Moldawien „Meine” UN-Staaten – zum 111ten

MoldawienFlagge

Immer wieder werde ich gefragt, wo es mir bei all meinen Reisen am besten gefallen hat. Darauf fällt mir nie eine Antwort ein, weil jedes Land mit seinen Menschen etwas Besonderes zu bieten hat. Es gab aber ein Land, in welchem ich mich eigentlich nicht so sonderlich wohlgefühlt habe. Das war Moldawien, dort war ich 2004 im Rahmen einer Tour durch Osteuropa unterwegs. Ein weiser Mensch hatte aber geraten, dahin,  wo es einem nicht gefallen hat, sollte man auf alle Fälle nochmals reisen. So kam  ich mit Renate im Jahre 2010 von Rumänien aus nochmals in dieses seltsame europäische Land.  Wir fuhren mit dem Nachtzug vom rumänischen Bukarest in Richtung Moldawien. An der Grenze musste  das Fahrgestell der Waggons gewechselt werden (Moldawien war ja Teilrepublik der Sowjetunion – und dort sind die Gleise breiter als im übrigen Europa). Der Zug stand eine gefühlte Ewigkeit, das heißt über drei Stunden und ich musste Pipi. Die Matrone von Zugbegleiterin ignorierte mein Ersuchen, die geschlossene Zugtoilette zu benutzen und gab mir auch keinen Hinweis auf das WC im Bahnhof. Das geht ja gut los, sicher werde ich Moldawien auch in Zukunft mit Daumen nach unten bewerten, dachte ich mir. Aber es kam anders. Renate und ich begegneten etlichen freundlichen und lustigen Menschen.

Mold.

Grenzbahnhof zwischen Rumänien und Moldawien © Wolfgang Stoephasius

In der Hauptstadt Chișinău wurde der Nationalfeiertag begangen und Militär marschierte durch die Stadt.

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Parade in Chișinău © Wolfgang Stoephasius

Etwa 95 % der Bevölkerung gehören der Moldawisch-Orthodoxen Kirche oder Russisch-Orthodoxen Kirche an. So ist es kein Wunder, dass die Kathedrale in Chișinău prächtig ausgestattet ist.

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Kathedrale in Chișinău © Wolfgang Stoephasius

Obwohl Moldawien das mit Abstand ärmste Land Europas ist, mangelt es nicht an Stretchlimousinen.

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Protzauto in Chișinău © Wolfgang Stoephasius

Nach langer Suche fanden wir die halbverfallene Weinkellerei Cojugna in einem kleinen Dorf und waren baff erstaunt, als uns in einem riesigen Weinkeller die besten Tropfen serviert wurden. Wer von uns weiß schon, dass die besten Weine der ehemaligen UdSSR aus diesem kleinen Land kamen.

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Weinkeller Cojugna © Wolfgang Stoephasius

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Weinkeller Cojugna © Wolfgang Stoephasius

Wir mussten eine strengbewachte Grenze überqueren, als wir in das separatistische Transnistrien fuhren. Obwohl dieser Landesteil noch ärmer als das übrige Moldawien ist, haben wir auch dort jede Menge Stretchlimosinen auf den Straßen gesehen.

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Stretchlimosine in Tiraspol © Wolfgang Stoephasius

Wir trafen auf eine Hochzeitsgesellschaft, das Brautpaar hatte sich vorher vor einem russischen Panzer fotografieren lassen.

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Brautpaar in Tiraspol © Wolfgang Stoephasius

Mit riesigen Transparenten wurde die sowjetische Vergangenheit beschworen.

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Transparent in Tiraspol © Wolfgang Stoephasius

Wir besuchten auch die autonome Provinz Gagausien, dort lebt eine türkischstämmige Bevölkerung, die sich allerdings zum russisch-orthodoxen Glauben bekennt.

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Kirche in Gagausien © Wolfgang Stoephasius

Moldawien ist ein Binnenstaat in Südosteuropa. Er grenzt im Westen an Rumänien. Im Norden, Osten und Süden wird Moldawien vollständig von der Ukraine umschlossen, so dass kein direkter Zugang zum stellenweise nur zwei Kilometer entfernten Schwarzen Meer besteht. Historisch gehörte das Territorium seit der Gründung des Fürstentums Moldau zu diesem Staat und nach der Annexion des Gebiets durch Zar Alexander I. 1812 zum Russischen Kaiserreich. Als eigenständiger Staat existiert die Republik Moldau erst seit 1991, als die Moldauische Sowjetrepublik sich während der Auflösung der Sowjetunion für unabhängig erklärte. Die politische Entwicklung des Landes wird seit dieser Zeit durch den Transnistrien-Konflikt wesentlich behindert. Amstssprache ist Rumänisch, regional auch Russisch, Ukrainisch und Gagausisch. Hauptstadt ist Chișinău und die  Währung der Moldauische Leu. 3,559 Millionen Menschen leben auf 33.843 km².

MoldawienKarte

Bei der letzten offiziellen Volkszählung 2004 zählte man, einschließlich Transnistriens, 3.938.679 Einwohner, was einer Bevölkerungsdichte von 116 Einwohnern pro km² entspricht. Ohne Transnistrien betrug die Einwohnerzahl knapp 3,4 Millionen Menschen. 70 % der Bevölkerung lebt in Städten (neben der Hauptstadt Chișinău hauptsächlich in Bălți, Tiraspol und Bender). Laut offiziellem Zensus sank die moldawische Einwohnerzahl bis 2014 auf nur noch rund 2,9 Millionen. Moldawiens Bevölkerung ist unterschiedlicher ethnischer Herkunft: Die größte Gruppe machen die rumänisch sprachigen Moldauer mit 68,49 % aus, darauf folgen Ukrainer (11,23 %) und Russen(10,39 %), von denen viele in Transnistrien leben. Hinzu kommen 4,85 % Gagausen, 2,02 %Bulgaren, 0,12 % Juden sowie einige Deutsche, Polen, Weißrussen, Tataren usw.

Sowohl im gesamten Moldawien als auch jeweils östlich sowie westlich des Dnister machen die drei großen Volksgruppen der Moldauer, Ukrainer und Russen zusammen über 91 % der Bevölkerung aus. Getrennt betrachtet ist die Verteilung jedoch unterschiedlich: Während in Transnistrien von 555.347 Einwohnern 31,9 % Moldauer (gegenüber 40,1 % zu Sowjetzeiten 1989), aber 30,3 % Russen und 28,9 % Ukrainer sind machen im restlichen Moldawien die rumänischen Moldauer 76,9 % (bei 8,5 % Ukrainern und 6,6 % Russen) der 3.383.332 Einwohner aus. Ein die moldauische Politik beherrschendes Thema ist der Umgang mit den separatistischen Regionen Transnistrien und Gagausien. Während Gagausien einen von der moldauischen Regierung angebotenen Autonomiestatus akzeptierte, gestalten sich die Verhandlungen mit Transnistrien wesentlich schwieriger, dieser Landesteil ist durch eine Grenze vom übrigen Land getrennt und hat eine eigene Währung. Nach den bewaffneten Auseinandersetzungen 1992 etablierte sich in Tiraspol ein De-facto-Regime um Igor Smirnov, welches das Gebiet jenseits des Dnister kontrolliert und dort eigene Verwaltungsstrukturen aufgebaut hat. Der Verhandlungsprozess zwischen der Regierung in Chișinău und in Tiraspol gestaltet sich schwierig, so dass Beobachter von einem „frozen conflict“ sprechen. Qelle: Wikipedia.

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