Zentralafrikanische Republik: „Meine” UN-Staaten – zum 190sten

Flagge Zentralafrika

2006 war ich auf meiner großen Zentralafrikareise unterwegs. Da das Grenzgebiet zwischen Tschad und Zentralafrikanischer Republik von Rebellen kontrolliert wurde, hatte ich mich entschieden nach Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik zu fliegen. Von diesem Land hört man so gut wie gar nichts und wenn, dann nur das Schlimmste. Eine deutsche Auslandsvertretung gibt es dort auch nicht. Beim Aussteigen aus dem Flugzeug war mir schon ziemlich flau im Magen. Aber ich wurde nur positiv überrascht. Die Straßen waren sauber gekehrt. Ich fand ein ordentliches Hotel und fühlte mich allmählich so sicher, dass ich auch nachts auf die Straße ging, was wirklich nicht in allen afrikanischen Großstädten ratsam ist. Die Stadt liegt direkt am mächtigen Oubangui, einem der großen zentralafrikanischen Ströme – gleich auf der anderen Seite ist die Demokratische Republik Kongo (Zaire). Ich klapperte die Umgebung mit dem Taxi ab (ist dort durchaus bezahlbar) und sah schöne Kolonialkirchen und eine üppige tropische Vegetation am Ufer des Oubangui. Es gibt nette Cafés (meist betrieben von Libanesen) bei denen ich problemlos Euro tauschen konnte. Die Zentralafrikanische Republik ist den meisten von uns noch in Erinnerung mit seinem „Kaiser“ Bokassa, der das Land völlig ausgesaugt hat, das übrigens lange Zeit mit Unterstützung der Franzosen, die als Gegenleistung ungehindert Zugang zu den Uranvorkommen hatten. Er wurde erst gestürzt, als ruchbar wurde, dass er Kannibalismus zelebrierte. Es kamen noch einige unangenehme Nachfolgeregierungen. Die Regierung während meiner Reise  kam auch durch einen Putsch an die Macht, wurde aber dann durch faire Wahlen bestätigt – der Präsident schien recht beliebt. Ich konnte ihn übrigens am Flughafen sehen; als er mit der einzigen Linienmaschine des Landes abflog, die Inlandflüge wurden dafür gestrichen. Die Republik hat nur circa vier Millionen Einwohner, das bei fast der doppelten Größe Deutschlands. Aber das Land ist überwiegend von tropischem Regenwald bedeckt. Hier leben auch noch etliche Pygmäenstämme. Auch hier hatte ich mich kurzfristig entschlossen, zurück nach Kamerun zu fliegen. Richtung Westen gehen nur Pisten und es war Ende der Regenzeit. Ich hatte Sorge, dass ich unterwegs irgendwie hängen bleibe. Die Entscheidung war gut so. Denn am Flughafen erfuhr ich von einem Franzosen, dass im Grenzgebiet zu Kamerun Kämpfe zwischen Armee und Rebellen ausgebrochen waren, wahrscheinlich wäre ich gar nicht durchgekommen – und wenn mit erhöhtem Risiko. Das ist Afrika – Situationen ändern sich dort sehr schnell. Heutzutage, also 2016 versinkt das Land wieder im Chaos.

Am Ufer des Oubangui © Wolfgang Stoephasius

Am Ufer des Oubangui © Wolfgang Stoephasius

Zentralafrikanischen_Republik

Die Zentralafrikanische Republik ist ein Binnenstaat in Zentralafrika. Sie grenzt an den Tschad, den Sudan, den Südsudan, die Demokratische Republik Kongo, die Republik Kongo und Kamerun. Die Hauptstadt ist Bangui. Quelle: Wikipedia.

Weitere Infos unter

https://de.wikipedia.org/wiki/Zentralafrikanische_Republik

Detailinformationen zur heutigen Lage im Land unter

http://www.bpb.de/internationales/weltweit/innerstaatliche-konflikte/185581/zentralafrikanische-republik

 

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