Hafengeburtstag und Minikreuzfahrt

Hier ist ein kleiner Bericht über unsere zwei Tage in Hamburg. Neulich habe ich in der Zeitung gelesen, dass Hamburg die staugefährdedste Stadt Deutschlands ist und das bestätigt sich.  Wir warten ewig auf den Bus gegenüber von unserem Hotel, dann geht es eng an eng im überfüllten Bus stehend im Stau weiter. Wir nehmen vom Rathausplatz die Ringlinie der U-Bahn, die hauptsächlich überirdisch fährt und sehen die schönen Wohnhäuser im Grünen im nahen Umfeld der Stadt. Zurück am Rathaus gehen wir hinüber zur Binnenalster mit der großen Fontäne im See. Wir stehen wieder im Stau bis wir am Bahnhof Altona sind und fahren mit dem Bus zum Fähranleger Neumühlen. Dort ist Nuggi’s Elbkate, eine Art Kiosk mit einem bunten Publikum aus Einheimischen und Touris. Den Eigentümer, einen ehemaligen Kapitän, haben wir voriges Jahr in einer Kneipe in Altona kennengelernt. Wir haben uns mit diesem echten Hamburger Original unterhalten und er hat uns von seiner Frau Nanni erzählt. Er hat sie einst in der Dominikanischen Republik kennen gelernt und sie geheiratet. Er erzählte uns „Meine Alte die spinnt doch, die hat noch nie die Berge gesehen, war noch nie in Bayern und ist eine Fan vom FCB, und ich bin doch Sankt-Pauli-Fan. Die ganze Wohnung hängt voller Andenken an die Roten und nun muss ich auch noch in FC-Bayern-Bettwäsche schlafen.“ Ich versprach ihm, seiner Nanni was aus München zu senden. Einige Wochen später traf ich den Pep Guardiola in einem Münchner Fischrestaurant und bat ihn, ein Foto von ihm machen zu dürfen. Dieses benutzte ich für eine Collage und fügte es in ein Bild der Allianz-Arena ein. Das Poster schickte ich nach Hamburg. Nanni ist trotz all der Hektik, die in dem Kiosk herrscht, freudig überrascht uns persönlich kennenzulernen. Eingekeilt zwischen Touristen aus Holland und einigen Hamburger Originalen   essen wir in dieser lütten Hafenkneipe am Fähranleger Neumühlen die beste  Erbsensuppe unseres Lebens, dazu gibt es Bier aus dem Plastikbecher,  Tarnung, weil die Kneipe keine Alkohollizenz hat, vor dem Lokal darf man es getrost aus der Flasche trinken. In dem mit Souvenirs aus der ganzen
Welt vollgestopften Lokal stößt meine Renate auf ein Buch über Flusskreuzfahrten zwischen Wolga und Don in Russland.  Eine solche wollen wir im Herbst unternehmen. So ein Zufall und wir dürfen das Buch  mitnehmen. Mit der Linienfähre fahren wir zu den Landungsbrücken und steigen dort gleich in eine andere Fähre um. Zusammen mit zwei Wienern, einer der beiden gibt uns unentwegt Tipps über Beisel in seiner Heimatstadt,  nehmen wir gleich noch eine Fähre auf die andere Elbseite. Der Hafen mit seinen riesigen Containeranlagen, Verladekränen und herumwuselnden Schiffen ist einfach eine Wucht. Trotz Streik fährt die S-Bahn im 20-Minuten-Takt und wir fahren zum Bahnhof Altona. Regen und Sonne wechseln sich den ganzen Tag ab. Als wir dort ankommen schüttet es. Wir warten eine Weile und spazieren dann vorbei am Altonaer Rathaus zum Altonaer Balkon mit schönem Blick auf die Elbe. Am hohen Elbufer gehen wir Richtung Hafen, essen beim Altonaer Fischmarkt recht gut im Fischerhaus und haben bei der Rückfahrt mit den beiden Bussen endlich mal Glück.
Am nächsten Morgen  frühstücken wir  wieder beim Bäcker gegenüber des Hotels, unter anderem gibt es eine Mett-Schribbe, etwas ungewöhnlich für Bayern wie wir. Mit dem Bus (einmal umsteigen) fahren wir zur Hafenmeile, nehmen vom Fischerhafen Altona die Fähre zu den Landungsbrücken, schauen uns dort das bunte Treiben an und dann geht es mit der Fähre nach Finkenwerder. Dort gibt es in einer kleinen Kneipe Matjes mit Bratkartoffeln, ein besoffener Typ krakelt herum, faucht Touristen an „Ich wohne hier“.  Zurück bei den Landungsbrücken laufen wir durch die Budenstraßen mit einem riesigen Angebot zum Fischmarkt Altona, kaufen unterwegs Hosenträger und eine Hafengeburtstags-T-Shirt. Vom Fähranleger sehen wir die Einlaufparade ganz ausgezeichnet. Sie wird von der Gorch-Fock angeführt. In unserer Nähe stehen vier junge polnisch Matrosen aus Danzig. Als ihr Segler, das 3-Mast-Vollschiff „Dar Mlodziezy“ vorbeizieht, mache ich eine spektakuläre Aufnahme mit einem der Seeleute. Als die Parade mit 300 Schiffen vorbei ist, fahren wir zum Fähranleger Neumühlen und treffen dort Nuggi, das Original. Er ist nach sechs Monaten Aufenthalt vor einer Woche aus der Dominikanischen Republik zurückgekommen, im kalten regnerischen Hamburger Winterhalbjahr musste seine Nanni  den Laden schmeißen, er reißt sich immer noch kein Bein aus, sondern ist auf „Begrüßungstour“. Wir unterhalten uns mit verschiedenen Leuten, unter anderem  mit einem eigenartigen Flaschensammler mit ellenlangem Bart  und Namen Nobody, trinken am Tresen von Nuggi zwei Bierchen, draußen darf man wie gesagt aus der Flasche trinken, innen nur aus dem Plastikbecher. Nuggi erzählt, dass Nanni beim Bayernspiel gegen Baca so eine Art Voodoo-Beschwörungszauber vollführt hat. genutzt hat es nichts. Nach einer guten Bratwurst geht es im vollen Bus zum Bahnhof Altona. Dort schauen wir in die Kneipe „Möller“ mit so einer Art Drachen als Bedienung auf ein Bier. Hier darf geraucht werden, aber nicht gegessen. Das ist die Vorschrift bei 75-qm-Kneipen, größere dürfen einen Raucherbereich einrichten. Zum Abschluss gibt es beim Italiener-Bistro gegenüber des Hotels noch eine Pasta Alio-Olio und ein nettes Gespräch mit einem englischen Ehepaar, welches – welch ein Zufall – heute auch auf die „Elizabeth“ geht.
Im Moment habe ich Probleme mit meinem Tablet und kann keine Fotos in den Blog setzen. Auf dem Schiff habe ich sowieso keinen Internetempfang. So werde ich mich am Dienstag mit einer größeren Anzahl interessanter Fotos wieder melden.

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