Die Wanderung von München nach Venedig (Rückblick)

 Tag 18: Von St. Michael nach Tramin   

Das Frühstück haut uns zwar nicht vom Hocker, dafür ist die Frau Christine eine gute Unterhalterin und wir reden lange über das nach wie vor angespannte Verhältnis zwischen Südtirolern und Italienern. Die Sonne steht schon hoch, als wir uns auf den Weg machen. Entlang der alten Bahntrasse marschieren wir hinüber nach Kaltern.

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(c) Wolfgang Stoephasius

Vom Ortskern steigen wir hinauf nach St. Anton und halten beim Jagerkeller. Hier haben wir schon viele schöne Stunden verbracht und sind bei so mancher von mir organisierten Gruppenreise in dem urigen Buschenschank eingekehrt. Margret, die Wirtin, die ich schon als junges Mädchen gekannt habe, zeigt sich ziemlich reserviert. Sie ist inzwischen zur knallharten Geschäftsfrau mutiert. Da ich ihr keine Gruppen mehr bringe, ist auch ihr Interesse an uns verloschen. Dabei kennen wir uns schon über 30 Jahre. So ist halt das Leben.

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(c) Wolfgang Stoephasius

Wir ziehen weiter nach Altenburg, welches wunderschön über dem Kalterer See liegt.

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(c) Wolfgang Stoephasius

An diesen Ort hat Renate schöne  Erinnerungen aus ihrer Kinder- und Jugendzeit. Ihre Großmutter ist mit ihr in den Sechzigern alle Jahre in ihre alte Heimat gefahren und hat sie mit den Schönheiten  Südtirols vertraut gemacht. Einer dieser Ausflüge führte sie auch nach Altenburg. Hier gab es ein uriges Wirtshaus, welches von der in der gesamten Provinz berühmten Wirtin Alwine geführt wurde. An diese Gastwirtschaft kann sich meine Gute ganz besonders deswegen erinnern, weil sie hier ihren ersten Rausch gehabt hat. Dieses Gasthaus existiert nicht mehr, sondern wurde zu einem Herrenhaus ausgebaut. Vor einigen Jahren haben uns der neue Hausherr mit Gattin ihr neues Refugium gezeigt. Im Jahre 1974 hatte der bekannte Südtiroler Maler und Bildhauer Robert Scherer das Haus übernommen und luxuriös renoviert. Er hatte bis 1988 selbst dort gewohnt und später ist Herr Fuchs aus einer berühmten Unternehmerdynastie mit seiner Frau hier eingezogen.

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(c) Wolfgang Stoephasius

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(c) Wolfgang Stoephasius

Wir kehren im „Sonnenhof“ auf deftige Speckknödel- und Gerstensuppe ein und steigen steil über den Weiler Söll hinunter nach Tramin.

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(c) Wolfgang Stoephasius

Eigentlich möchten wir in der Pension „Mandelhof“ übernachten, die ist aber ausgebucht. Auf Empfehlung der Wirtin kommen wir bei Frau Conci im Ortsteil Kastelaz unter.

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(c) Wolfgang Stoephasius

Wir stellen unsere Rucksäcke ab, spazieren hinunter in den Ortskern von Tramin und lassen uns in einer Gartenwirtschaft auf ein Glas Gewürztraminer nieder. Es ist schon lange dunkel, als wir wieder hinauf nach Kastelaz steigen. Eine Kellerwirtschaft hat noch auf und wir bestellen uns eine Portion Speck am Brettl.

Unsere Tagesetappe hat lediglich 15 Kilometer betragen. Aber es gab viel zu sehen.

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