Die Italienische Reise – Teil V: Von Rom über Neapel nach Sorrento

Begegnung mit Taschendieben

Wir marschieren  frühmorgens in Rom zum Bahnhof, der ja ganz in der Nähe von unserer Unterkunft liegt. Der  IC ist pünktlich und voll. Zum Glück haben wir reservierte Plätze, die  übrigens bei der online-Ticket-Bestellung im Preis inbegriffen waren. In gut zwei Stunden sind wir am Hauptbahnhof von Neapel, müssen einige hundert Meter durch ein Tunnel zum „Circumvesuviana“, dem Bahnhof für den „Vesuv-Zug“, einen Vorortzug laufen und dort eine Weile warten. Beim einfahrenden Zug handelt es sich um  eine Ansammlung rappelnder Uraltwaggons. Als wir mit unseren Rucksäcken  einsteigen, macht sich ein gut gekleideter Herr in den Fünfzigern vor der Tür vom Gang zum Abteil mit den Sitzplätzen breit. Eigentlich müssten bei mir die Alarmglocken läuten, tun sie aber nicht, sondern Renate und ich drängeln uns an ihm vorbei und setzen uns auf die einzigen beiden freien Sitzplätze. Der Zug rumpelt dahin und als er nach einer Weile bei einer Station hält, sehe ich einen Mann in abgerissener Kleidung, der mir am Bahnsteig in Neapel schon aufgefallen ist, im Gang stehen und er hält ein Ledertäschchen in Händen, schaut es prüfend an. Dieses Etui sieht aus wie ein länglicher Geldbeutel und gehört mir, es ist aber kein Geld drin, sondern nur eine billige Sonnenbrille. Der Gutgekleidete hat das Täschchen ganz  offensichtlich bei der provozierten Drängelei aus meiner mit Klettverschluss geschlossenen Außentasche der Hose gezogen und seinem Komplizen zugespielt. Das Duo hat  ganz  augenscheinlich deshalb so ein unterschiedliches Outfit, damit man keinen Zusammenhang zwischen den beiden herstellt. Ich stehe von meinem Platz auf, gehe auf den Typen zu und nehme das Täschchen aus seiner Hand. Er protestiert heftig, so quasi, was ich von ihm wolle und trollt sich bei der nächsten Station aus dem Zug, der „Gentleman“ hat sich schon davon gemacht.

Der Zug hält sozusagen bei jeder Milchkanne und wir brauchen eineinhalb Stunden bis Sorrento. Von dort geht es mit dem Linienbus zum Hotel Il Nido, welches erhaben hoch über dem Meer liegt. Wir haben ein helles Zimmer mit Balkon und herrlichem  Blick auf die Bucht von Sorrento.

Blick auf den Vesuv und den Golf von Sorrento © Wolfgang Stoephasius

Blick auf den Vesuv und den Golf von Sorrento © Wolfgang Stoephasius

Nachdem wir es uns bequem gemacht haben, geht es mit dem Hotel-Shuttle in die Stadt. Kurze Orientierung, und es gibt Pasta in einem angesagten Terrassenlokal mit uniformierten Kellnern. Der Preis ist für das Ambiente in Ordnung. Wir laufen steil hinunter zum Hafen und genießen die Seebriese.

Der Hafen von Sorrento © Wolfgang Stoephasius

Der Hafen von Sorrento © Wolfgang Stoephasius

Die Klippen hinauf fahren wir mit dem Aufzug. Im Kreuzgang des Franziskanerklosters findet eine Hochzeit statt und eine Harfenspielerin begleitet die Feierlichkeiten.

Franziskanerkloster in Sorrento © Wolfgang Stoephasius

Franziskanerkloster in Sorrento © Wolfgang Stoephasius

Für das Abendessen kaufen wir Wein, Brot, Käse und Schinken in einem Supermarkt. Mit dem Shuttle geht es zurück ins Hotel. Der billige Chianti korkt leicht, deswegen war er wohl im Sonderangebot. Trotzdem genießen  wir unser Dinner an dem lauen Sommerabend hoch über der Bucht.

Bis zum nächsten Mal. Bleibt neugierig!

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