Die Brunnen am Münchner Viktualienmarkt

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Meine Lieblingsstadt auf der Welt ist München, ganz einfach weil es meine Heimat ist und mein Lieblingsplatz ist der Viktualienmarkt. Jetzt ist wieder die Zeit, um dort Menschen zu treffen und mit ihnen zu plaudern, zu ratschen, wie der Bayer sagt. Fremde fragen mich immer wieder nach den Brunnen auf dem Markt.

München hat an die 300 öffentlich zugängliche Brunnen, aus 70 davon  sprudelt vorzügliches Quellwasser. Und das sind die Brunnen auf dem Viktualienmarkt:

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Ida-Schumacher-Brunnen

Die Quadratratschen wurde am 5. März 1894 im niederbayerischen Arnstorf geboren. Unvergessen sind   ihre Szenen der Oa-Tandlerin (Eierhändlerin) auf dem Viktualienmarkt und als Trambahn-Ritzen-Reinigungs-Dame. Sie ist am 6. April 1956 gestorben.

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Karl-Valentin-Brunnen

Der wohl beliebteste Münchner Volkssänger Karl Valentin mit bürgerlichem Namen Valentin Ludwig Fey wurde am 4. Juni 1882 in München geboren. Er starb am Rosenmontag, dem 9. Februar 1948 in Planegg. „Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.“

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Liesl-Karlstadt-Brunnen

Die Kabarettistin an der Seite von Karl Valentin wurde am 12. Dezember 1892 als Elisabeth Wellano in München geboren und starb am 27. Juli 1960 in Garmisch-Partenkirchen. In „der Apotheke“ empfiehlt sie dem Karl Valentin Isopropyl-propenyl-barbitursaures-phenyl-dimethyl-dimethyl-amino-pyrazolon und er empfindet dieses Wort als furchtbar einfach, so einfach, dass man es gleich vergisst.

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Elise-Aulinger-Brunnen

Die Volksschauspielerin wurde am 11. Dezember 1881 in München geboren und starb in ihrer Heimatstadt am 12. Februar 1965. Sie galt als die „Erfinderin“ Ratschkatl, die später von der Ida-Schumacher perfektioniert worden ist. Sie arbeitete für den Bayerischen Rundfunk und war Mitglied des Ensembles an den Kammerspielen. In der Operette „Münchner Luft“ verkörpert sie die Marktfrau Veronika Wurz.

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Weiß-Ferdl-Brunnen

Ferdinand Weisheitinger wurde am 28. Juni 1883 in Altötting und starb am 19. Juni 1949 in München. Als Direktor der Brettlbühne „Platzl“ gegenüber dem Hofbräuhaus, dort wo heute das Hard-Rock-Cafe ist, belustigte er die Münchner. Berühmt ist sein „Wagen von der Linie 8“. Vielen ist nicht bekannt, dass er ein bekennender Nazi war und sich als Antisemit auszeichnete:

„Der Kohn, der lässt sich taufen, nur weg’n die bösen Leut,
Er nimmt den Namen Schmid an, was ihn besonders freut,
Doch kann er sich nicht merken den Namen «Julius Schmid»
Und fragt man ihn: Wie heißen S‘, dann sagt er «Schmulius Jüd».

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Roider-Jackl-Brunnen

Jakob Roider wurde am17. Juni 1906 in Weihmichl bei Landshut geboren und ist am 8. Mai 1975 in Freising. Er war von Beruf Förster, hat sich aber einen Namen als Gstanzl-Sänger gemacht. Im Gegensatz zum Weiß Ferdl hat er sich nie bei den Nazis angebiedert. Den „Ewiggestrigen“, von denen es auch heute noch eine ganze Menge gibt, hat er ins Stammbuch geschrieben: „Hoffentlich geht’s bei uns ruhig weida und kimmt net wieder a Gefreida der de Leit damisch macht daß hernach wieder ois zammakracht“

Diese beiden Brunnen werden gerne übersehen:

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Kartoffelbrunnen

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Honigbrunnen

2 Gedanken zu „Die Brunnen am Münchner Viktualienmarkt

  1. Wie immer ein sehr gut recherchierter und auf das Wesentliche beschränkter Beitrag!
    Schade, dass ich deinen Blog erst jetzt gefunden habe, aber lieber spät als nie! ❤️
    Herzliche Grüße
    Renate

    Gefällt 1 Person

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