Russland – Von der Ostsee an das Kaspische und Asowsche Meer (2)

Teil 2: Auf dem Ostsee-Wolga-Kanal.

Als wir morgens aus dem Fenster schauen sind wir noch auf dem Ladoga See, dem größten Binnensee Europas, kommen aber bald in die Swir, am Ufer erstrecken sich unendlich erscheinende sich verfärbende Birkenwälder. Später passieren wir die erste Schleuse.

Schleue

© Wolfgang Stoephasius

Gegen 14 Uhr laufen wir die Ortschaft Mandrogi an. Die erste Etappe betrug 302 km. Der Ort wurde im Krieg völlig zerstört, nun ist hier ein Touristendorf entstanden. In einer Art Bierzelt gibt es eine sogenannte Schachlikparty. Der Fischspieß schmeckt recht gut, es gibt Rotwein, Plov (typisches Reisgericht) und Salat dazu, das Geschirr ist leider aus Plastik. Wir spazieren in dem Dörflein etwas herum.

Mandrogi

© Wolfgang Stoephasius

In der Nacht darauf haben wir den Onega See, zweitgrößtes Binnengewässer Europas, erreicht. Das Schiff nimmt auf dem See Kurs Nord und wir erreichen nach der 356 km langen Fahrt den nördlichsten Punkt unserer Reise, auf dem gleichen Grad wie das sibirische Kamtschatka. Als wir auf der Insel Kizi an Land gehen regnet es heftig. Ein Führer zeigt uns das Kirchenensemble mit der Sommerkirche (Christi Verkündigung) und der Winterkirche (Maria Schutz und Fürbitte).

Kirchenensemble

© Wolfgang Stoephasius

Wir schauen uns ein Bauernhaus an. Die Kirche des Auferstandenen Lazarus ist eine der ältesten Kirchen Russlands.

Lazarus

© Wolfgang Stoephasius

Die sanft klingenden Glocken der Erzengel-Michael-Kapelle werden für uns geläutet.

ERZENGEL

© Wolfgang Stoephasius

Alle Gebäude sind aus Holz und wurden zum Großteil hierher gebracht, es handelt sich um ein Museumsdorf und gehört zum UNESCO-Welterbe. Der Himmel bleibt wolkenverhangen. Unser Kurs ist nun Südwest. Es ist kalt, gut dass wir in der Kabine eine Heizung haben. Am Spätnachmittag verlässt das Schiff den See und fährt in den Kanal des Flusses Kowscha ein und danach beginnen die sechs Schleusen, welche die Verbindung zu Wolga herstellen.

Als es am nächsten Morgen allmählich hell wird fahren wir auf dem Weißen See, wir haben die Wasserscheide überwunden. Zwei Stunden früher als geplant fährt das Schiff in den Fluss Scheksna ein, es geht wieder über weites flaches Land, die Ufer sind von sich verfärbenden Lärchen und Nadelbäumen bestanden.

Wir sind nahezu drei Stunden eher als vorgesehen in dem Örtchen Goritzy. Die Fahrtstrecke betrug 356 km. Wir laufen in dem typischen russischen Dorf herum, schauen bei einem Holzschnitzer in das Haus.

Goritzy

© Wolfgang Stoephasius

Mit dem Bus geht es zum sieben Kilometer entfernten riesigen Kirillo-Belosersky-Kloster welches im 15. Jh. vom Mönch Kirill errichtet wurde. Einst war es außerdem Festung, eines der wenigen aus Lehm gebauten Klöster in Nordfinnland und eines der größten des Landes. Es liegt an einem kleinen See.

Kyrill-Kloster

© Wolfgang Stoephasius

Heute leben wieder sechs Mönche in der Anlage. Wir bestaunen in einer der Kirchen die Ikonostase (die Ikonenwand).

Ikonen

© Wolfgang Stoephasius

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