Von Brunnen und Löwen

0324 (2)

Ein kleines Essay zum „Löwensteicheln“ vor der Münchner Residenz. Der Ursprung dafür soll auf das Jahr 1848 zurück gehen. In der Stadt hingen Plakate, welche König Ludwig I. zur Abdankung aufforderten. Die Geheimpolizei nahm einen Studenten fest, als dieser solch skandalösen Verlautbarungen an Häuserwände klebte  und führte ihn dem Monarchen in der Residenz vor. Auf Majestätsbeleidigung stand die Todesstrafe. Der König herrschte den jungen Mann an, was er sich herausnehme, mit rebellischen Königsgegnern gemeinsame Sache zu machen. Entrüstet wies der junge Mann das Ansinnen von sich und erwiderte, er habe ganz alleine gehandelt. Dieser Mut stimmte Ludwig I. gnädig und er befahl der Wache den Delinquenten zu entlassen. Als dieser aus der Toreinfahrt trat, streichelte er glücklich die Nase auf dem Schild. Was ist die Lehre, aus der Geschichte? An dem Tag, an welchem man einen der Löwenköpfe auf dem Schild berührt, stirbt man nicht. Ob das bei den Kopien die jetzt dort stehen auch noch gilt, das ist die Frage aller Fragen?  Diese stellt sich mir als bekennenden Agnostiker jedoch nicht. Wann immer ich mit dem Radl in der Stadt unterwegs bin, nehme ich jeden Umweg in Kauf, um einen Löwen vor der Residenz zu streicheln: Wos gwiss woaß ma ned“.

Heute hat es mich bei dem strahlend blauen Himmel aus dem Haus getrieben und ich bin erst mal zum Viktualienmarkt geradelt. Dort habe ich mich zu den Brunnenfreunden um den Watschi gesellt und mit dem bunten Völkchen ein Bier getrunken. Auf dem Heimweg ging es erst mal wo vorbei? Bei den Löwen vor der Residenz natürlich.

 0318 (2)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s