Zypern: „Meine” UN-Staaten – zum 191sten

FahneZypern

Es ist fast symbolträchtig, dass ich 1989, eine Woche eine Woche nach Fall der Mauer  in ein anderes geteiltes Land fahre. Seit dem Einmarsch der türkischen Armee im Jahre 1974 ist den Nordteil der Insel genau so geteilt, wie Deutschland. Mein Herz ist noch voll von den Ereignissen in meiner Heimat, verständlich, dass der Wunsch besteht,  auch dem türkischen Teil der Insel einen Besuch abzustatten. Ich mache mich von Nikosia mit einem Sammeltaxi auf den Weg in Richtung Grenze und freunde mich mit zwei indischen Touristinnen an, die ebenfalls in den türkischen Teil wollen. An der Greenline, der gesicherten Demarkationslinie, winkt uns ein österreichischer UN-Soldat zu. Der griechische Grenzer  schaut leicht angesäuert, als er mir den Tagespassierschein ausstellt. Ausländer dürfen den griechischen Teil für 24 Stunden verlassen, Einheimischen ist der Übertritt strengstens verboten. Dies wird sich erst viel später, nämlich nach dem Beitritt des griechischen Teiles von Zypern zur EU im Jahr 2004,  ändern. Das türkische Gebiet wirkt auf mich ziemlich ärmlich, weit hinter dem griechischen Teil mit seinem prosperierenden Tourismus zurückgeblieben. In einer knappen halben Stunde erreichen wir Kyrenia. Mit seinem mittelalterlichen Hafenbecken voller Fischerbooten vor dem massigen venezianischen Kastell ein regelrechtes Idyll. Hier verabschiede ich mich vorläufig von den Mädels  und setze mich in eine Taverne, wo ich mir eine prächtige Mezze mit diversen Köstlichkeiten munden lasse. Am späteren Nachmittag treffen wir uns  wieder zur gemeinsamen Fahrt an die Grenze. Von dort nehme ich ein Sammeltaxi zurück nach Nikosia und weiter nach Limassol. Nach der Aufnahme Südzyperns in die EU wird der türkische Teil nach wie vor ein eigener von der Türkei abhängiger Staat bleiben. Das tut  mir persönlich aufrichtig  leid, wollten doch die türkischen Bewohner die Wiedervereinigung und sind am Widerstand der nationalistischen griechischen Volksgruppe gescheitert. Ich genieße das Baden am Strand von Limassol, besuche die Bucht der Aphrodite, staune über die wunderschönen Mosaike in der Villa des Dionysos in Paphos und genieße den Blick auf die Stadt von der verfallenen  Basilika über der Stadt. Im Todros Gebirge besuche ich versteckte orthodoxe Klöster.

Zehn Jahre später bin ich gemeinsam mit Renate  noch einmal auf Zypern. Von dort aus nehmen wir das Fährschiff nach Haifa in Israel.

Blick auf Paphos von den Ruinen der Kathedrale © Wolfgang Stoephasius

Blick auf Paphos von den Ruinen der Kathedrale © Wolfgang Stoephasius

Todros Gebirge © Wolfgang Stoephasius

Todros Gebirge © Wolfgang Stoephasius

Der spezielle Tipp:  Ihr kennt sicher alle die Mezze, die griechische Vorspeise aus den Restaurants in Deutschland. Auf Zypern ist die „Meze“ eine ganz typische Landesspeise, die einen Querschnitt über die kulinarischen Spezialitäten des Landes verschafft. Sie besteht hauptsächlich aus Fleischgerichten, die „Fisch-Meze“ basiert  aber auf der Grundlage von Meeresgetier. Eine füllige köstliche Angelegenheit für den leeren Magen.

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Die Republik Zypern ist ein Inselstaat im östlichen Mittelmeer. Der Staat entstand am 16. August 1960 durch Unabhängigkeit der bisherigen Kronkolonie vom Vereinigten Königreich. Die Insel ist seit 1974 de facto geteilt. Hauptstadt ist  Nikosia und die Währung der Euro. Quelle: Wikipedia.

Weitere Infos unter

https://de.wikipedia.org/wiki/Zypern

Hier ein Link aus dem Jahre 2014 anlässlich 40 Jahre Teilung

http://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/188336/teilung-zyperns-15-07-2014

 

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