Islamphobie und Seligsprechung eines Bischofs

Beim Flanieren in der Münchner Innenstadt kannst du so manch interessante Entdeckung machen. So auch gestern wieder. Beim Oberpollinger vor dem Karlstor hatte ein winziges Häuflein von  Salafisten ihren Stand aufgebaut und verteilte kostenlose Exemplare des Korans.

Darum hatte sich ein Kreis Neugieriger gebildet, mittendrin der Rechtspopulist Michael Stürzenberger, er brüllte herum, lies keinerlei Diskussion aufkommen. Den Typen beobachte ich schon seit geraumer Zeit. In seinem Kopf haben sich bestimmt Textbausteine manifestiert, welche er ständig lärmend zum Besten gibt. Natürlich hat er damit recht, dass im Koran menschenverachtende Stellen zu finden sind, die ohne Zweifel zum Töten aufrufen. Diese Suren dienen den islamischen Terroristen von Al  Khaida, Islamischer Staat, Boko Haram und wie immer sie heißen mögen,  großteils finanziert von Saudi Arabien,  als Grundlage für ihren grauenvollen Feldzug gegen alle Andersdenkenden. Völlig außer Acht lässt Stürzenberger aber die fundamentalen Grundsätze des Islam, welche absolut friedfertig sind und nach welchen die überwältigende Mehrheit der Muslime lebt. Zu beobachten war, wie Stürzenberger jeglichen Kommentar niederbrüllte oder ins Gegenteil verkehrte. So hatte eine junge Frau mit türkischen Wurzeln gemeint, dass der Koran, welcher hier verteilt wird und aus welchem Stürzenberger rezitierte, eine Fälschung sei. Damit hatte sie natürlich nicht recht, es zeigte aber deutlich auf in welcher Umgebung sie aufgewachsen ist, nämlich in welcher der positive Islam gelebt wird. Es war fast rührend anzusehen, wie hilflos die Koranverteiler auf die Attacken Stürzenbergers reagierten uns sogar nach der Polizei riefen.

Mit dem Anschlag vom 11. September hat Al Khaida eine Falle gestellt, in welche der Westen ohne zu Zögern getappt ist. Mit dem völkerrechtswidrigen Einmarsch in den Irak, einem Kriegsverbrechen, wurden endgültige die Ursachen zu einem völlig irrationalen Auseinanderdriften der Religionen gesetzt. Zu hoffen bleibt, dass die Leute auf beiden Seiten, welche polarisieren, letztlich den Kürzeren ziehen, sonst sehe ich finsteren Zeiten entgegen.

Als ich nachhause kam, habe ich in den Nachrichten gehört, dass der 1980 ermordete Erzbischof von San Salvador, Oscar Romero, am Pfingstsamstag von Papst Franziskus seliggesprochen wurde. Dieser Akt hat mir wieder einmal gezeigt, wie es in allen Religionen dieser Welt menschelt. Johannes Paul II. hat alles dafür getan, dass dieser Menschenfreund nicht selig gesprochen wurde, weil er dem Kreis der Befreiungstheologen zuzurechnen war, also eigentlich die Gesinnung vertrat, welche Jesus Christus einst gepredigt hat. Die war dem erzkonservativen Papst aus Polen zu links.

So ist es mit allen Religionen der Welt. Sie sind für mich als Agnostiker von Menschen für Menschen gemacht. Und an den Menschen liegt es, was sie darauf machen.

Salam und Schalom, beides heißt Frieden – und das ist die Botschaft, nichts anderes!

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