Jürgen Todenhöfer zum Islam

Herr Todenhöfer ist ein Pazifist sowie ein guter Mensch und das ist gut so. Deshalb ist aber auch er nicht davor gefeit, die Welt in Schwarz und Weiß zu unterteilen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob 99,9 Prozent der Muslime in Deutschland die Idee des IS ablehnen, weltweit schon gar nicht. Ganze Staaten oder Provinzen auf unserer Erde werden nach diesen Kriterien regiert und die Strafgesetze der Scharia gnadenlos angewendet (z.B. Iran, die indonesische Provinz ACEH und natürlich Saudi Arabien). Es nutzt jetzt nichts, darüber zu lamentieren, dass der Stich in ein Wespennest vom Westen, voran den USA mit den unsinnigen und verbrecherischen Kriegen im Mittleren Osten und in Afghanistan vollzogen wurde. Unsere westlichen Politiker führen in Paris einen Trauermarsch an, welchem Millionen von Menschen folgen, weil drei fanatisierte islamistische Terroristen siebzehn Menschen umgebracht haben. Zu dem verbrecherischen Staat Saudi Arabien schweigen sie. Was soll man da von einem Haufen Fussballmillionäre erwarten, die offensichtlich außer einem runden Ding und Geld nichts mehr im Kopf haben, obwohl viele von ihnen eine gediegene Schulausbildung absolviert haben? In dem Wüstenstaat wird nicht nur ein völlig harmloser Blogger systematisch und sadistisch über Monate zu Tode gepeitscht, sondern in dem Land werden auch  die fundamentalsten Menschenrechte mit Füßen getreten, das betrifft nicht nur Straftäter in unserem Sinn, sondern auch  Homosexuelle oder sogenannte Ehebrecher und eben Menschen, welche den Staat in irgendeiner Weise kritisieren. Im  dortigen Herrschaftssystem ist der Kern des weltweit islamistisch geprägten Terrorismus begründet. Haben wir vergessen, dass von den 19 Attentätern von NineEleven 15 aus Saudi Arabien kamen?

Die dortige Auslegung des Islam, welche sich auf den Teil des Korans bezieht, in welchem Mohammed Regeln für ein Land im Krieg aufstellt, wird in dem Wüstenstaat durch die verhängnisvolle Lehre der Wahhabiten praktiziert und in die muslimische Welt exportiert, das ist die wahre Wurzel des islamischen Terrorismus. Zu allem Unglück und das ist Tatsache, haben gerade die USA wesentlich an diesem tödlichen Export mitgewirkt, nämlich  durch die Inszenierung des Baues tausender Koranschulen an der pakistanisch/afghanischen Grenze mit dem einzigen Ziel, Taliban, Religionsschüler, zu Selbstmordattentätern zu erziehen und in den Krieg gegen die Russen zu schicken, finanziert von Saudi Arabien. Zusätzlich wurden zur Gewalt neigende Muslime aus den verschiedensten Ländern in der Bewegung von Al Kaida zusammengefasst und ebenfalls nach Afghanistan geschickt. Wie in Goethes Zauberlehrling sind diese Geister, die einst gerufen wurden, nun kaum noch zu stoppen. So wurde der friedliche Islam in Afghanistan und der gesamten zentralasiatische Region, wo vor noch nicht allzu langer der Sufismus, vorherrschte, zerstört. Ähnliche Tendenzen sind in Afrika zu beobachten, in Ländern, in welchen noch vor wenigen Jahren Christen und Muslime gemeinsam ihre religiösen Feste feierten, das beste Beispiel ist Boko Haram. „Alle Wege führen zu Gott“ steht am „Eingang zum Paradies“ auf dem Sufifriedhof im usbekischen Samarkant. Wieviel ist davon noch übrig geblieben? Wann werden die Führer der demokratischen Staaten begreifen, dass die Wurzel dieses Übels bekämpft werden muss? Nicht durch Krieg, nein durch Sanktionen. Kauft man den verwöhnten Typen aus der königlichen saudischen Familie mit ihren rund 5000 Prinzen kein Öl mehr ab, wird sich das Problem in Kürze erledigt haben, aber das ist natürlich nur ein Anfang. Heute (am 23. Januar 2015) ist der saudische König Abdullah bin Abdulaziz Al-Saud verstorben, sofort wurde als Nachfolger der 79jährige Salman bin Abdulaziz  bestimmt. Wie wäre es denn, wenn die Führer der westlichen Welt mit ihren Glückwünschen zur Thronbesteigung die nachdrückliche Forderung nach der Begnadigung des Bloggers verbinden würden, das wäre zumindest ein Anfang.

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