Die Narren werden immer narrischer

Das Festkomitee des Kölner Karnevals entscheidet sich, den Wagen zu „Charlie Hebdo“ nicht am Rosenmontagsfestzug teilnehmen zu lassen.

Die Dresdner Polizei entzieht den unsäglichen Pegida-Leuten die Genehmigung für eine Demo, nicht etwa, wegen der fremdenfeindlichen Beweggründe, sondern weil es zu Anschlägen durch islamistische Verbrecher kommen könnte.

Die Münchner Narrhalla verleiht Heino den Valentinsorden.

Nächste Jahr geht im Fasching das Theater weiter, dann wird Ibn Saleh Ibrahim, der Anführer von Boko Haram, diesen Orden bekommen und im Jahr 2017 geht dieser an den IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi, allerdings  vielleicht postum, weil er am vergangenen Wochenende möglicherweise  ums Leben gekommen ist.

Griechenland

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Nach dem Schneefall sah ganz München wie eine mit Pudezucker bedeckte Traumstadt aus. Dann wurde es wärmer, ausgeträumt, Matsch und aufgetürmte zur Seite geschobene   dreckige Schneehaufen verunstalten das Stadtbild. Dies kommt mir vor wie eine Parabel und ich schaue nach Griechenland. Fast das ganze Land im Freudentaumel nach dem Erdrutschsieg von Alexis Zipras – und nun sieht es anders aus. Die Pracht taut weg, die Kärnerarbeit des täglichen Politikergeschäftes beginnt. Ausgeträumt?

Wie lese ich den Blog

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Hier will ich euch mal zeigen, was ihr in meinem Blog alles findet.  Ihr könnt nicht nur sehen, was ich so Tag für Tag schreibe, vielleicht auch mal den einen oder anderen Blödsinn. Er erzählt einiges mehr. Schauen wir uns mal darauf um.

Oben links steht „Über“. Wenn ihr darauf klickt, erfahrt ihr etwas über mich, insbesondere, wenn ihr nachdem ihr „Über“ geöffnet habt und dort auf „View complete profile“ klickt, dort ist  auch eine kleine Foto-Galerie zu sehen.

Neben „Über“ steht „Der Weltenbummler“. Klickt ihr darauf, erfahrt ihr einiges über mein Reise-Leben.

Dort wo ich einen Beitrag geschrieben habe, dem eigentlichen Blog also, seht ihr „Hinterlasse einen Kommentar“. Wenn ihr darauf klickt öffnet sich ein Feld und ihr könnt mir dort schreiben, was ihr dazu zu sagen habt, natürlich auch gerne Kritik üben, davon lebt ein Blog.

Auf der rechten Seite steht „Archive“. Dort könnt ihr, nach Monaten geordnet, meine Blogs rückverfolgen.

Bei „Kategorien“  (gleich unter „Archive“) nehme ich eine kleine Unterteilung vor. Das meiste, was dort gesammelt ist, findet ihr unter „Allgemein“. Unter „Das Buch“ ist alles zusammengefasst, was mit dem im Werden begriffenen Buch mit dem Arbeitstitel „In siebzig Jahren um die Welt“ zu sagen ist.

Ab und zu füge ich sogenannte Links ein, insbesondere dann, wenn ich auf Videos verweise, zum Beispiel am 22. Januar (Air New Zealand) und am 25. Januar (Bereitschaftspolizei 1968). Klickt dort auf den Link (der beginnt meistens mit www. oder  http) und wird sich  sich ein kleines Filmchen öffnen. Sollte das nicht der Fall sein, kopiert den Link und setzt ihn auf die Adresszeile in eurem Browser. Dort könnt ihr ihn dann öffnen.

Also nun: „Viel Freude beim Lesen“.

Besuch bei Siloah

Frau Eva Heimann ist die gute Seele von Siloah und eine Meisterin der Organisation.

Frau Eva Heimann ist die gute Seele von Siloah und eine Meisterin der Organisation.

Siloah ist eine Begegnungsstätte für Menschen mit und ohne körperliche Behinderung. Dort berichte ich ab und zu von meinen Reisen und fühle mich in diesem Kreis immer sehr wohl.

Gestern Abend hat der evangelische Theologe  Dr. Rainer Oechslen,  Beauftragter für den interreligiösen Dialog und Islamfragen einen Vortrag gehalten. Das Thema stand unter dem Motto „Der Islam – Religion eines radikalen Gottvertrauens“. Anschaulich hat er dargestellt, was ihr Glaube den Muslimen bedeutet und uns die  „Innenseite“ islamischer Frömmigkeit aufgezeigt, die Bereitschaft etwa, alles, was ihnen begegnet, aus Gottes Hand anzunehmen.

Es war aufschlussreich, aus dem Munde eines Kirchenmannes die theologischen Hintergründe zu erfahren und zu sehen, wie wichtig der Dialog zwischen den Religionen ist.

Auschwitz-Befreiung

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Joachim Gauck setzte in seiner Ansprache vor dem Bundestag ein Zeichen. „Die Vernichtungslager im Osten wurden von den Sowjetsoldaten befreit. Vor ihnen, die allein bei der Befreiung von Auschwitz 231 Kameraden verloren, verneigen wir uns auch heute in Respekt und Dankbarkeit“, sagte das deutsche Staatsoberhaupt am Dienstag. Von den Plätzen aller Abgeordneten gab es dafür Applaus.

Max Mannheimer, Auschwitz-Überlebender, Präsident der Lagergemeinschaft Dachau und Vizepräsident des Internationalen Dachau-Komitees, fordert in einem Brief an den ehemaligen polnischen Außenminister und Auschwitz-Häftling Wadysaw Bartoszweski: „Die Erinnerung an den Holocaust darf nicht instrumentalisiert und aktuellen politischen Konflikten untergeordnet werden.“

Mag man zum russischen Präsidenten stehen wie man will, Geschichtsklittung auf dem Rücken der Überlebenden der Opfer der Konzentrations- und Vernichtungslager darf es nicht geben. Es kann doch nicht sein, dass der polnische Außenminister Schetyna  die Befreiung des Konzentrationslagers ukrainischen und nicht sowjetischen Soldaten zuschreiben darf.

Es war erschütternd im Fernsehen zu sehen, wie die Überlebenden von ihren Schicksalen sprachen und wie groß die Bereitschaft ist, dem Volk der Täter die Hand zu reichen.

Da tut es mir in der Seele weh, wenn ich hören muss, dass der überwiegende Teil der deutschen Bevölkerung endlich einen „Schlussstrich“ fordert und zwanzig Prozent unserer unter Dreißigjährigen mit dem Begriff Auschwitz nichts anfangen können. Am meisten hat mich getroffen, dass es in meiner Heimatstadt München, aus der Stadt in welchem das verbrecherische System des Nationalsozialismus seinen Anfang genommen hat, am Vortrag die Bewegung „Bagida“ Fremdenhass ein Forum bietet.

Vor vielen Jahren hatte auch ich eine „Begegung“ mit einer Holocaust-Überlebenden, es ist mir ein Bedürfnis davon zu berichten.

Es ist Mittagszeit, an einem Tag Ende der 80er des vergangenen Jahrhunderts. Mein Freund Max Rubinstein hat seine guten Verbindungen zur Armee spielen lassen und ich darf mit der Polizeigruppe, die ich in Israel begleite, in die Kantine des Headquarters in Jerusalem zum Mittagessen kommen. In dem Areal gibt es einen Bereich, in welchem die Zivilangestellten einkehren. Wir sind relativ spät dran, der Speisesaal ist fast leer, nur einige Nachzügler leeren noch ihre Teller. An der Essenstheke laden wir uns die ausgewählten Gerichte auf das Tablett, stellen uns zum Zahlen an. Die Dame an der Kasse, sie wird so um die 60 Jahre alt sein, tippt den zu zahlenden Schekel-Betrag in die Tastatur ein. Sie tut dies mit der linken Hand, hält die Rechte verschämt über den Unterarm. Es dauert eine Weile, bis ich realisiere, was das bedeutet. Diese einfache Frau will uns nicht beschämen, sie hat erkannt, dass wir Deutsche sind, sprechen wir doch die Sprache der Täter, und verdeckt die KZ-Nummer, die ihr in Auschwitz in den Unterarm gebrannt wurde, wie einem Tier. Gesten wie diese sind es, welche mich immer wieder tief berühren, tief in meine Seele einbrennen, unvergesslich bleiben.

München ist bunt

0126Am 26. Januar hatte die obskure Bagida wieder zum „Schweigemarsch“ aufgerufen. 800 sind zum Goetheplatz gekommen und Renate und ich waren bei den 2200 Gegendemonstranten von „München ist bunt“. Wir haben genau hingeschaut. Hier ein paar Plakate die wir gesehen haben:

„Wir alle sind Lutz“ (Lutz Bachmann, der sich als Hitler ablichten ließ und wegen Volksverhetzung angeklagt ist)

Die Kanzlerin mit dem Scharia-Kopftuch

„Lügenpresse“

und vieles mehr.

Da kann uns keiner mehr vormachen, dass hinter diesen Neonazis arme verunsicherte Bürger herlatschen. Alle, aber wirklich alle Pegida-Anhänger, sind beratungsresistent, Dialog zwecklos, Schluss!

Blick auf ein unruhiges Wochenende

Die weiße Pracht, die am Morgen noch zu bewundern war, hat sich schnell verflüchtigt, schade.

Wahlen in Griechenland

Die eurokritische Syriza mit dem charismatischen Tsipras hat einen Erdrutschsieg eingefahren und die absolute Mehrheit nur knapp verfehlt. Der Hoffnungsträger wird nun von seinen Wählern an seinen Erfolgen gemessen werden. Es wird auf sein Verhandlungsgeschick ankommen, von den Geberländern einen Zahlungsaufschub zu erwirken, einen Schuldenschnitt wird er wohl kaum erreichen. Wenn er es schafft, das verkrustete korruptionsdurchwachsene  System im eigenen Land zu knacken und endlich den reichen Oligarchen Steuern abzuknöpfen oder noch besser ergaunertes Vermögen zu konfiszieren, ist der erste Schritt auf einem beschwerlichen Weg geschafft. Auf alle Fälle wird von ihm erwartet, die Schieflage des sozialen Systems in die Waagrechte  zu bringen. Das wird noch ein steiniger Weg.

Schnelle Erfolge sind auf alle Fälle nicht zu erwarten

Der Folterbericht der US-Regierung liegt nun in der deutschen Fassung vor

Im ARD-Magazin  TTT wurde auszugsweise über die Foltermethoden der CIA berichtet. Die Bilder waren kaum zu ertragen. Besonders wütend hat mich gemacht, dass ein Teil dieser menschenverachtenden „Maßnahmen“ ausgesourced wurde und ein sogenannter Psychologe mit diesen Verbrechen  noch 81 Millionen Dollar verdient hat. Mir stellt sich die Frage, ob sich G.W. Bush nicht schämt, die abscheulichen Täter noch als Helden zu betiteln. Was mich allerdings positiv stimmt, sind die Selbstheilungskräfte der amerikanischen Nation. In diesem Land, einer der Wiegen der Demokratie, gibt es immer wieder Strömungen, die in der Lage sind, Verbrechen staatstragender Mächte zu entlarven und sie der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das verdient meinen tiefsten Respekt.

 

Blutbad in der Ostukraine

Allmählich muss auch dem letzten Putinversteher im Westen ein Licht aufgehen:  Mit der Offensive der Separatisten und ihrer russischen Verbündeten gegen die Stadt Mariupol wird die mit der völkerrechtswidrigen Annektion der Krim begonnene Ausdehnung Russlands fortgesetzt. Eindeutiges Ziel Putins ist es, den gesamten Osten und Süden der Ukraine zunächst dem russischen Einflussbereich einzuverleiben und schließlich dem „sogenannten Willen des Volkes folgend“, siehe Krim, dem postsowjetischen Reich einzuverleiben. Mariupol wird nicht zu halten sein und in Fortsetzung dieser Okkupation  werden die südukrainischen Städte Melitopol und Kherson  eingenommen werden  und damit eine Landverbindung zur Halbinsel Krim geschaffen. Damit nicht genug, Zug um Zug wird die Offensive in Richtung Westen fortgesetzt werden, bis auch die moldawische prorussische Teilrepublik Transdnjestr mit Russland verbunden ist. Auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen, die Ukraine befindet sich mit Russland im Krieg und hat wohl keine Chance, auch mit dem Aufgebot der letzten menschlichen Reserven, der geballten militärischen Macht des Gegners  etwas entgegenzusetzen.

Wie ich zum Autor wurde

Wie ich zum Buchautor wurde

Es ist mal wieder spät geworden am Montag. Meine Kripo-Kollegen haben mich verlassen und ich stehe am Tresen meines Stammlokals, dem Wein-Feldmann in der Münchner Elvirastraße. Erika stellt mir zwei nette Typen vor: einen Schweizer und Fabian. Wie es so ist, wenn man angedudelt ist, wird mehr oder weniger blödsinniges Zeug gelabert. Fabian erzählt mir von der Schwester seines besten Freundes, Oli dem Professor aus Regensburg, die ein Erlebnis der anderen Art in Schubecks „Tiroler Stuben“  gehabt haben soll. Die Tischgemeinschaft hatte während des Essens mal da und dort vom Teller des anderen genascht. Das endete damit, dass mit der Rechnung eine „Rote Karte“ kam. Mir war die Story als sogenannte „Urbane Legende“ bekannt und schlug eine Wette um eine Flasche Cremant vor. Fabian und ich trafen uns einige Zeit wieder, er hatte die Wette verloren. Aber wir wurden Freunde, er der Journalist und ich der Ländersammler. So schrieb er über mich einen Artikel in der FAZ mit dem Titel „Bis ans Ende der Welt und noch viel weiter“, in welchem auch erwähnt wurde, dass ich ein Buch in Arbeit habe. Dieser Abhandlung erschien auch auf „Spiegel Online“ und eines Tages lag ein Brief vom angesagten Ullstein-Verlag in meinem Briefkasten und einige Wochen später war der Vertrag perfekt. Am 17. Juni 2016  erscheint mein Buch „In siebzig Jahren um die Welt“. Bei Amazon wird schon jetzt darauf hingewiesen. Hinter jedem erfolgreichen Schriftsteller verbergen sich 100 andere, deren Manuskripte nicht angenommen werden. Und hinter diesen 100 wiederum Hunderte mit einem Manuskript im Schubladen. Verdammt noch mal, was für ein Glück habe ich doch gehabt – und wer ist schuld? Der „Feldmann“ und ein klein wenig vielleicht der Alfons Schubeck.