Laos „Meine” UN-Staaten – zum 89sten

LaosFahne

Im Jahr 1992 kam ich das erste Mal in das Land  und zwar im Rahmen einer Rundreise durch Laos,  Südvietnam sowie Kambodscha. Das Land der „1000 Elefanten“ lag damals noch abseits aller gängigen Touristenrouten und selbst die Hauptstadt Vientiane machte einen ausgesprochen ärmlichen Eindruck. Im Jahre 2006 unterrichtete meine Tochter Jutta an der Uni in Vientiane Deutsch, Grund genug wieder nach Laos zu kommen. Sie hatte sehr engen Kontakt zu einem armen Ehepaar mit zwei lieben Mädchen (Valida und Malivan). Die Familie hatte uns bald ins Herz geschlossen. Uns zu Ehren wurde in Ban Nacon, einem kleinen Dorf weit von jeglicher Zivilisation und ohne elektrischen Strom, ein Baci veranstaltet. Dieses Fest wird besonderen Gästen und Gelegenheiten gewidmet. Man bekommt von den Dorfbewohnern zig weiße Fäden um das Handgelenk gebunden, jedes für eine der 32 Seelen, die in jedem Körper wohnen.

2009 reisten wir mit dem Schiff von der thailändischen Grenze den Mekong abwärts.

Auf dem Mekong © Wolfgang Stoephasius

Auf dem Mekong © Wolfgang Stoephasius

Die Schiffsreise endete in der Weltkulturerbestadt Luang Prabang.

Wat Long Khun © Wolfgang Stoephasius

Wat Long Khun © Wolfgang Stoephasius

Von dort reisten wir weiter in der Ebene der Tonkrüge, das Gebiet, welches am schwersten von den amerikanischen Luftangriffen heimgesucht wurde.

Ebene der Tonkrüge © Wolfgang Stoephasius

Ebene der Tonkrüge © Wolfgang Stoephasius

Die malerische Landschaft um das Städtchen Van Vieng, welches leider von Horden saufender und kiffender Westler heimgesucht wird, erkundeten wir mit dem Fahrrad.

Landschaft bei Van Vieng © Wolfgang Stoephasius

Landschaft bei Van Vieng © Wolfgang Stoephasius

In der Hauptstadt Vientiane trafen wir wieder „unsere“ Familie. Die beiden Mädchen waren inzwischen kräftig gewachsen.

Renate und ich mit Valida, Hat und Malivan © Wolfgang Stoephasius

Renate und ich mit Valida, Hat und Malivan © Wolfgang Stoephasius

2012 waren wir zum letzten Mal in Laos. Hat und Noi hatten eine schwere Zeit hinter sich. Wegen einer Lappalie waren sie monatelang im Gefängnis gewesen, hatten schlimmes mitgemacht, und lebten nun fest in dem Dorf Ban Nacon. Dort ist es schwierig für die beiden Mädchen eine halbwegs vernünftige Schulbildung zu bekommen.

Trotz aller Widrigkeiten wurde wieder für uns ein Baci veranstaltet.

Baci © Wolfgang Stoephasius

Baci © Wolfgang Stoephasius

Hat bewirtschaftete einen winzigen Bauernhof, dort saugte eine Sau kleine Hundewelpen.

Sau mit Welpen © Wolfgang Stoephasius

Sau mit Welpen © Wolfgang Stoephasius

Wir mieteten ein Dreirad-Fahrzeug und erkundeten mit der kleinen Familie ihre nähere Umgebung.

Laotisches Transportmittel © Wolfgang Stoephasius

Laotisches Transportmittel © Wolfgang Stoephasius

Valida und Malivan waren uns sehr zugetan.

Valida und Malivan waren uns, speziell Renate, sehr zugetan.

Valida und Malivan waren uns, speziell Renate, sehr zugetan.

Noi betete inbrünstig vor einem Tempel für unser Wohlergehen.

Buddhistischer Tempel © Wolfgang Stoephasius

Buddhistischer Tempel © Wolfgang Stoephasius

Bevor wir über den Mekong wieder nach Thailand wechselten, besuchten wir noch einen der archaischen Märkte im Süden von Laos.

Laotischer Markt © Wolfgang Stoephasius

Laotischer Markt © Wolfgang Stoephasius

Laos ist der einzige Binnenstaat in Südostasien. Der Staat Laos grenzt an China, Vietnam, Kambodscha, Thailand und Myanmar und hat etwa 6,5 Millionen Einwohner auf einer Fläche von 236.800 km². Hauptstadt und größte Stadt ist Vientiane und  die  Währung der Kip.  Obwohl das Laotische Amtssprache ist und die Regierung versucht, die Benutzung dieser Sprache im ganzen Land durchzusetzen, beherrscht sie nicht jeder Einwohner des Landes. Das liegt vor allem an der schwachen Infrastruktur, aber auch an der Stärke anderer Sprachen, speziell der Hmong-Sprachen. Das Vordringen des Laotischen geht aber schnell voran, vor allem durch die Medien und durch Binnenmigration aus dem Bergland in die Ebenen.

 

LaosKart

Ein großes Umweltproblem von Laos sind Blindgänger, die aus dem Vietnamkrieg stammen. Sie machen das Land zu einem der Staaten mit den größten Mengen an nicht explodiertem Kriegsmaterial im Boden. Von den mehr als 2 Millionen Tonnen Bomben, die zwischen 1964 und 1973 von den amerikanischen Streitkräften in mehr als 530.000 Fliegerangriffen über Laos abgeworfen wurden, sind bis heute etwa 50 % des Territoriums betroffen. Für einen landwirtschaftlich geprägten Staat wie Laos stellt dies ein großes Problem dar, da regelmäßig Menschen durch Blindgänger verletzt oder getötet werden. Das UXO-LAO-Projekt, welches sich mit der Aufklärung der Bevölkerung und der Beseitigung von Blindgängern beschäftigt, ist einer der größten Arbeitgeber des Landes und wird von der UNDP sowie einigen Industriestaaten und Hilfsorganisationen finanziert, jedoch nicht durch die USA. Die ethnische Zusammensetzung von Laos ist umstritten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts teilte die französische Kolonialmacht die Bevölkerung zunächst anhand phänotypischer Merkmale ein, wobei die Lao, Khmu und Thai die größten Gruppen stellten.[6] Das laotische Königreich übernahm diese Klassifizierung zunächst, fasste jedoch Thai und Lao zu einer Gruppe zusammen, was zur vermutlich nicht politisch intendierten Unterschätzung der Khmu etc. führte, auch weil diese schlechter zugängliche Gebiete besiedelten (Bergvölker). In den späten 1950ern wurde dann das bis heute von staatlicher, und vereinzelt sogar noch von wissenschaftlicher Seite benutzte Klassifizierungsschema entwickelt, dabei werden drei Hauptgruppen unterschieden: Die Lao Loum, die Lao Theung und dieLao Soung sind zwar pro forma ethnisch-kulturell definiert, entsprechen jedoch exakt den alten rassischen Kategorien der Kolonialherren. Diese Klassifizierung wurde mit der Machtübernahme der Kommunisten 1975 abermals staatlicherseits modifiziert. Laos verzeichnet eine niedrige Alphabetisierungsrate. So können nur zwei Drittel der Männer und ein Drittel der Frauen über 15 Jahren lesen und schreiben. Rund 40 % der Laoten haben noch nie eine Schule besucht, in den nördlichen Provinzen wie Luang Namtha oderPhongsaly sind es mehr als 60 %. Zwei Drittel der laotischen Kinder brechen vorzeitig die Grundschule ab, um zum Lebensunterhalt der Familie etwas beitragen zu können, insbesondere in der Feldarbeit. Nach dem Ende des Vietnamkrieges übernahmen die kommunistisch geprägten Kräfte des Pathet Lao durch eine – im Vergleich zum Geschehen im Nachbarland Kambodscha – unblutige Revolution im Jahre 1975 die Macht und proklamierten am 2. Dezember 1975 die Demokratische Volksrepublik Laos. Die Laotische Revolutionäre Volkspartei wurde zur regierenden Partei des Landes bestimmt und der erste Premierminister, Kaysone Phomvihane blieb bis 1992 in seinem Amt. Durch politische und wirtschaftliche Repressionen blieb das Land weithin unsicher und instabil und etwa 10 % der Bevölkerung verließen Laos, vor allem in Richtung Thailand, Frankreich, USA und Australien. Auch politische Reformen werden allmählich in Angriff genommen. So verabschiedete die Volksversammlung am 14. August 1991 die erste Verfassung seit der Machtübernahme der Kommunisten und seit 1997 ist Laos Mitglied der ASEAN. Einen nach wie vor ungelösten Konflikt gibt es in der Sonderzone Saysomboun nordöstlich von Vientiane, wo es noch heute bewaffnete Kämpfer gegen die kommunistische Regierung gibt. Diese rekrutieren sich hauptsächlich aus Mitgliedern der Hmong-Minderheit und haben sich in die Bergregionen zurückgezogen, wo sie in großer Armut leben. Wiederholt kam es zu Überfällen und Attentaten in und um Vientiane und an wichtigen Verkehrswegen, denen nicht zuletzt ausländische Touristen zum Opfer gefallen sind. Andererseits wird auch von schweren Menschenrechtsverletzungen des Militärs im Kampf gegen die Aufständischen berichtet. Laos ist, im Gegensatz zu Thailand und zunehmend auch Kambodscha oder Vietnam, noch weitgehend unberührt von den großen Touristenströmen. Aufgrund von niedrigem Pro-Kopf-Einkommen, Gesundheitsstatus und mangelnder touristischer Infrastruktur ist das Land derzeit – mit Ausnahme von Luang Prabang – für Pauschaltouristen unattraktiv. Trotzdem ist der Tourismus einer der aufstrebenden Wirtschaftszweige und Devisenbringer, so setzt man in Laos auf den sanften Öko- und Kulturtourismus. Quelle: Wikipedia.

 

 

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