Tschad: „Meine” UN-Staaten – zum 173sten

TschadFahne

Im Herbst 2006 bin ich in Zentralafrika unterwegs. Nach längerem Aufenthalt in Kamerun überquere ich im Norden bei Kousserie die Grenze zum Tschad. Ausnahmsweise habe ich mir von der Grenzstadt ein Taxi genommen. Das ist klug, denn der Fahrer kennt alle Kniffe und im Nu haben wir die Grenzkontrollen hinter uns.

Einreisestempel © Wolfgang Stoephasius

Einreisestempel © Wolfgang Stoephasius

In N‘djamena, Hauptstadt des Tschad, merkt man bereits den Einfluss des Maghreb, lange Zeit galt der Staat als Hinterland Libyens. Kamelreiter bevölkern die Straßen, Soldaten verhüllen ihr Gesicht unter dem Turban. Die Sahara lässt grüßen. Nachdem ich die erste Nacht in einer üblen Herberge in Marktnähe verbracht habe, wechsle ich in ein kleines von einem Franzosen geführtes Hotel. Das scheint mir sauteuer, später merke ich, dass ich ein Schnäppchen gemacht habe. In einem nahegelegenen Hotel treffe ich drei Deutsche in meinem Alter, auf einen von ihnen hätte ich gerne verzichtet. In der Stadt sieht man viele Bettler, Kinder bitten mit Aluschälchen um eine milde Gabe. Niemand ist aufdringlich. Die Bevölkerung ist überwiegend schwarz. Bei Militär und Polizei sind allerdings viele arabischstämmige Menschen zu sehen. Die Frauen gehen häufig tief verschleiert. Ich muss lachen, als ich eine Frau im bunten ärmellosen Kleid sehe und das Gesicht ist schwarz verschleiert. Neugierig und meist freundlich werde ich betrachtet, ab und an mit „Save“ begrüßt. Der Wind wirbelt Plastikabfall in unvorstellbaren Mengen durch die Straßen. Immer wieder quetsche ich mich in Sammeltaxis und erkunde die weitläufige Stadt. Der Chari-Fluss an den ich gerne möchte, ist immer wieder von Müllhalden oder aber Regierungsgebäuden versperrt. Irgendwann gegen Abend finde ich doch einen Zugang und erlebe einen traumhaften Sonnenuntergang. Eigentlich möchte ich auf dem Landweg in die Zentralafrikanische Republik weiterreisen. Im Grenzgebiet finden allerdings schwere Kämpfe statt, so entschließe ich mich, den Flieger nach Bangui zu nehmen.

N’Djamena von oben

N’Djamena von oben

Die Republik Tschad ist ein Binnenstaat in Zentralafrika. Sie grenzt im Norden an Libyen, im Osten an den Sudan, im Süden an die Zentralafrikanische Republik und im Westen an Kamerun, Niger und Nigeria.  Hauptstadt ist N’Djamena, die Amtssprachen sind Arabisch und Französisch. Auf 1.284.000 km² leben lediglich knapp 13 Millionen Menschen, das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 10 Einwohnern pro km² (im Vergleich Deutschland: 228). Quelle: Wikipedia.

Tschad_relief_map_1991,_CIA

Weitere Infos unter

https://de.wikipedia.org/wiki/Tschad

Heutzutage ist der Tschad auch von den Verbrechern von Boko Haram bedroht, dazu folgender Link:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/tschad-mindestens-27-tote-bei-selbstmordanschlaegen-a-1066305.html

 

 

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