Libanon „Meine” UN-Staaten – zum 92sten

LibanonFahne

Im Frühjahr 1999 flogen  Renate und ich über Wien nach Beirut. Der Libanon war dabei, sich von dem fürchterlichen Bürgerkrieg zu erholen, der zehn Jahre vorher beendet worden war. Der Südlibanon war immer noch von der israelischen Armee besetzt. Im Anschluss an die Reise in den Libanon mussten wir weiter nach Israel, weil wir dort eine Gruppe in Empfang nahmen, welche wir durch das Land führten. Das war allerdings nicht so einfach, die Grenze zum Nachbarland war geschlossen. Die Reise über Syrien nach Jordanien und von dort nach Israel war uns zu heikel. So flogen wir nach Zypern und fuhren von dort mit dem Fährschiff in das israelische Haifa.

In der Hauptstadt Beirut tobte ein Bauboom, moderne Hochhäuser entstanden, dennoch waren die zerstörten Häuser aus dem Krieg noch allgegenwärtig.

Beirut zehn Jahre nach dem Bürgerkrieg © Wolfgang Stoephasius

Beirut zehn Jahre nach dem Bürgerkrieg © Wolfgang Stoephasius

An der Corniche von Beirut herrschte eine fröhliche Stimmung.

Brotverkäufer an der Strandpromenade von Beirut © Wolfgang Stoephasius

Brotverkäufer an der Strandpromenade von Beirut © Wolfgang Stoephasius

Von der Corniche blickten wir auf das Meer mit spektakulären Felsformationen.

Pigeon Rocks vor Beirut © Wolfgang Stoephasius

Pigeon Rocks vor Beirut © Wolfgang Stoephasius

Obwohl das Gebiet in der Bekaa-Ebene noch immer von der Hisbollah kontrolliert wurde wagten wir einen Ausflug in das historische Baalbek.

Baalbek, das ehemalige Heliopolis © Wolfgang Stoephasius

Baalbek, das ehemalige Heliopolis © Wolfgang Stoephasius

Der Libanon ist ein Staat in Vorderasien am Mittelmeer. Der Libanon grenzt im Norden und Osten an Syrien und im Süden entlang der Blauen Linie an Israel. Im Westen wird er vom Mittelmeer begrenzt. Amtssprache ist Arabisch, Hauptstadt Beirut und die Währung das  Libanesisches Pfund (LBP). Der Libanon hat ungefähr 5,88 Millionen Einwohner (Stand Juli 2014, geschätzt). Davon sind etwa 95 % arabischer, 4 % armenischer, 1 % anderer Abstammung. Die Zahl dürfte sich mittlerweile stark erhöht haben. Im Land verteilt leben zudem kurdische, 408.438 bei UNRWA registrierte palästinensische sowie irakische und syrische Flüchtlinge. Zudem gibt es arabischsprachige Mhallamis aus der Türkei, die hauptsächlich in den 1920er und 1940er Jahren in den Libanon eingewandert sind. Die Fläche beträgt lediglich 10.452 km², daraus resultiert eine Bevölkerungsdichte von 563 Einwohnern pro km².

LibanonKarte

Die große Mehrheit der Libanesen spricht als Muttersprache libanesisches Arabisch, ein dem syrischen Arabisch und dem palästinensischen Arabisch sehr ähnlicher Dialekt; in Zeitungen, Magazinen und in den öffentlichen Rundfunkmedien wird zumeist das Hocharabische verwendet. Minderheiten sprechen Armenisch (Westarmenisch), Kurdisch und Aramäisch, das auch die Liturgiesprache der maronitischen Kirche und anderer syrischer Kirchen ist. Daneben ist auch Französisch als Verkehrs- und Elitesprache und in letzter Zeit als Drittsprache auch Englisch verbreitet. Es gibt im Libanon 18 anerkannte Religionsgemeinschaften, die größten davon sind maronitische Christen, schiitische und sunnitischeMuslime. Daneben gibt es Drusen, rum-orthodoxe Christen, melkitische griechisch-katholische Christen, armenisch-apostolische Christen,alawitische Muslime, armenisch-katholische Christen und protestantische Christen sowie koptische Christen und wenige Juden. Man spricht von einer libanesischen Diaspora, da mehrere Millionen Personen libanesischer Herkunft auf der gesamten Welt verteilt leben, vor allem in Lateinamerika sowie in den frankophonen Staaten Subsahara-Afrikas.

Bereits in den 1950er Jahren hatte es in der „Schweiz des Nahen Ostens“ starke Spannungen zwischen arabischen Nationalisten und prowestlichen Christen gegeben, was unter der Chamoun-Regierung zu einer Staatskrise mit anschließender US-Intervention führte. Der Ausbruch offener schwerer Kämpfe wurde jedoch erst durch die Ankunft der im Schwarzen September 1970 aus Jordanien vertriebenen bewaffneten Kräfte der PLO ausgelöst. Diese errichteten mit Billigung muslimischer libanesischer Gruppen einen bewaffneten Staat im Staate und ergriffen sogleich Partei für die arabischen Nationalisten. Mit dem Ausbruch offener Gefechte zwischen der maronitischen Phalange-Miliz und der palästinensischen PLO begann der Bürgerkrieg im April 1975. Vorausgegangen war eine Reihe wechselseitig verübter Anschläge und Massaker zwischen diesen Gruppierungen. Als fehlgeschlagener Vermittlungsversuch erwies sich das Abkommen vom 17. Mai 1983 zwischen den USA, Israel und Libanon. Im Mai 1985 wurden Sabra, Schatila und Buri el-Baraineh erneut Schauplatz schwerer Kämpfe (erster „Lagerkrieg“), diesmal zwischen der palästinensischen PLO und der schiitischen Amal-Miliz. Anstelle des ermordeten Bashir wurde dessen Bruder Amin Gemayel Präsident (1982–1988). Die Friedensgespräche in seiner Regierungszeit zwischen den Bürgerkriegsparteien blieben ebenfalls erfolglos. Die Phalangisten verloren unter Amin Gemayel innerhalb der Libanesischen Front an Einfluss, als es zur Spaltung der christlichen Rechten kam. Als sich das libanesische Parlament 1988 nicht auf einen Nachfolger für Amin Gemayel einigen konnte, ernannte er den Militärstabschef General Michel Aoun zum Regierungschef, der im März 1989 einen Befreiungskrieg gegen Syrien erklärte. Es kam zur Ausrufung einer moslemischen Gegenregierung und in der Syrien-Frage zum Bruch zwischen dem Maroniten Aoun und dem ebenfalls maronitischen Milizenführer Samir Geagea, was schwere Kämpfe zwischen den christlichen Forces Libanaises und den von Aoun befehligten christlichen Teilen der regulären Streitkräfte nach sich zog. Letztere wurden im Oktober 1990 von der anrückenden syrischen Armee vernichtend geschlagen. Bereits im Oktober 1989 war in Taif unter der Vermittlung von Saudi-Arabien ein Friedensabkommen unterzeichnet worden, das u.a. eine paritätische Sitzverteilung von Moslems und Christen im libanesischen Parlament vorsah. Nach Aouns Niederlage konnte das Abkommen in Kraft treten. Der Bürgerkrieg forderte 90.000 Todesopfer, 115.000 Verletzte und 20.000 Vermisste. 800.000 Menschen flohen ins Ausland. Ein unter syrischem Druck geschlossener „Kooperationsvertrag“ im Mai 1991 machte den Libanon bis 2005 praktisch zum syrischen Protektorat. Quelle: Wikipedia.

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