Der Albert aus Regensburg und die Flüchtlinge

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Am Samstag, dem 6. September sind wieder tausende von Flüchtlingen am Münchner Hauptbahnhof angekommen, die meisten von ihnen völlig erschöpft aber glücklich. Es waren viele Familien dabei, sie kamen fast alle aus Syrien und Afghanistan. Renate und ich waren dabei, um den Menschen gemeinsam mit den vielen anderen Münchnern einen herzlichen Empfang zu bereiten. Neben uns stand ein Herr mit Hut. Der Albert aus Regensburg war mit dem Auto hierhergekommen, um gleich eine Familie mit zu sich nachhause zu nehmen. Das ist natürlich nicht so einfach, die Ankommenden müssen ja erst registriert und in das Asylverfahren eingegliedert werden. So schrieb der Albert unentwegt Zettel mit Adresse und Telefonnummer und drückte diese ankommenden Familien in die Hände. „Ich hab eine 120 Quadratmeter- und sein Freund eine 60 Quadratmeterwohnung, da bringe ich gern zwei große Familien unter, ich habe ein glückliches Leben und will gerne etwas zurückgeben“ sagte er im tiefsten Oberpfälzisch, herzte Kinder, umarmte Männer und eine ältere Frau mit Kopftuch, deren kummergeplagtes graues Gesicht sich dabei leicht rötete. Ein kleines vielleicht einjähriges afghanisches Mädchen nahm er auf seinen Arm und setzte ihm seinen Hut auf. Sie wollte diesen gar nicht mehr loslassen. „Macht nix“ meinte er und die Mama stieg mit Kind und Hut in den bereitstehenden Bus. „Servus alles Gute“ rief er ihnen nach.

Fotos: © Wolfgang Stoephasius

2 Gedanken zu „Der Albert aus Regensburg und die Flüchtlinge

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