Katar „Meine” UN-Staaten – zum 76sten

KatarFahne

1996 waren Renate und ich in diesem kleinen Staat auf der arabischen Halbinsel, übrigens die erste Reise in einen der Golfstaaten. In den vergangenen knapp 20 Jahren hat sich dort viel verändert. Die Hauptstadt Doha besitzt nun eine Skyline, die es problemlos mit Weltstädten aufnehmen kann. Damals war das Sheraton in Doha in welchem wir wohnten, das einzige moderne Hotel. Als wir mit dem Leihwagen unterwegs waren und einen Anhalter mitnahmen erfuhren wir einiges über die dortige Menschenrechtslage. Der junge Mann war Ägypter und erzählte uns, wie die Arbeiter schon damals ausgebeutet wurden.

Katar damals:

Katar (1)

Hotel Sheraton © Wolfgang Stoephasius

Katar (2)

© Wolfgang Stoephasius

Katar (3)

© Wolfgang Stoephasius

Katar heute:

KatarNeu

Katar ist ein Emirat an der Ostküste der arabischen Halbinsel am Persischen Golf. Das Land wird als absolute Monarchie regiert. Staatsreligion ist der Islam, und die Scharia ist die Hauptquelle der Gesetzgebung. Der Staat Katar liegt auf einer Halbinsel und grenzt im Süden an Saudi-Arabien. Vor der Küste im Nordwesten liegt das Königreich Bahrain. Von Süden nach Norden dehnt sich das Land rund 180 km, von Westen nach Osten 80 km aus. Das Staatsgebiet schließt einige Inseln ein. Hauptstadt ist Doha und die Währung der Katar-Riyal (QAR). Die Fläche beträgt 11.606 km².

KatarKarte

Mit rund 300.000 von über zwei Millionen Menschen ist nur jeder siebte Einwohner Katars Inländer. Fast jeder dritte ist indischer oder pakistanischer, jeder sechste nepalesischer Abstammung und etwa 7 % stammen aus anderen arabischen Ländern. Die meisten Inländer gehören dem sunnitischen Islam an; diese sind vor allem streng islamische Wahhabiten. Der sunnitische Islam ist Staatsreligion. Unter den Ausländern herrschen Schiiten vor; ferner gibt es einen beträchtlichen Anteil an Hindus, ungefähr 3.000 Juden, wobei die Anzahl auf bis zu 15.000 geschätzt wird, und 70.000 Christen in Katar. Amtssprache ist Arabisch, Handelssprachen sind Persisch und Englisch. Daneben werden Urdu und andere indoarische Sprachen gesprochen. Katar wird vorgeworfen, einer der wichtigsten Finanziers der Terrormiliz Islamischer Staat zu sein. Deutschlands Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) nannte in einem ZDF-Interview im Zusammenhang mit der IS-Finanzierung das „Stichwort Katar“, in einem darauffolgenden Interview distanzierte sich Angela Merkel indirekt von diesem Vorwurf. Der CDU-Vizevorsitzende Thomas Strobl stellte indirekt die Eignung Katars als Großinvestor in Deutschland infrage. Katars Distanzierung von diesem Vorwurf wird allgemein für unglaubwürdig gehalten. Die grüne Abgeordnete Katja Keul verwies darauf, dass Katar in Ägypten, Mali, Syrien, Irak und Libyen islamistische und terroristische Organisationen fördert. Katar weigere sich insbesondere, die Beteiligung eigener Staatsangehöriger an Kämpfen im Ausland sowie den Aufruf zur Teilnahme an solchen Kämpfen unter Strafe zu stellen und damit der UNO-Resolution 2170 nachzukommen. Anders als in Saudi-Arabien sei die Werbung für IS, die Rekrutierung von Kämpfern und die Unterstützung durch Spenden für Kataris bis heute ohne jede Konsequenz möglich. Auch der SPD-Vizevorsitzende Ralf Stegner nannte Katars Einfluss auf die Konflikte in der Region „nicht eben krisenentschärfend“. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International kritisieren die zahlreichen Menschenrechtsverletzungen, die im Berichtsjahr in Katar begangen wurden. Freedom House schätzt die Lage in Katar grundsätzlich als nicht frei ein. Frauen erführen oft weiterhin Benachteiligungen, obwohl sich die Situation im Vergleich zum Vorjahr leicht verbessert habe. Blasphemie in der Öffentlichkeit kann Haftstrafen von bis zu sieben Jahren zur Folge haben. Die Arbeits- und Lebenssituation von Arbeitsmigranten in Katar sind teilweise menschenunwürdig. Die Vereinten Nationen forderten Katar im November 2013 mit Blick auf dieFußball-Weltmeisterschaft 2022 auf, die Lage der Arbeitsmigranten zu verbessern. „Bei vielen Einwanderern werden an ihren Arbeitsplätzen die Menschenrechte verletzt, manche erhalten ihren Lohn nicht, oder ihnen wird weniger gezahlt als vereinbart“, sagte der UN-Sonderberichterstatter für die Rechte von Migranten, François Crépeau.

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