Kuba „Meine” UN-Staaten – zum 87sten

KubaFahne

1984 bin ich mit meinem Kumpel Günter auf längerer Südamerikatour unterwegs. Wir haben ein Ticket der „Cubana“, welches uns auf der Rückreise von Guyana nach Kuba bringt. In Havanna erleben wir fröhliches lateinamerikanisches Feeling gepaart mit kommunistischer Mangelwirtschaft. So wollen wir beispielsweise  in einem Laden Brot kaufen und müssen unverrichteter Dinge wieder abziehen, weil wir keine Lebensmittelmarken haben. In einer Gasse steht ein kleiner LKW mit einem Zinktank auf der Ladefläche. Es wird fleißig Bier abgefüllt. Menschen stehen Schlange und lassen in Eimer Gerstensaft fließen. Ein geschäftstüchtiger junger Mann besorgt Gläser und schenkt uns zu einem Spottpreis ein. Die leicht marode Altstadt von Havanna direkt am Atlantik zieht uns in ihren Bann.

An einem Sonntag fahren wir mit dem Bus eine knappe halbe Stunde zum Stand von Guanabo und sind hingerissen von dem weißen Sandstrand vor sauberem ruhigem Wasser. Natürlich sind wir nicht alleine hier, aber wir genießen es unter dem bunten Völkchen zu sein, welches sein Wochenende feiert:

KubaStand

Strand von Guanabo

Irgendwann finden wir dann auch so etwas wie einen Biergarten, ein kleines Gartenlokal. Der grimmig dreinblickende Mann hinter der Theke will uns nur Bier verkaufen, wenn wir auch etwas essen, das sei Vorschrift. Wir kommen aber gerade vom Mittagessen. Eine freundliche junge Frau, die sich gerade etwas zum Essen bestellt, bringt uns unsere Bierchen mit, das ist kubanische Gastfreundschaft:

Biergarten auf Kubanisch © Wolfgang Stoephasius

Biergarten auf Kubanisch © Wolfgang Stoephasius

Wir wandeln auf den Spuren von Hemingway, Salvador Allende und Pablo Neruda, als wir uns in der  „Bodeguita Del Medio“ einen Mojito mixen lassen:

La Bodeguita Del Medio © Wolfgang Stoephasius

La Bodeguita Del Medio © Wolfgang Stoephasius

Als wir vom Flughafen in Richtung Berlin abfliegen wollen, hat unsere Maschine Verspätung. Aus gutem Grund: Jesse Louis Jackson, US-amerikanischer Politiker, Bürgerrechtler und Baptistenpastor, bewirbt sich in diesem Jahr als zweiter Afroamerikaner überhaupt um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten und er kommt in mehr oder weniger offizieller Funktion nach Kuba. Hierzu ein Link aus der „Zeit“

http://www.zeit.de/1984/28/jesse-jackson-freistildiplomat-im-zwielicht

Fidel Castro empfängt den amerikanischen Bürgerrechtler, die unvermeidliche Zigarre in der Hand, mit einer herzlichen Umarmung. Und wir sind aus 30 Meter Entfernung Zeuge dieser epochalen Begegnung.

KubaCastro

Fidel Castro

Kuba ist ein Inselstaat in der Karibik. Er grenzt im Nordwesten bzw. Norden an den Golf von Mexiko bzw. an den Atlantischen Ozean und im Süden an das Karibische Meer. Hauptstadt des Landes ist Havanna, die Amtssprache Spanisch und die Währung der Kubanische Peso, Peso convertible. Auf 109.884,01 km² leben 11,27 Millionen Menschen. Der Archipel gehört zu den Großen Antillen. Es besteht neben der gleichnamigen Hauptinsel Kuba, der größten der Karibik, aus der Isla de la Juventud (früher Isla de Pinos) und rund 4195 kleineren und kleinsten Inseln.

KubaKarte

Auf Kuba leben etwa 11,27 Millionen Menschen, davon über zwei Millionen in der Hauptstadt Havanna. Insgesamt leben 76,8 Prozent der Kubaner in städtischen Gebieten. Die Inselbevölkerung wuchs in der Vergangenheit kontinuierlich um eine Million Menschen je Jahrzehnt. Ursachen für das hohe Bevölkerungswachstum sind die hohe Lebenserwartung und die mit 4,9 Fällen je 1000 Geburten geringe Kindersterblichkeit. Aufgrund zurückgehender Geburtenrate (1,5 Kinder pro Frau) und Emigration hat sich die Bevölkerungsentwicklung inzwischen verlangsamt. Anfang 1959 stürzten die kubanischen Revolutionäre unter der Führung von Fidel und Raúl Castro, Camilo Cienfuegos und dem Argentinier Ernesto Guevara, genannt Che, den kubanischen Diktator Fulgencio Batista und errichteten ab 1961 (Deklaration von Havanna) einen sozialistischen Staat. Die damit verbundenen Enteignungen von US-Firmen und US-Bürgern führten zu einem dauerhaften Embargo der USA und weiterer westlicher Staaten gegen Kuba. Kuba suchte und fand Unterstützung bei den sozialistischen Staaten Osteuropas, insbesondere der damaligen Sowjetunion. Aufgrund der strategischen Lage Kubas eskalierte 1962 der Konflikt zwischen den USA und der UdSSR in der sogenannten Kubakrise. Noch heute leidet Kuba unter wirtschaftlichen Sanktionen und ist als eines von wenigen Ländern nicht Mitglied in supranationalen Bündnissen. Kuba gilt in der Politikwissenschaft als bürokratisch-autoritärer Staat. Gewaltenteilung existiert hier faktisch nicht. Gemäß der marxistisch-leninistischen Ideologie der herrschenden Kommunistischen Partei Kubas handelt es sich um deren positiv besetzte Ausprägung einer Diktatur des Proletariats. Da der Bevölkerung keine Auswahlmöglichkeiten über eventuelle politische Alternativen zur Verfügung stehen, kann über die Zustimmungsrate nur spekuliert werden. Die Situation in den kubanischen Gefängnissen gilt als unbefriedigend. Insbesondere politische Gefangene berichten regelmäßig von unzumutbaren Haftbedingungen. Nach Berichten ehemaliger Gefängnisinsassen sind primitivste Lebensbedingungen, verweigerte medizinische Versorgung, Isolationshaft, Misshandlungen und teilweise Folter an der Tagesordnung. Internationale Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch und Amnesty International dokumentieren insbesondere die politisch motivierte Verhaftung und Verurteilung von Regierungskritikern. Von 75 politischen Dissidenten, die nach ihrer Inhaftierung 2003 zu 28 Jahren Haft verurteilt wurden, saßen 2008 noch 55 in den Gefängnissen, unter schlechter medizinischer Versorgung und unter Misshandlungen leidend. Mitte 2010 erreichte die Katholische Kirche in Kuba unter Verhandlungsführung von Kardinal Jaime Ortegadie Zusage der kubanischen Regierung, alle bis dahin verbliebenen 52, von Amnesty International als gewaltfreie politische Gefangene geführten Häftlinge freizulassen. Bis Ende 2010 kamen 41 politische Gefangene frei. Bis auf einen wurden alle zusammen mit den engsten Familienangehörigen nach Spanien ausgewiesen, welches sich zur Aufnahme der Dissidenten bereit erklärte. Ende März 2011 wurden die restlichen Gefangenen der im Rahmen des Schwarzen Frühlings 2003 festgenommenen Gruppe der 75 freigelassen. Zwei von ihnen wurde gestattet, in Kuba zu bleiben. Am 24. Dezember 2011 kündigte Präsident Raúl Castro eine Amnestie an, die rund 3000, vor allem nicht politische Gefangene betreffen sollte. Seitdem setzt die kubanische Regierung verstärkt auf Kurzfestnahmen von Regierungsgegnern. Fünf von Amnesty International als gewaltfreie Gewissensgefangene anerkannte politischen Gefangenen wurden im Januar 2015 entlassen, drei davon auf Bewährung. Ein politischer Gefangener saß zu dieser Zeit noch seine einjährige Haftstrafe wegen „öffentlicher Störung“ ab. Die Repressionen gegen Oppositionelle gingen jedoch weiter. Quelle: Wikipedia.

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