Titanwurz

Pfingsten war es wieder einmal so weit, eine der beiden Riesenpflanzen im Münchner Botanischen Garten begann sich zu öffnen. Die Botaniker hatten sich schon große Sorgen gemacht, da die Pflanze einige Tage zuvor mutwillig beschädigt worden war. Am Dienstag war ich da und konnte den „unförmigen Riesenpenis“, so die wörtliche Übersetzung von Amorphophallus titanum, in seiner ganzen Pracht bewundern. Die Pflanze ist auf Sumatra beheimatet und lockt durch ihren Aasgeruch Käfer an, welche für die Bestäubung sorgen. Inzwischen ist die ganze Pracht wieder in sich zusammengefallen und es kann bis zu sieben Jahre dauern, bis sich der Blütenstand wieder entwickelt.

Im Gegensatz zur Titanwurz ist die Rafflesia, ebenfalls aus Sumatra stammend, ein Blütenblatt, wiederum ein Riese und entwickelt eine Größe von bis zu einem Meter Durchmesser. Sie benötigt für ihre Entwicklung etwa ein Jahr und zeigt ihre Pracht, die ebenfalls von Aasgeruch begleitet wird, nur für wenige Tage. Als ich 1979 in Buttikingi auf Sumatra war hatte ich mich von einem Führer zu einem solchen Blütenblatt führen lassen, es war aber bereits am Verfaulen.

Ich habe die Gelegenheit meines Besuches an diesem verregneten Dienstag genutzt um in den Gewächshäusern noch einige Fotos zu machen. Hier ist das Ergebnis.

Landshuter Hochzeit

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Kurz vor Jahresende waren wir zur Hochzeit eines befreundeten Paares eingeladen…

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Es war nicht die Landshuter Fürstenhochzeit, nein, es war eine wunderschöne Multikulti-Hochzeit mit einem schönen Bräutigam und einer bildhübschen Braut….

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Stefan kommt aus Niederbayern, Hind aus Marokko….

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Beim Standesamt „Westlich“….

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Bei der Feier maghrebinisch….

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begleitet von der Familie aus Marrakesch…

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Aber auch die Bayern durften nicht fehlen….

Viel Glück!

München: Leben und leben lassen

muenchenvegan

Als wir heute den vielleicht letzten halbwegs warmen Tag in diesem Jahr nutzten und auf dem Weg zum Viktualienmarkt den Marienplatz querten, überraschten uns Transparente  von schrecklich malträtierten Tieren: Eine Demo unter dem Motto Weihnachten Vegan 2016.

Interessiert bummelten wir herum und fanden einen fleißig umlagerten Bratwurststand, wohl das Gegenteil von „Vegan“.

„Habt ihr die Genehmigung vom Veranstalter, weil das Produkt passt ja nicht zum Thema“, fragte ich den freundlichen dunkelhaarigen Verkäufer.

„Ja“, antwortete er kurz.

„Sind eure Würstel vom Schwein?“

„Ja“

„Sind eure Würstel vom Rind?“

„Ja“

„Oder sind eure Würstel aus Tofu?“

„Ja“

Meine bessere Hälfte tippte mich an und meinte: “ Du kannst den guten Menschen fragen was du willst, er wird immer mit Ja antworten, der kann nämlich so gut wie überhaupt kein Deutsch“ und erinnerte mich an den wunderbaren Film „Broken Silence“ aus dem Jahr 1995. In der Geschichte geht es um die abenteuerliche Reise eines Kartäusermönches mit einer amerikanischen Aussteigerin durch Indien.

Hier ist der Trailer:

Der Kartäuser Fried Adelphi und seine Begleiterin Ashaela lassen sich vom Taxi durch die staubtrockene Wüste  fahren und Fried will immer wieder vom Taxi-Wallah wissen, ob sie auf dem richtigen Weg sind, permanent bekommt er die Antwort „Yes, Sir“ begleitet vom uns unverständlichen Kopfschütteln, welches Ja bedeutet. Ashaela ist misstrauisch und sagt fragend zum Taxler: „Terrible this Rain?“ (ein fürchterlicher Regen). „Yes, Madam“ bekommt sie zur Antwort.

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Kamele und ein Ehrenmord in Oberbayern

Fenster in Großhelfendorf © Wolfgang Stoephasius

Fenster in Großhelfendorf © Wolfgang Stoephasius

Eine kleine Wanderung von Kreuzstraße nach Aying

Am letzten Sonntag sind wir mit der S-Bahn nach Kreuzstraße gefahren und sind an diesem wunderschönen Tag unter blauem Himmel und einer leichten Brise in Richtung Aying gewandert. Als wir zur Mangfall hinabstiegen kam uns eine Kamelkarawane entgegen. Wir dachten wir seien im falschen Film – und nach Kasachstan katapultiert worden. Tatsächlich werden in Grub seit 27 Jahren Ausflüge mit Kamelen organisiert.

Karawane © Wolfgang Stoephasius

Karawane © Wolfgang Stoephasius

Wieder auf der Höhe passierten wir Großhelfendorf.

Taubenschlag © Wolfgang Stoephasius

Taubenschlag © Wolfgang Stoephasius

Bald erreichen wir Kleinhelfendorf. Drastisch ist dort in der Marterkapelle dargestellt, wie dem Wanderbischof Emmeran im Jahre 652 vom Sohn des Herzogs Theodo und seinen Mordgesellen alle Glieder abgeschlagen wurden, um die „Ehre“ seiner Schwester Ota wieder herzustellen, Blutrache auf Bairisch.

Die Mordgesellen © Wolfgang Stoephasius

Die Mordgesellen © Wolfgang Stoephasius

Der Torso des  armen Hl. Emmeran wurde von frommen Menschen auf einen Ochsenkarren verladen, um ihn nach Aschheim zu bringen. Auf dem Fuhrwerk hauchte er die letzten Funken seines frommen Lebens aus.

Ochsenkarren mit dem  Hl. Emmeran  © Wolfgang Stoephasius

Ochsenkarren mit dem Hl. Emmeran © Wolfgang Stoephasius

Über freies Feld marschierten wir weiter in Richtung Heimatshofen.

Wiesen hinter Heimatshofen © Wolfgang Stoephasius

Wiesen hinter Heimatshofen © Wolfgang Stoephasius

Die Apfelbäume zeigten die ersten Blüten.

Apfelblüten © Wolfgang Stoephasius

Apfelblüten © Wolfgang Stoephasius

Wir kamen vor Aying auf die „Passhöhe“, stiegen hinab ins Dorf und labten uns im Biergarten an einer frischen Maß Maibock.

Vor Aying © Wolfgang Stoephasius

Vor Aying © Wolfgang Stoephasius

Bleibt neugierig!

Welterbestadt Regensburg

Regensburg ist zurzeit eine der angesagtesten Städte Deutschlands. Seit Regensburg  mit seinem mittelalterlichen Stadtbild im Jahre 2006 zum „UNESCO-Weltkulturerbe“ gekürt wurde, ist es in das Blickfeld des internationalen Tourismus gerückt. Die Besucher drängeln sich in den engen Gassen der Altstadt, die Lokale sind bestens besucht und die Preise haben in den letzten Jahren teilweise erheblich angezogen.

Hier einige Impressionen von unserem gestrigen Besuch in der 140 000-Einwohnerstadt, allerdings ohne Bilder der Steinernen Brücke, diese wird zur Zeit renoviert:

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Das Schild weist nicht in den Orient sondern in die Altstadt von Regensburg © Wolfgang Stoephasius

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Im Fürst-Anselm-Park © Wolfgang Stoephasius

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Der Bischofshof © Wolfgang Stoephasius

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Hier gibt es die besten Bratwürste der Stadt © Wolfgang Stoephasius

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Blick auf Altstadt mit Rathaus © Wolfgang Stoephasius

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Der ehrwürdige Dom © Wolfgang Stoephasius

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Köstlich: Pralinen im Cafe Prinzess © Wolfgang Stoephasius

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Die Brauereiwirtschaft Kneitinger © Wolfgang Stoephasius

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Empfehlenswert: der Bock vom Kneitinger (16 % Stammwürze) © Wolfgang Stoephasius

Die Queen in Deutschland

Wieder einmal ist Königin Elizabeth II. in Deutschland, das erste Mal kam sie vor 50 Jahren in die damalige Bundesrepublik.

Beim Besuch der britischen Königin kommen bei mir ganz persönliche Erinnerungen von ihrer ersten Deutschlandreise vor 50 Jahren auf. Damals war ich junger Polizeihauptwachtmeister und Gruppenführer bei der Bereitschaftspolizei. Mit meinen Männern stand ich vor der Oper und wir hatten nicht nur alle Hände voll zu tun, sondern mussten auch die Schultern massiv einsetzen, um die Schaulustigen, die in einer Art Monarchierausch versuchten mit der Queen auf Tuchfühlung zu kommen, davon abzuhalten, dass sie das hohe Paar an die Säulen drückten.

Das Nationaltheater war bei einem Bombenangriff am 3. Oktober 1943 zerstört worden. 20 Jahre später, also zwei Jahre vor dem Besuch von Königin Elizabeth, wurde das Münchner Opernhaus wieder eröffnet. Zu ihren Ehren wurde „Der Rosenkavalier“ Richard Strauss gegeben.

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Nordlandreise, Teil 4: Grönland

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Der Flug von Island nach Südgrönland in die Stadt Narsarsuaq dauerte zwei Stunden. Der Blick auf die Berge und Teile der Gletscherwelt war umwerfend.

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Mit dem Flieger ging es weiter in die Landeshauptstadt Nuuk.  Die Gegend ist mittlerweile fast völlig eisfrei, die Erderwärmung macht sich gerade auf Grönland besonders bemerkbar.

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Der Höhepunkt einer Grönlandreise ist der Besuch von  Ilulissat, dem ehemaligen Jakobshavn und Umgebung.

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Der Flieger brachte mich schließlich noch in das  westgrönländischen Kangerlussuaq mit relativ viel Vegetation.

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Von dort trat ich nach spannenden Wochen im Norden über Kopenhagen die Heimreise an.

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