Allerseelen

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Bereits im vierten Jahrhundert gab es so viele Heilige, dass daran gedacht wurde, einen gemeinsamen Feiertag für alle Heiligen zu installieren. Seit dem Jahre 835 wird dieses Fest am  1. November gefeiert.

Am Allerseelentag wird der Armen Seelen im Fegefeuer gedacht, der eigentliche Totengedenktag. In den Ländern, in denen Allerheiligen ein gesetzlicher Feiertag ist, also auch in Bayern, hat es sich eingebürgert, bereits am Nachmittag des 1. November die Gräbersegnung vorzunehmen und gleichzeitig der verstorbenen Angehörigen zu gedenken.

Krasser könnte der Wetterunterschied nicht sein. Am gestrigen Allerheiligentag zeigte sich ein strahlendblauer Himmel über den Münchner Friedhöfen. Am heutigen Allerseelentag war es grau und es regnete ununterbrochen, Gelegenheit zum Nachdenken über Sinn von Religion, Angst vor dem Sterben oder Angst vor dem Tod? Ich musste an die Sterbestunde meiner Mutter denken, die Sylvesternacht von 2000 auf 2001. Mit 96 Jahren hauchte sie in meinen Armen ihr Leben aus, ein Leben voller Höhen und Tiefen, ein Leben durchdrungen voller Liebe und Zuversicht. In ihren Augen war es ein Abschied für immer. Im Moment des Todes erstrahlten ihre Augen, Augen einer jungen Frau blickten mich an, bevor sie brachen. Sie war nie aus der katholischen Kirche ausgetreten, obwohl sie mir in ihren letzten Lebensjahren in langen Gesprächen versichert hatte, dass sie nicht wisse, ob sie an Gott glauben solle, ein Leben nach dem Tode könne sie sich nicht vorstellen.

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4 Gedanken zu „Allerseelen

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