterstellen, zum Großteil zu Recht, aber bei der Wahrheit sollte man eigentlich schon bleiben.

0908-1

In der Ortschaft Rügenwalde spazieren wir durch das Schloss des unglücklichen skandinavischen Königs Erik XIII. und schauen in die Marienkirche mit dessen Grabstein und einer wunderschönen geschnitzten Holzkanzel. An der Kirchenmauer sind alte deutsche Grabtafeln und -Kreuze zu sehen, ein Ort der Erinnerung.

0908-14

Die Rügenwalder Teewurst kennen wir aus der Fernsehreklame, Firmensitz ist nun in 26160 Bad Zwischenahn in Ostfriesland. Einst stand die Metzgerei in Rügenwalde. Das Firmenlogo ist ein Windmühle mit zwei Würsten als Mühlenflügeln.

0908-12

Die ehemalige Hansestadt Stolp ist eine Plattenbaustadt mit einigen alten rekonstruierten Bauten in der Altstadt. Im neugotischen Rathaus regiert seit 2014 ein schwuler Bürgermeister von einer linksliberalen Partei. Er ist sehr beliebt – und das im erzkonservativen Polen.

0909-1

Mit einem Elektrogefährt fahren wir zu den Wanderdünen im Slowinski-Nationalpark bei Leba und laufen durch den Sand zum Meer. Die riesige Düne, die in der Sahara sein könnte, wandert ungehindert pro Jahr 10 Meter ostwärts.

0909-11

Es hat 30 Grad im Schatten, aber die Wassertemperatur der Ostsee liegt bei 15 Grad.

0909-14

In der Ortschaft Hoff stürzen an der Steilküste immer wieder Gebäude ins Meer, so auch die Kirche, eine Mauer erinnert noch an das ehemalige Gotteshaus.

0910-5

Im Städtchen Wollin auf der gleichnamigen Insel, einst die Perle der Ostsee, wurde 1627 erstmals ein Schiffer Stöwhase in der Nikolaikirche erwähnt, ein Ur-Ur-Ahne von mir.

0910-15

Der Strand von Mistroy auf Wollin ist auch Anfang September noch außergewöhnlich gut besucht.

0910-17

Bitte seht es mir nach, aber der Einfachheit halber habe ich die ehemaligen deutschen Ortsbezeichnungen gewählt.

Ruhige Tage in Sachsen

0622 (4)

 

Wir hatten Glück, dass wir die Sonnentage der vergangenen Woche nutzen konnten, um wieder einmal mit der Bahn in das pittoreske Zschopautal zu reisen.

Beim Umsteigen in Leipzig waren wir erst einmal um eine Erfahrung reicher, im Zug gab es ein eigenes Frauenabteil. So etwas kennen wir eigentlich nur von den Staaten auf der arabischen Halbinsel. Ist die Islamisierung in den neuen Bundesländern schon so weit fortgeschritten, fragten wir uns? Und im Bahnhof in Chemnitz wurden wir beim Anblick dieser Dampflok gleich wieder ins vergangene Jahrhundert zurückversetzt. Waren wir etwa auf einer Zeitreise?

0621 (2)

Rund um das Schloss Lichtenwalde genossen wir Ruhe, gutes Essen und die Begegnung mit freundlichen Menschen, die alles andere als „besorgte Bürger“ waren.

0624 (2)

Und in Leipzig wurde uns klar, dass der Widerstand gegen Rechts nicht verblasst. Das macht uns froh. Auch wenn die Nachricht vom Brexit, von welchem erfahren haben, als wir wieder in München waren, alles andere, als eine gute Nachricht für uns überzeugte Europäer war.

0624 (3)

Und in Leipzig wurde uns klar, dass der Widerstand gegen Rechts nicht verblasst. Das macht uns froh. Auch wenn die Nachricht vom Brexit, von welchem erfahren haben, als wir wieder in München waren, alles andere, als eine gute Nachricht für uns überzeugte Europäer war.

Hier noch ein Link zu unserer Reise nach Sachsen im vergangenen Jahr:

https://laendersammler.com/2015/07/27/sachsen-abseits-der-touristenpfade/

Fotos © Wolfgang Stoephasius

Bleibt neugierig!

Wiener Melange – abseits von Ring und Kärtner Straße

Ein kleiner Streifzug durch das groteske Wien.

Jeden Tag um 12 Uhr flanieren an der Ankeruhr am Hohen Markt bedeutende Persönlichkeiten aus der Wiener Geschichte vor den Zuschauern.

Ankeruhr  © Wolfgang Stoephasius

Ankeruhr © Wolfgang Stoephasius

Das Hundertwasserhaus ist nicht nur ein Hingucker, sondern auch einer der 220000 sozial geförderten Gemeindebauten.

Hundertwasserhaus © Wolfgang Stoephasius

Hundertwasserhaus © Wolfgang Stoephasius

Am 22. Mai ist die Stichwahl zum Bundespräsidenten.

Hofer-Wahlplakat © Wolfgang Stoephasius

Hofer-Wahlplakat © Wolfgang Stoephasius

Bedient bei dieser Tankstelle der Herr Ober?

Tankstelle © Wolfgang Stoephasius

Tankstelle © Wolfgang Stoephasius

In Wien gibt es sogar ein Misttelefon.

Mülleimer © Wolfgang Stoephasius

Mülleimer © Wolfgang Stoephasius

Liebeserklärung an Wien durch einen Käfer.

VW-Käfer © Wolfgang Stoephasius

VW-Käfer © Wolfgang Stoephasius

Den weltweit besten Tafelspitz gibt es beim Plachutta an der Wollzeile.

Kupferpfanne mit Tafelspitz © Wolfgang Stoephasius

Kupferpfanne mit Tafelspitz © Wolfgang Stoephasius

Am Samstag ist Flohmarkt unterhalb des Naschmarktes.

Flohmarkt an der U-Bahn-Station „Kettenbrückengasse“

Flohmarkt an der U-Bahn-Station „Kettenbrückengasse“

Kauf von Nachlässen – nicht in Wien.

Verlassenschaften © Wolfgang Stoephasius

Verlassenschaften © Wolfgang Stoephasius

In Wien feiern sich am Tag der Arbeit auch die sogenannten Arbeitgeber.

Kronenzeitung © Wolfgang Stoephasius

Kronenzeitung © Wolfgang Stoephasius

Gleich hinter dem Wurschtelprater liegt der Campus der hochmodernen Wirtschaftsuniversität.

Wirtschafts-Uni  © Wolfgang Stoephasius

Wirtschafts-Uni © Wolfgang Stoephasius

Etwas für Liebhaber großer Fleischportionen: Die Schweinsstelze im Schweizer Haus am Prater.

Schweinshaxe  © Wolfgang Stoephasius

Schweinshaxe © Wolfgang Stoephasius

Dazu gibt es das gute tschechische Budweiser mit sensationellem Schaum.

Budweiser © Wolfgang Stoephasius

Budweiser © Wolfgang Stoephasius

Schaut man vom Riesenrad aus hinüber über die Donau zeigt sich das moderne Wien.

UNO-City © Wolfgang Stoephasius

UNO-City © Wolfgang Stoephasius

Der Volkgarten steht allen Besuchern offen.

Mutter und Kind im Volkgarten © Wolfgang Stoephasius

Mutter und Kinder im Volkgarten © Wolfgang Stoephasius

Was Berlin der Prenzlauer Berg, das Wien der Spittelberg.

0502 (23)

Spittelberg © Wolfgang Stoephasius

0502 (25)

Spittelberg © Wolfgang Stoephasius

0502 (26)

Spittelberg © Wolfgang Stoephasius

0502 (29)

Spittelberg © Wolfgang Stoephasius

Wiener und Wienerin haben ein ganz besonderes Verhältnis zum Tod.

Reklame eines Beerdigungsinstituts © Wolfgang Stoephasius

Reklame eines Beerdigungsinstituts © Wolfgang Stoephasius

Hollywood – nein Wien – Sterne vor dem Theater an der Wien.

Jaques Offenbach © Wolfgang Stoephasius

Jaques Offenbach © Wolfgang Stoephasius

Manche Lokale sagen den „Wischern“ den Kampf an, wie hier am Naschmarkt.

Reklametafel bei einer Gastwirtschaft © Wolfgang Stoephasius

Reklametafel bei einer Gastwirtschaft © Wolfgang Stoephasius

Im Austria Center ist kann sich die Avantgarde der modernen Bildhauerei präsentieren.

Skulptur im Austria Center © Wolfgang Stoephasius

Skulptur im Austria Center © Wolfgang Stoephasius

Bleibt neugierig!

 

Treffen mit Gleichgesinnten

Wien  29. April: Am oberen Eingang zum Belvedere standen sie, die beiden Nepalesen Lok Bandhu Karki und Janardan Khanal. Einige Touristen ließen sich mit ihnen ablichten. Ich wartete bis der Rummel vorbei war und dann hatten wir Weltenbummler Zeit, uns in Ruhe zu unterhalten. Seit 2004 sind die beiden Radler „für Weltfrieden und universelle Völkerverständigung“ unterwegs und haben mittlerweile 118 Länder mit ihren Rädern bereist. Lautes Hallo kam auf, als ich ihnen erzählte, dass ich aus München bin, da waren sie zwei Wochen vorher und es hat ihnen – wie könnte es auch anders sein – sehr gut in meiner Heimatstadt gefallen.

Lok (rechts) und  Janardan © Wolfgang Stoephasius

Lok (rechts) und Janardan © Wolfgang Stoephasius

Das Rad von Janardan © Wolfgang Stoephasius

Das Rad von Janardan © Wolfgang Stoephasius

Artikel in der TZ München © Wolfgang Stoephasius

Artikel in der TZ München © Wolfgang Stoephasius

Die Philosophie der beiden © Wolfgang Stoephasius

Die Philosophie der beiden © Wolfgang Stoephasius

Drei Weltenbummler © Wolfgang Stoephasius

Drei Weltenbummler © Wolfgang Stoephasius

Bis zum nächsten Mal. Bleibt neugierig!

Die Feiern zum Ersten Mai im „Roten Wien“

Wiener Rathaus © Wolfgang Stoephasius

Wiener Rathaus © Wolfgang Stoephasius

Wir waren mit dem Reisedienst der SPD in Wien und wollten erleben, wie die SPÖ nach dem Erdrutschergebnis der FPÖ bei der ersten Runde zur Wahl des Bundespräsidenten die Feierlichkeiten begeht. Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl hatte am Vorabend in den prunkvollen Festsaal geladen. Bei Wein und Würsteln hörten wir uns seine Ausführungen an. Großes Wundenlecken war angesagt, aber auch so etwas wie zaghafte Aufbruchstimmung.

Im Festsaal des Rathauses © Wolfgang Stoephasius

Im Festsaal des Rathauses © Wolfgang Stoephasius

Als wir das Rathaus verließen, leuchtete  es ganz in Rot. Ganz so rot ist es allerdings nicht mehr, regiert doch wie vor einigen Jahren in München eine Rot/Grüne Koalition. In München ist es nun Rot/Schwarz!

Das rote Rathaus © Wolfgang Stoephasius

Das rote Rathaus © Wolfgang Stoephasius

Die Jungsozialisten hatten den diesjährigen Fackelzug unter das Motto „Menschen statt Profite“ gestellt.

Motto der Jusos © Wolfgang Stoephasius

Motto der Jusos © Wolfgang Stoephasius

Einige Tausend marschierten im Schein der Fackeln von der Oper zum Rathausplatz.

Fackelzug © Wolfgang Stoephasius

Fackelzug © Wolfgang Stoephasius

Fackelzug © Wolfgang Stoephasius

Fackelzug © Wolfgang Stoephasius

Am 1. Mai marschieren die Teilnehmer der Kundgebung aus allen Stadtteilen sternförmig zum Rathaus. Wir hatten uns der Gruppe im Arbeiterviertel Hernals angeschlossen. Der Zug wurde von einer Musikkapelle angeführt.

Beeindruckende 80 000 Menschen trafen schließlich vor dem Rathaus ein. Es ist immer noch die größte zentrale Maikundgebung in Europa und die wird nicht von den Gewerkschaften, sondern von den Sozialdemokraten organisiert. Markenzeichen der Wiener SPÖ ist, dass sie sich schon in den Zeiten nach dem Ersten Weltkrieg der einfachen Menschen annahm und seit damals Sozialwohnungen baut und klassische sozialdemokratische Politik betreibt. 220 000 sogenannte Gemeindewohnungen gibt es in Wien. So ist es kein Wunder, dass im österreichischen Bundestag neben der SPÖ keine linken Parteien vertreten sind, wie bei uns „Die Linke“, die erst durch die Agenda 2010 der Schröder-Regierung eine wesentliche Rolle spielt. Einen Rechtsruck konnte allerdings auch die SPÖ nicht verhindern.

Das Wiener Rathaus am 1. Mai © Wolfgang Stoephasius

Das Wiener Rathaus am 1. Mai © Wolfgang Stoephasius

Bürgermeister Michael Häupl begrüßte die einzelnen Delegationen.

Bürgermeister Michael Häupl begrüßte die einzelnen Delegationen.

Bürgermeister Michael Häupl © Wolfgang Stoephasius

Die SPÖ ist wegen der Flüchtlingspolitik stark gespalten, das macht sich bei den Demonstranten bemerkbar.

Pro-Faymann-Demonstranten © Wolfgang Stoephasius

Pro-Faymann-Demonstranten © Wolfgang Stoephasius

Anti-Faymann-Transparent © Wolfgang Stoephasius

Anti-Faymann-Transparent © Wolfgang Stoephasius

Maskenträger gegen Faymann © Wolfgang Stoephasius

Maskenträger gegen Faymann © Wolfgang Stoephasius

Beeindruckende 80 000 Menschen standen vor dem Rathaus. Als der SPÖ-Vorsitzende und Bundeskanzler mit seiner Rede begann, wurden Rücktrittsplakate hochgehalten und Buh-Rufe erklangen. Augenscheinlich sind viele SPÖ-Anhänger nicht mit der Kertwende in der Flüchtlingspolitik einverstanden.

Bundeskanzler Werner Faymann © Wolfgang Stoephasius

Bundeskanzler Werner Faymann © Wolfgang Stoephasius

Rücktrittsforderungen © Wolfgang Stoephasius

Rücktrittsforderungen © Wolfgang Stoephasius

Rücktrittsforderungen © Wolfgang Stoephasius

Rücktrittsforderungen © Wolfgang Stoephasius

Trotz gegenseitiger Auffassungen endete die Veranstaltung friedlich mit dem gemeinsamen Gesang der „Internationale“.

 

 

Bis zum nächsten Mal. Bleibt neugierig!

 

Die Italienische Reise – Teil IX: Von Lipari über Catania zurück nach München

Am Abend vor unserer Abreise von Lipari nehmen wir unser Abendessen auf der Terrasse vom “Sfiziusa“, unserem Lieblingslokal, ein. Am Nachbartisch sitzt ein junges Paar auf Hochzeitsreise aus Landshut. Wir unterhalten uns bei scharfen Spagetti (Vulcano),  Miesmuscheln und frittierten Meeresfrüchten ausgezeichnet. Die beiden deuten auf den Nachbartisch und meinen,  auch sie hätten Probleme mit Leuten, die nur noch vor ihren Tablets und Smartphones  sitzen. Das Personal verabschiedet uns wie alte Freunde.

Am nächsten Morgen frühstücken wir zum letzten Mal bei unserer Gastgerberin Diana auf der Terrasse. Dann kommt der schlagende Beweis für das Gespräch von gestern Abend hereinspaziert. Ein Englisch sprechendes Pärchen um die Dreißig setzt sich grußlos an den Nachbartisch. Kaum haben die beiden Platz genommen, hat schon jeder sein Smartphone in der Hand und wortlos beginnt der Tag. Als Diana nach den Getränken fragt, wollen sie Soya-Milch – und das in Italien. Sie müssen sich mit warmem Wasser zufrieden geben. Nach diesem kurzem Wortwechsel sind Augen und Hände schon wieder bei den Handys. Als wir uns mit „Bon Giorno“ verabschieden, werden wir keines Blickes gewürdigt. Schließlich laufen wir hinunter zum Hafen, das Tragflügelboot hat eine halbe Stunde Verspätung. Dann geht es aber flott. Wir halten kurz in Vulcano, man riecht den Schwefel. Die Fahrtzeit nach Milazzo auf Sizilien beträgt gerade mal eine gute Stunde. Von dort geht es mit dem Linienbus in knapp zwei Stunden zum Flughafen von Catania und mit dem Stadtbus, den wir noch einmal wechseln müssen, zum vorgebuchten Hotel.

Die Straßen von Catania © Wolfgang Stoephasius

Die Straßen von Catania © Wolfgang Stoephasius

Auf Empfehlung der freundlichen Dame von der Rezeption essen wir vorzüglich in einem nahegelegenen Lokal. Anschließend genehmigen wir uns einige riesigen Gläser „Sambucco“ in einer Bar gegenüber. Die Armverletzung vom jungen Besitzer stammt von einer Messerstecherei, erzählt er uns. Wir unterhalten uns lange mit ihm und dem einzigen Gast außer uns, einem Tunesier, der gut Englisch spricht und ein Loblied auf Deutschland singt. Der Preis ist überaus fair, hier knöpft man Touris keine zusätzlichen Euro ab.

Am nächsten Morgen schlendern wir durch den gepflegten Park „Villa Bellini“.

Park „Villa Bellini“ © Wolfgang Stoephasius

Park „Villa Bellini“ © Wolfgang Stoephasius

Die Villa Bellini © Wolfgang Stoephasius

Die Villa Bellini © Wolfgang Stoephasius

Strelizien im Park © Wolfgang Stoephasius

Strelizien im Park © Wolfgang Stoephasius

Der Markt mit seinem reichhaltigen und preiswerten Angebot an Meeresfrüchten, Obst, Gemüse, Fleisch und Wurstwaren ist eine Herausforderung für alle Sinne. Wir decken uns für das Mittagessen ein. Auf dem Rückweg kaufen wir in einem Kramerladen noch eine Flasche Wasser. Die alte Dame ist ein ausgesprochener Münchenfan und spricht einige Worte Deutsch. Sie war als fünfzehnjährige in München. Sie umarmt uns Wasserkäufer beim Verabschieden. Nach Brotzeit auf dem Balkon und langer Siesta machen wir uns auf den Weg und schlendern die „Plebiscito“ mit den maroden Häusern, den Tante-Emma-Läden und dem typischen sizilianischen Leben hinunter.

Straßenszenen in der Plebiscito © Wolfgang Stoephasius

Straßenszenen in der Plebiscito © Wolfgang Stoephasius

Straßenszenen in der Plebiscito © Wolfgang Stoephasius

Straßenszenen in der Plebiscito © Wolfgang Stoephasius

Straßenszenen in der Plebiscito © Wolfgang Stoephasius

Straßenszenen in der Plebiscito © Wolfgang Stoephasius

Straßenszenen in der Plebiscito © Wolfgang Stoephasius

Straßenszenen in der Plebiscito © Wolfgang Stoephasius

In der Nähe unseres Hotels gibt es an der Straße zahlreiche Grilllokale, hier probieren wir gegrilltes Pferdesteak, das schmeckt so etwas von gut.

Der letzte Tag unserer Italienreise ist angebrochen. Wir nehmen ein Taxi zum Flughafen und sind nach knapp zweistündigen Flug mit dem Airbus 320 wieder in München.

Bis zum nächsten Mal. Bleibt neugierig!