Demokratische Republik Kongo „Meine” UN-Staaten – zum 83sten

DRKFahne

Im Jahre 2004 reise ich mit meinem Kumpel Walter mit sogenannten Buschtaxis von Uganda nach Burundi, bevor wir nach Kenia fliegen, wo wir eine Reisegruppe erwarten, welche ich durch dieses Land führe. Von Ruanda aus unternehmen wir einen Abstecher nach Goma im Osten der Demokratischen Republik Kongo.

Während des Bürgerkrieges und Völkermords im nahe angrenzenden Ruanda 1994 war Goma eines der Hauptziele für Flüchtlinge. Unter diesen waren nebst Zivilisten auch Mittäter des Genozids. Nachdem über eine Million Flüchtlinge die Stadt erreicht hatten, brach in den Lagern eine Cholera-Epidemie aus, die mehrere Tausend Opfer forderte. In den Jahren 1997 und 1998, als der Bürgerkrieg im Kongo nach dem Sturz von Präsident Mobutu Sese Seko eskalierte, eroberten ruandische Regierungstruppen Goma. Im Zuge der Verfolgung von Hutu, die in der Stadt Zuflucht gesucht hatten, töteten sie auch Hunderte Unbeteiligte. Im Jahre 2002 wurde die Stadt von einem Lavastrom aus dem etwa 14 km entfernten Nyiragongo im Norden zu großen Teilen zerstört, die meisten Menschen verloren ihr zuhause, viele kamen ums Leben. Zehntausende Menschen flohen Ende Oktober 2008 aufgrund einer Offensive von Tutsi-Rebellen aus der Stadt. (Quelle: Wikipedia)

Im Leben eines Globetrotters gibt es immer wieder sogenannte Zeitfenster, die ermöglichen in gefährliche Gebiete zu gelangen. In diesem Fall herrschte nach dem Vulkanausbruch im Jahre 2002 und dem darauf folgenden Rückzug der Rebellen eine Zeit der relativen Sicherheit. Nach 2008 wiederum war es viel zu gefährlich dort hin zu reisen.

Hier einige Impressionen von dem Leben in einem zerstörten Land, wo nur der Glaube ein wenig Hoffnung gibt:

Viele Häuser am nicht vom Vulkan zerstörten Stadtrand zeugen vom brutalen Bürgerkrieg, der Dschungel wird die Ruinen bald bedecken:

Zerstörte Häuser in Goma © Wolfgang Stoephasius

Zerstörte Häuser in Goma © Wolfgang Stoephasius

Dieser Vulkan hat so viel Unglück über das Land gebracht:

Nyiragongo © Wolfgang Stoephasius

Nyiragongo © Wolfgang Stoephasius

Die Demokratische Republik Kongo, von 1971 bis 1997 Zaire, abgekürzt DR Kongo, Kongo bzw. Kongo-Kinshasa oder einfach der Kongo, ist eine Republik in Zentralafrika. Sie grenzt (von Norden im Uhrzeigersinn) an die Zentralafrikanische Republik, den Südsudan, Uganda, Ruanda, Burundi, Tansania, Sambia, Angola, den Atlantik und die Republik Kongo. Die DR Kongo ist an Fläche der zweitgrößte und an Bevölkerung der viertgrößte Staat Afrikas. Auf 2.344.858 km² leben 79.375.136 Menschen. Das Land wird vom Äquator durchzogen; es herrscht ein tropisches Klima. Große Teile des Staatsgebietes sind von tropischem Regenwald bedeckt. Hauptstadt ist Kinshasa und die Währung der Kongo-Franc.  Amtssprache ist Französisch ,daneben gibt es Kikongo, Lingála, Swahili und Tschiluba als Nationalsprachen.

DRKKarte

Trotz seines Rohstoffreichtums zählt der Staat, bedingt durch jahrzehntelange Ausbeutung, Korruption, jahrelange Kriege und ständige Bevölkerungszunahme, heute zu den ärmsten Ländern der Welt. Im Human Development Index der Vereinten Nationen nahm die Demokratische Republik Kongo im Jahr 2013 den vorletzten Platz ein. Der belgische König Leopold II., von dem Gedanken an ein Kolonialreich seit langem fasziniert,  vereinnahmte 1885 den Kongo im Nachgefolge der Kongokonferenz als seinen „Privatbesitz“. Dieser Status jenseits allen Völkerrechts war in der ganzen Kolonialgeschichte einzigartig. Da mit dem Kongo zugleich auch alle seine Bewohner als rechtloser Privatbesitz angesehen wurden, kam es bei der wirtschaftlichen Ausbeutung (Kautschukboom) zu solch grausamen Exzessen, dass sie als so genannte Kongogräuel 1908 international für Aufsehen und Empörung sorgten und Leopold zur Übergabe des Kongo als „normale“ Kolonie an den belgischen Staat zwangen. Am 30. Juni 1960 wurde die „Republik Kongo“ unabhängig. 1965 putschte der frühere Assistent Lumumbas, Joseph Mobutu, und errichtete in den folgenden Jahrzehnten eine der längsten und korruptesten Diktaturen Afrikas. Das Ende der Diktatur Mobutus begann stattdessen mit dem Völkermord in Ruanda, in dessen Folge Hunderttausende der am Völkermord beteiligten Hutu nach Zaire flohen. Der Rebellenchef Laurent-Désiré Kabila wurde 1997 neuer Präsident und benannte Zaire wieder in Demokratische Republik Kongo um. Die einstigen Verbündeten hatten sich rasch zerstritten, und 1998 versuchten erneut von Ruanda gestützte Rebellenorganisationen von Osten aus das Land zu erobern. Der Kongokrieg hatte schwerwiegende sozioökonomische Auswirkungen auf das Land. Wirtschaft und Sozialsysteme, die bereits vor dem Krieg am Boden lagen, brachen völlig zusammen, ganze Landstriche wurden weitgehend entvölkert. Die Zahl der Opfer ist unbekannt, Hochrechnungen gehen von mehr als drei Millionen indirekter Kriegsopfer aus. In den letzten Jahren operierten Dutzende bewaffneter Gruppierungen in den Kivuprovinzen. Deren Stärken reichen von wenigen Dutzend bis zu mehreren tausend Kämpfern. An vielen Gruppen sind desertierte Soldaten der FARDC oder andere Sicherheitskräfte beteiligt. Zu den größten zählen die FDLR, die Raïa Mutomboki, die Alliance des patriotes pour un Congo libre et souverain und die Nyatura. Die Bewegung 23. März wurde im April 2012 von ehemaligen Mitgliedern der CNDP aus Unzufriedenheit über die Umsetzung des Friedensabkommens gegründet. Sie erlangte maßgeblich Kontrolle im Territorium Rutshuru und erregte großes Aufsehen durch die zwischenzeitliche Einnahme der Provinzhauptstadt Goma. Nach mehreren gescheiterten Verhandlungsrunden mit der Regierung und der Etablierung einer UN-Eingreiftruppe unterlag sie Anfang November 2013 schließlich militärisch. Der Kongo zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Eine Untersuchung der kongolesischen Regierung von 2006 ergab folgende Zahlen: 76 % der Bevölkerung konnten ihre Kinder nicht zur Schule schicken, 79 % waren unterernährt, 81 % hatten keinen ausreichenden Wohnraum und 82 % keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Insgesamt 71 % der Bevölkerung lebten in absoluter Armut. Die Armut ist recht unterschiedlich verteilt, in der ärmsten Provinz Équateur oder in den besonders vom Krieg betroffenen Kivuprovinzen wurden die höchsten Werte festgestellt. (Quelle: Wikipedia).

 

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