Nauru: „Meine” UN-Staaten – zum 192sten

NauruFahne

Vom australischen Brisbane geht es mit dem Flieger mit Zwischenstopp in Honiara (Salomon-Inseln) nach Nauru. Wir schreiben das Jahr 2009 und es ist für mich der vierte Versuch. Der winzige Inselstaat hat nämlich in den letzten zehn Jahren mit enormen Problemen zu kämpfen, daraus resultiert, dass die Insel wegen finanziellen Engpässen der staatseigenen Airline kaum noch zu erreichen, ja fast ein Jahr total von der Umwelt abgeschottet war. Nauru war vor dem 1. Weltkrieg deutsche Kolonie. Es gibt zwar keine Grabsteine, Gebäude oder ähnliches, aber einige deutsche Wörter wie Gott, Engel, Schaf und die Wochentage Montag bis Freitag haben Eingang in die Sprache der Einheimischen  gefunden. Durch die Erschließung riesiger Phosphat-Vorkommen wurde der Inselstaat nach seiner Souveränität in den siebziger Jahren zum reichsten Staat der Welt, was das pro Kopf Einkommen anbelangt. Dieser auf der Insel gewonnene Rohstoff ist aus Guano, also aus den Exkrementen der Seevögel entstanden, der Wohlstand resultierte sozusagen aus Vogelscheiße. Irgendwann gingen die Phosphat-Vorkommen, die ohne großen technischen Aufwand zu erschließen sind, zur Neige. Der Staat war pleite. Eigentlich macht es keinen großen Sinn hierher zu kommen, außer es fehlen einem auf seiner „To-Do-Liste“ nur noch zwei UN-Staaten, nämlich Afghanistan und eben Nauru. Der Südsudan wird erst zwei Jahre später ein selbständiger Staat.

Die Flugbegleiterin, welche mir bei der Anreise einen Drink serviert, ist eine ausgesprochene Südseeschönheit.

Flugbegleiterin © Wolfgang Stoephasius

Flugbegleiterin © Wolfgang Stoephasius

Die Insel erwandere ich mir hauptsächlich zu Fuß und stoße dabei auf die  stillgelegten Verladerampen für das Phosphat.

Laderampe © Wolfgang Stoephasius

Laderampe © Wolfgang Stoephasius

Eine dieser Wanderungen führt mich ins Innere der Insel. Vorbei an einem Phosphat-Betrieb in welchem noch einige wenige Leute Restarbeiten verrichten, steige ich  in grünen Urwald über zackige Korallenfelsen.

Phosphatmine © Wolfgang Stoephasius

Phosphatmine © Wolfgang Stoephasius

Allmählich werden vom Urwald die Wunden, welche durch den Phosphatabbau entstanden sind, überwuchert.

Im Inselinneren © Wolfgang Stoephasius

Im Inselinneren © Wolfgang Stoephasius

In der „Hauptstadt“ Yaren, einer Ansammlung einiger Häuser, nehme ich am Gottesdienst teil.

Als ich mich bei der Polizei zu einem Small-Talk unter Kollegen vorstelle, haben dort haben  einig rundliche Damen  Dienst. Einer Kollegin fällt, als ich ihr sagte, dass ich ein deutscher ehemaliger Kollege bin, zu Deutschland spontan nur Hitler ein. So geht es mir zu meinem Entsetzen übrigens sehr oft auf meinen Reisen. Die Damen laden mich zu einer Inselrundfahrt mit dem Streifenwagen ein.

Nauru (5)

Mit Kolleginnen © Wolfgang Stoephasius

 

Fast jeder Fahrer der alten Autowracks will mich bei meinen Erdkundungsspaziergängen mitnehmen. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass die Insel vor 20 Jahren nur von dicken Allradfahrzeugen befahren wurde. Ich lehne dankend ab und blicke immer wieder auf  Hausruinen.

Verfallenes Haus © Wolfgang Stoephasius

Verfallenes Haus © Wolfgang Stoephasius

Die Maschine, die von der australischen Norfolk-Air gepumpt ist, startet mit halbstündiger Verspätung. Ich habe einen Fensterplatz und freien Blick auf das Meer. Noch ein Staat, Afghanistan steht auf meiner „To-Do-Liste“. Zu diesem Zeitpunkt weiß ich nicht, dass es zwei Jahre später einen neuen Staat geben wird.

Abflug © Wolfgang Stoephasius

Abflug © Wolfgang Stoephasius

Bleibt neugierig!

NauruKarte

Nauru ist ein Inselstaat mit etwa 10.000 Einwohnern. Nauru ist nach Fläche der drittkleinste und nach Einwohnerzahl neben Tuvalu der zweit- oder drittkleinste anerkannte Staat, sowie die kleinste Republik der Erde. Nauru liegt im Pazifischen Ozean und besteht aus der gleichnamigen Koralleninsel, die zur Inselwelt Mikronesiens gehört. Quelle: Wikipedia.

Weitere Infos unter

https://de.wikipedia.org/wiki/Nauru

 

 

 

 

2 Gedanken zu „Nauru: „Meine” UN-Staaten – zum 192sten

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