Die Italienische Reise – Teil II: Padua, Stadt des Heiligen Antonius

In der Touristeninformation müssen wir die Antwort auf unsere Fragen der mürrischen Tante förmlich aus der Nase ziehen. Aber das Positive an der Antwort ist, dass wir die „Capella degli Scrovegni“ (Ahnenkapelle) ohne Voranmeldung besuchen können. Dort wird erst eine informative Videoshow mit Untertiteln in Deutsch gezeigt. Im Innenraum mit den wunderschönen Fresken Giottos dürfen wir exakt eine viertel Stunde bleiben. Giotto war seiner Zeit um vieles voraus, hat er doch während  der Spätgotik schon nahezu die Renaissance vorweggenommen. Die üppig ausgemalte Kapelle mit Motiven aus dem Leben von Maria und Jesus und einem monumentalen „Jüngsten Gericht“ war die Votivgabe eines Wucherers, der hoffte, sich und seinem Vater den Weg ins Paradies zu erkaufen.

Capella degli Scrovegni © Wolfgang Stoephasius

Capella degli Scrovegni © Wolfgang Stoephasius

Wir blicken in die Eremitenkirche mit einer eindrucksvollen Holzdecke und beschließen den Rundgang im gegenüberliegenden „Palazzo Zuckermann“. Dort gibt es viel Schmuck und wertvolles Geschirr zu betrachten. Es handelt sich um eine typische Bürgerresidenz aus dem ausgehenden 19. Jh. Im McDonald essen wir Salat, eigentlich nur deshalb, um dort mit meinem Netbook ins Internet gehen zu können. Sonst ist der Mac nicht das Ziel unserer Wünsche. Pustekuchen: Von mir wird eine italienische persönliche Handy-Nummer verlangt. Wir spazieren durch die engen Gassen der Altstadt zum Botanischen Garten, angeblich der älteste Europas und  ein ruhiges schattiges Plätzchen, hier können wir wunderbar Schutz vor der glühenden Hitze suchen, genau das Richtige für unsere Siesta.

Der botanische Garten von Padua © Wolfgang Stoephasius

Der botanische Garten von Padua © Wolfgang Stoephasius

Wir schleichen unter einer gnadenlosen Sonne über den riesigen ovalen „Prato della Valle“ und landen schließlich in der Basilika des Hl. Antonius.

Der Antonius-Dom zu Padua © Wolfgang Stoephasius

Der Antonius-Dom zu Padua © Wolfgang Stoephasius

Es findet ein Gottesdienst mit einem wunderschönen Frauenchor statt. Viele Fotos und Bittschriften sind am Grab des Heiligen angebracht. Die Grabeskiche lockt enorme Scharen von Pilgern an. Sie beten hier und hoffen, dass ihnen geholfen wird, verlorene wichtige Gegenstände wieder zu bekommen oder Kontakt zu verschollene Menschen herzustellen. Unter den Pilgern sind erstaunlich viele Inder. Vor dem Grab des Heiligen bildet sich eine lange Schlange von Menschen, die geduldig darauf warten, die Grabplatte zu berühren oder sie sogar inbrünstig zu küssen.

Grab des Heiligen Antonius © Wolfgang Stoephasius

Grab des Heiligen Antonius © Wolfgang Stoephasius

Auf der schönen „Piazza die Signori“ werden die Tische aufgestellt. Im westlichen Teil gibt es schon Schatten und wir lassen uns auf einen Aperol-Spritz nieder. Gegen 19:30 Uhr ist es für italienische Verhältnisse noch zeitig für das Abendessen. Wir finden aber eine Pizzeria, wo wir mit anderen Touris im Freien sitzen können. Wir teilen uns Pizza und Salat, schlendern anschließend noch ein wenig durch die Gassen und Plätze der Altstadt und beschließen den Tag mit einem Campari Soda auf der „Piazza delle Erbe“.

Bis zum nächsten Mal. Bleibt neugierig!

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