Nigeria „Meine” UN-Staaten – zum 123ten

NigeriaFahne

Meine Westafrikareise 1983 führte mich von Benin in den Moloch Lagos, damals noch Hauptstadt des Landes und auch zu dieser Zeit eine der gefährlichsten Städte der Welt. Es war schier aussichtslos mit meiner Super-8-Kamera zu filmen, denn ständig wurde ich aggressiv um „Schutzgebühr“ angegangen. So gibt es nur einige Sequenzen aus dem Nationalmuseum.

1996 war ich wieder einmal in Westafrika unterwegs und ging im Norden Kameruns über die Grüne Grenze nach Nigeria hinüber, heutzutage eines der gefährlichsten Gebiete auf unserem Planeten, es liegt im Einflussbereich der Terrormiliz Boko Haram.

In Nigeria östlich  von Maiduguri © Wolfgang Stoephasius

In Nigeria östlich von Maiduguri © Wolfgang Stoephasius

Nigeria ist ein Bundesstaat in Westafrika, der an Benin, Niger, Tschad und Kamerun grenzt. Es ist mit Abstand das bevölkerungsreichste Land Afrikas und versucht sich nach Jahren der Militärdiktatur an seiner Demokratisierung und wirtschaftlichen Entwicklung. Nigeria konnte seine reichen Erdölvorkommen aufgrund von Korruption bisher nicht zur erfolgreichen Armutsbekämpfung nutzen. Hauptstadt ist Abuja und die Währung heißt Naira. Amtssprache ist die Sprache der ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien, Englisch. Weitere Amtssprachen sind Igbo, Yoruba und Haussa. 177 Millionen Menschen leben auf 923.768 km², das sind 165 Einwohner pro km².

NigeriaKarte

Es kam in der Vergangenheit oft zu Streitigkeiten zwischen den Religionsgruppen. Seit der Demokratisierung Nigerias 1999 nehmen Islamisierungstendenzen im ganzen Land zu. So wurde auf Druck islamischer Gruppen in den Bundesstaaten im Nordteil des Landes die Scharia eingeführt. Seither fielen Tausende religiösen Pogromen zum Opfer. Islamistische Gruppen wie Boko Haram setzen sich für die Einführung der islamischen Scharia in ganz Nigeria und das Verbot westlicher Bildung ein, was immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen mit Christen oder gemäßigten Muslimen führt. Von 1999 bis 2004 soll der Konflikt auf beiden Seiten etwa 10.000 Menschenleben gekostet haben. Bei wiederholten Übergriffen wie den Anschlägen auf christliche Kirchen 2011 kam es zu zahlreichen Toten, bei einem Anschlag gegen eine Koranschule wurden sieben Menschen verletzt. Berichten aus dem März 2015 zufolge hat sich Boko Haram formell der Terror-Miliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen. Quelle: Wikipedia.

Hier ein Link zu einem Artikel von Zeit-online  zu diesem Thema:

http://www.zeit.de/politik/ausland/boko-haram-ueberblick

Kranke, Arme und Alte sind auf Familienhilfe angewiesen, nur Regierungsbedienstete kommen in den Genuss öffentlicher Fürsorge. Niedrige Einkommen, die schnell wachsende Bevölkerung und die leere Staatskasse führten zum Scheitern aller Pläne, ein Gesundheits- und Rentensystem zu schaffen. Epidemien fordern unter der unterernährten und schlecht versorgten Landbevölkerung oft Tausende von Opfern. Der erste Ausbruch von Ebolafieber in Nigeria (in Lagos und Port Harcourt) im Zuge der Ebolafieber-Epidemie 2014 konnte jedoch recht schnell eingedämmt werden. Die Gesundheitsbehörde National Agency for Food and Drug Administration and Control (NAFDAC) wurde 1993 gegründet und bis 2009 unter der Führung von Dora Akunyili zu einer starken Organisation ausgebaut. Wegen des aus religiösen Gründen verhängten Impfverbots in nördlichen Teilen Nigerias waren 2004 fast zwei Drittel der weltweit über 1.250 Polio-Fälle (Kinderlähmung) in Nigeria anzutreffen. Damals hatten die Behörden die Impfungen ausgesetzt, nachdem muslimische Geistliche das Gerücht verbreiteten, der Impfstoff mache unfruchtbar. Auch in die angrenzenden Länder wurde Polio durch dieses Verbot transportiert. Die Trinkwasserversorgung im Land ist wie in den Nachbarstaaten Niger und Tschad sehr schlecht. Zugang zu sauberem Trinkwasser, seit 2010 ein offizielles Menschenrecht der UNO, besitzt laut WHO und UNICEF nicht einmal jeder zweite nigerianische Bürger. Kriminelle Banden zapfen Öl-Pipelines an und verkaufen das abgezapfte Öl auf dem Schwarzmarkt. Da dies sehr oft unter Billigung der Bevölkerung geschieht, kommt es häufig zu Menschenansammlungen an den illegalen Entnahmestellen. Ausgelöst durch Funkenbildung hat es schon eine Vielzahl von Explosionen gegeben, die teilweise mehrere Hunderte Menschenleben gefordert haben. Eine weitere bekannte Kriminalitätsform ist der Vorauszahlungs- oder Vorschussbetrug, der auch als Nigerianische Betrugsmasche (in Deutschland auch unter dem Begriff „Nigeria-Connection“) bekannt ist. In Nigeria sind Entführungen keine Seltenheit. Dahinter stehen in der Regel kriminelle Banden oder Rebellenorganisationen. Während kriminelle Organisationen sich von der Entführung ein Lösegeld versprechen, kämpfen Rebellenorganisationen oft für politische Forderungen. Die Sicherheitslage in Nigeria gilt trotz der politischen Stabilität als nicht ausreichend. Während im Norden islamistische Tendenzen, unterstützt von Saudi-Arabien und dem Sudan, zunehmen und die christlich-animistische Minderheit im Norden immer stärker unter Druck gerät, gibt es im Süden des Landes – vor allem im Nigerdelta – Probleme mit verschiedenen Befreiungsbewegungen, welche den dortigen Machthabern und Konzernen vorwerfen, die Gewinne aus den Erdölexporten ausschließlich sich selbst zukommen zu lassen und die lokale Natur durch die Ölproduktion zu zerstören. Quelle: Wikipedia.

 

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s