Kamerun „Meine” UN-Staaten – zum 72sten

KamerunFahne

Im Herbst 2006 bereiste ich den Norden Zentralafrikas und zwar von Kamerun in den Tschad und weiter in die Zentralafrikanische Republik.

In Duala, der Wirtschaftsmetropole, besuchte ich den Friedhof, auf welchem der eine oder andere Grabstein an die deutsche Periode erinnert.

Kamerun (2)

Grabstein in Duala © Wolfgang Stoephasius

Die Hauptstadt Yaoundé ist eine quirlige Metropole.

Kamerun (1)

Yaoundé © Wolfgang Stoephasius

Ich habe sogar das Glück einem der seltenen Flachlandgorillas zu begegnen.

Kamerun (3)

Gorilla © Wolfgang Stoephasius

In den Mandara-Bergen wanderte ich mit einem Führer und kam dabei auch auf nigerianisches Gebiet, heute Hochburg der Boko Haram. Ein Schamane prophezeite mir hier, dass ich wieder nach Kamerun kommen werde.

Tatsächlich kam ich im Jahre 2008 auf der Reise nach Äquatorialguinea noch einmal ins Land.

Kamerun (4)

Mandara-Berge © Wolfgang Stoephasius

Kamerun ist ein Land in Zentralafrika. Es grenzt an Nigeria, den Tschad, die Zentralafrikanische Republik, die Republik Kongo, Gabun, Äquatorialguinea und den Atlantischen Ozean durch die Bucht von Bonny. Hauptstadt ist  Yaoundé und die Währung der CFA-Franc BEAC (XAF). Die Zahl der in Kamerun gesprochenen Sprachen entspricht der Vielzahl der dort siedelnden Ethnien. Amtssprachen sind Französisch (rund 80 % der Bevölkerung) undEnglisch (ca. 20 % der Bevölkerung), entsprechend der Zuordnung der Verwaltungsdistrikte nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg (Völkerbundsmandate/UNO-Treuhandschaft). Kameruner Pidginenglisch dient als Lingua franca; daneben gewinnt Camfranglais, eine Mischung aus Französisch, Pidgin und mehreren kamerunischen Sprachen, in den Städten und unter Jugendlichen an Bedeutung. Im Land leben auf 475.442 km²  22,25 Millionen Menschen.

KamerunKarte

1868 wurde durch die Errichtung von Handelsniederlassungen des Hamburger Handelshauses Woermann an der Mündung des Wouri der deutsche Einfluss auf Kamerun immer stärker. Am 14. Juli 1884 schloss der deutsche Generalkonsul Gustav Nachtigal als Kaiserlicher Kommissar mit mehreren Headmen der Duala und anderen regionalen Herrschern Schutzverträge ab und proklamierte damit die sogenannte deutsche „Schutzherrschaft“ über Kamerun als Deutsche Kolonie. Die faktische Inbesitznahme des Hinterlandes und die gewaltsame oder kooperative Integration der dortigen Gesellschaften vollzog sich allerdings erst in den folgenden 30 Jahren und war bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges noch nicht endgültig abgeschlossen. Im Jahr 1911 erfolgte im Marokko-Kongo-Abkommen auf Kosten der französischen Kolonien in Zentralafrika eine bedeutende Vergrößerung der Kolonie (Neukamerun). Die hierdurch angeschlossenen Territorien gingen allerdings durch den Vertrag wieder verloren. Im Ersten Weltkrieg konnte sich die zahlenmäßig und materiell unterlegene Schutztruppe nur zwei Jahre in Kamerun halten. 1916 ergab sich die letzte Garnison in Mora (Nordkamerun) der britischen Kolonialarmee.

Die Korruption ist ein weit verbreitetes Problem. Kamerun nimmt den Platz 146 von insgesamt 178 gelisteten Staaten auf der Weltrangliste von Transparency International im Jahr 2010 ein (je höher die Platzzahl, desto mehr Korruption ist vorhanden). Die Begriffe, die in Kamerun für Korruption benutzt werden, sind vielfältig: Gombo, bière, taxi, carburant, motivation, le tchoko und andere. Seit den massiven Lohnsenkungen in der Folge der Austeritätsmaßnahmen des IMF (Internationaler Währungsfonds) zu Beginn der 1990er Jahre hat sich das Phänomen vervielfacht. Die überbordende Bürokratie und Intransparenz der administrativen Prozeduren fördert das Phänomen. Die Justiz gilt als vollständig korrupt. Lynchjustiz gegenüber auf frischer Tat ertappten Straftätern ist weit verbreitet und wird in der Regel durch das mangelnde Vertrauen in die Integrität der Sicherheitskräfte begründet. Der Hafen von Duala gilt als eines der Zentren der Korruption. Quelle: Wikipedia.

Der Terror der Islamistengruppe Boko Haram beschränkt sich nicht ausschließlich auf Nigeria. Im Nachbarland Kamerun ist man nach einer Serie von Selbstmordanschlägen, bei denen Kinder eingesetzt wurden, aufgeschreckt. Und reagiert mit drastischen Sicherheitsmaßnahmen. Kinder dürfen nicht mehr betteln. Die Burka ist verboten, Anhalter mitzunehmen ebenfalls. Außerdem müssen Busse und Lastwagen Metalldetektoren mitführen. Nach einer Woche mit einer Serie von Anschlägen, die etwa 60 Todesopfer forderten, hat die Angst vor dem Terror von Boko Haram auch Kamerun fest im Griff. Besonders tückisch: Die Terroristen setzen gerade in Kamerun zunehmend Kinder für Selbstmordattentate ein. Quelle: Stefan Ehlert, HR, ARD-Hörfunkstudio Rabat.

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